Dienstag, 21. September 2010

BRD goes DDR: Steter tropfen höhlt das Hirn

Politiker und Börsianer pflegen in kurzen Zeiträumen zu denken. Erstere im Rythmus der Monatsumfragen bei den Wählern, Letztere im Rythmus der kurzfristigen, statistischen Schwankungen der Kurse, die es gilt mit zügigen Kapitalbewegungen in Gewinne zu verwandlen. Ganz egal ob die reale Wirtschaft gerade rauf oder runter geht.

(Bild: Wikipedia) Es vernebelt der im zweiten Quartal stattgefundene Miniaufschwung, von annualisiert 9,1% in der Exportnation BRD, die grauen Zellen aller relevanten Gruppen. Jedoch, am längerfristigen Trend hat sich natürlich nichts geändert. Das das Problem dort liegt, wo man es glaubt durch massive Stütze abfangen zu können, das schwant aber immer mehr Denkern.

So schreibt die Finanzial Times Deutschland unter dem Titel "Schlimmer als vor der Krise" über die aktuelle Situation der Noch-Supermacht USA: "Die Flow of Funds der Fed für das zweite Quartal sind da. Sie zeigen, dass die finanziellen Verwüstungen von Dekaden natürlich nicht in Quartalen vergessen gemacht werden können. Und sie lassen an der These einer langsamen Erholung zweifeln."

Und weiter zu den offiziellen Zahlen: "Laut der jüngsten gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung der Fed sind die Schulden der privaten US-Haushalte im zweiten Quartal 2010 mit 13.450 Mrd. Dollar höher gewesen als Mitte 2007, als die Finanzkrise bei Verbraucherverbindlichkeiten von 13.403 Mrd. Dollar offen ausgebrochen war. Gleiches gilt für die nichtfinanziellen Firmen in Amerika, die nunmehr Kredite von 10.909 Mrd. Dollar aufweisen, gegenüber 9949 Mrd. Dollar im zweiten Quartal 2007."

Man wundert sich weiter darüber, das es auf der anderen Seite der Theke komisch aussieht: "Nur der US-Finanzsektor hat seine Schulden in dieser Zeit per saldo abgebaut - von 15.173 auf 14.744 Mrd. Dollar." Oh Wunder, wer hätte das gedacht. Und was bleibt beim Durchschnittsbürger und Steuerzahler hängen: "Hingegen sind die handelbaren Schulden des Staates natürlich explodiert - um 3988 auf 11.094 Mrd. Dollar. Und da das nominale BIP seit Mitte 2007 gerade mal um vier Prozent zugenommen hat, sind die Schulden aller nichtfinanziellen Sektoren im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung von 217 auf 243 Prozent gestiegen.". Na so was.

Der Verbraucher steht natürlich für alles gerade: "Besonders wegen der Aktienmarktverluste ist das Nettovermögen der US-Verbraucher im zweiten Quartal derweil merklich gesunken. Die Aktienmärkte haben sich seit Ende des zweiten Quartals etwas erholt, aber das ist ein geringer Trost, wenn man bedenkt, dass das Nettovermögen der Verbraucher gegenüber dem zweiten Quartal 2007 um ein Fünftel oder 12.253 Mrd. Dollar geschrumpft ist. Dass sich das Verbrauchervertrauen partout nicht verbessern will (eher im Gegenteil), dürfte neben der Arbeitslosigkeit auch diesem Umstand geschuldet sein."

Gleiches gilt für die nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften, das sind also die Gesellschaften der Realwirtschaft, die Unternehmen außerhalb des Bankensektors: "Unterdessen hat sich das Nettovermögen der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften zwar stabilisiert, ähnlich wie zuvor jenes der Verbraucher. Doch auch in diesem Sektor liegt das Nettovermögen um 21 Prozent oder 3308 Mrd. Dollar unter dem alten Spitzenwert. Das ist ein Faktor, der kaum je bedacht wird, wenn es um die Investitionsschwäche der US-Firmen geht."

Die Schlussfolgerung der FTD ist. "All das dürfte dazu beitragen, dass inzwischen viele Ökonomen von einer (zu?) langsamen Erholung ausgehen - wobei sie einen Rückfall in die Rezession allerdings schon deshalb ausschließen, weil die Investitionen und die "Ich-gönn-mir-was"-Ausgaben der Verbraucher bereits so niedrig seien, dass sie kaum noch fallen könnten. Was die Ökonomen nicht sagen, ist indes, dass eine (zu) langsame Erholung kein stabiles Gleichgewicht ist, schon gar nicht bei einer Unterbeschäftigung von 17 Prozent, weil ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit droht. Das jedoch könnte neue Tumulte an den Börsen auslösen. Damit wiederum würden sich die Bilanzen von Verbrauchern, Firmen und Finanzsektor noch verschlechtern. Und schwups hätten wir die nächste Rezession."

Wie wahr, wie wahr. Bei aller Richtigkeit der FTD-Analyse, die Ursache wird immer noch zu wenig begriffen. Ursächlich ist dafür natürlich das grundlegend fehlerhafte Wachstumsmodell des IWF. Danach müsste nämlich das künstliche Aufpumpen des Finanzsektors direkt in einen Aufschwung münden. Was natürlich nicht geht, da all das künstlich geschaffene Geld nach zusätzlichen Renditen schreit, die in letzter Konsequenz immer das BIP stemmen muss. Und bei den dummgeschwätzten Politikern auf offene Ohren stößt, die das mit weiterem geschenkten Gäulen honorieren und somit das Problem weiter verschärfen. Die aktuellen Millionenboni der Pleitebank HRE, natürlich aus sauer verdienten BIP der Steuerzahler finanziert die just genau diesen Herren den Arbeitsplatz mit dreistelligen Milliardengarantien sicherten, werfen da ein markantes Schlaglicht.

Das da was nicht stimmen kann, fiel auch schon der FTD auf: "Wie weit sich die Bankenwelt nur noch mit sich selbst beschäftigt und den Bodenkontakt verloren hat, zeigt unter anderem ihre Gehaltsrechtfertigung. Die hohen Löhne seien die Kompensation für die erhöhte Arbeitsplatzunsicherheit im ach so harten Investmentbanking. Doch, doch, daran glauben die wirklich. Auf mittlerer Entscheidungsebene im Schnitt rund 200.000 Euro kassieren, weil man ja ständig mit Jobverlust rechnen muss. Der übrigens, wenn er eintritt, mit ein bis zwei Monatsgehältern Abfindung pro Jahr Betriebszugehörigkeit versüßt wird. Doch davon mal abgesehen: Wie viele arbeitslose Banker gibt es heute, kurz nach der größten Finanzkrise der letzten Jahrzehnte, eigentlich? Wenige, sehr wenige. Die Arbeitsmärkte in New York, London und Frankfurt sind fast leergefegt, die Festgehälter steigen aufgrund des Arbeitskräftemangels, und in Deutschland bauen viele Investmentbanken und Broker aus der zweiten Reihe ihre Teams sogar aus."


Man muss sich das nur einmal vorstellen, wie das in der normalen Arbeitswelt wäre. Da kommen die Angestellten und verlangen saftige Prämien dafür, dass sie lediglich die Arbeit tun, für die Sie eingestellt wurden und schon kräftig bezahlt werden, Erfolg hin oder her. Stellen Sie sich solche faktische Arbeitsverweigerung in Verbindung mit Erpressung bei Stahlarbeitern vor, was wäre wohl die gesellschaftliche Reaktion? Das dürfen Sie sich jetzt gerne einmal ausmalen. Anders beim Nadelstreifenträger der Geldelite, die ohne großen Zweifel als Staat im Staate bezeichnet werden darf. Hier finden solche Anwandlungen offenes Gehör, das Geld wird ganz schnell locker gemacht und der Protest der Anständigen ist kaum mehr wert, als eine Randnotiz im Lokalteil der Presse.

So resümiert die FTD: "Hier ist vieles aus dem Gleichgewicht gelaufen. Im Übrigen können sich die Kreditinstitute mit ihren Kapitalquoten glücklich rechnen, wie sie wollen. Seit Ende 1998 ist die aggregierte Bilanzsumme der Banken im Euro-Raum um 17.895 auf 32.075 Mrd. Euro gestiegen, während das nominale BIP lediglich um annualisierte 2895 auf 9157 Mrd. Euro zugenommen hat. Allein die Ausleihungen an die Staaten und die Privaten im Euro-Raum sind um 8628 auf 16.329 Mrd. Euro explodiert. ..So frohgemut die Banken den Nenner für die Berechnung der Kapitalquoten, die risikogewichteten Aktiva, also auch zusammenstutzen: Einen beträchtlichen Teil ihrer Aktiva wollte man nicht mal geschenkt haben."

Das Problem ist nur: Sie kriegen die Aktiva auf jeden Fall geschenkt, aber nicht umsonst. Denn Zins und Zinseszins aller Aktiva, und seien sie noch so inhaltsleer und unsinnig wie im Derivategeschäft, werden durch Finanzpushing dem BIP rigoros abgefordert. Und wenn’s mal wieder nicht klappt, dann darf der Steuerzahler für die "Verluste" einspringen. Denn was internationale Grossbanken an Aktiva bewegen übertrifft die BIP's kleinerer Staaten bei weitem und selbst bei (noch) starken Staaten wie der BRD übersteigen sie längst jeden nur denkbaren politischen Handlungsspielraum.

Was man bei der FTD im speziellen, und bei der Politik und Ökonomie im allgemeinen, noch immer nicht begriffen hat, ist der simple Umstand das volkswirtschaftlich Schulden, im Zusammenhang mit untotbaren verzinstem Kapital, ganz grundsätzlich nicht abbaubar sind. Sie können nur größer werden, nicht kleiner. Das man es nicht begreift ist umso erstaunlicher, als das es nicht nur auf jedem Dollarschein explicitis verbis drauf geschreiben steht, sondern auch jedem Geldwirt auch ohne komplexe Mathematik geläufig sein sollte. Unser Geld ist alleine Schuld gedeckt, zwischen Vermögen und Schulden gilt völlige(!) Identität.


Volkswirtschaftlicher Schuldenabbau gelingt nur durch relative oder absolute Vermögensvernichtung!


So simpel dieser Zusammenhang tatsächlich ist, er ist noch fern der allgemeinen Wahrnehmung. So ist der Artikel des Fokus höchst aufschlussreich, der sich mit dem Buch des Ex-Finanzministers Steinbrück beschäftigt: „Parallelgesellschaften existieren nicht nur am unteren Ende, sondern auch an der Spitze der Einkommenspyramide...Dort leben diejenigen, die sagen: Wir brauchen den Staat nicht, jeder Euro Steuerzahlung ist zu viel. Öffentliche Dienstleistungen benötigen wir nicht, wir können sie privat kaufen.“ Die Gesellschaft sei nicht gefährdet durch Rechts- oder Linksausleger, sondern durch die Protagonisten des Systems selbst. „Es sind die Privilegierten, die durch Maßlosigkeit, den mangelnden Sinn für Balance und Proportionen, durch eine Bereicherungsmentalität an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen. Ihnen fehlt der Sinn für soziale Bündnisse nach unten, um Verlierer zu integrieren“, sagte Steinbrück."

Natürlich hat der Mann völlig recht, und er spricht aus Erfahrung wenn er sagt: "Die Menschen in der Oberschicht müssten erkennen, „dass ihre übersteigerten Gewinnerwartungen zur Zerstörung der Marktwirtschaft führen. Und dass ihre persönliche Einkommensentwicklung so nicht weiterlaufen kann.“ Gemeinwohlorientierung könne man aber nicht durch Gesetze verordnen. „Das geht nur durch eine breite Debatte"".

Das diese Debatte zur Zeit noch völlig unmöglich ist, was sicher auch auf Lobby-, Werbe- und Pressearbeit der Finanzindustrie zurück geht, zeigen vor allen Dingen aber die Leserreaktionen auf diesen Artikel, in der sich Volkes Stimme artikuliert. Die sollte jeder einmal studieren. Denn sie zeigen das erschreckende Ausmaß volkswirtschaftlicher Unkenntnis, und den erstaunlichen Umstand, dass die Leserschaft sich schützend und zähnefletschend vor die lieben Reichen stellt. Steter Tropfen höhlt nicht nur den Stein, sondern auch das Hirn. Wobei der Begriff der "Reichen" völlig verwässert und sachfremd erscheint. Da werden sämtliche Vor- und Fehlurteile des letzten Jahrhunderts bemüht, um nur ja das Schreckgespenst einer Währungs- und Vermögensreform von sich zu weisen. Die kommt aber früher oder später so oder so, man kann sie nur heraus zögern. Wobei man dabei das Elend nur verlängert und verschlimmert.

Zunächst sollte man sich mit dem Begriff der „Reichen“ und einer sachgerechten Definition beschäftigen. Man muss erst einmal zwischen relativen und absolutem Reichtum unterscheiden. Relativ reich ist, insbesondere wenn man auch mal über den Tellerrand der BRD hinausschaut, natürlich jeder, der mit seinem Lohn seine Lieben ernähren kann und am Ende des Monats noch einen kleinen Überschuss hat, den er ggf. auf seinem Bankkonto anlegen kann. Relativ reich sind in jedem Fall Menschen wie Steinbrück oder Sarrazin, die als (Ex-)Spitzenbeamte über ein sicheres und erkleckliches Gehalt bzw. Pensionen verfügen.

Aber Sie sind keine Vertreter der „Reichen“ um die es in der Diskussion geht bzw. gehen sollte. Ohne ihren VIP-Status würden solche Leute bei den wirklich Reichen bestenfalls durch den Dienstboteneingang ins Haus gelassen. Aus diesem Missverständnis wird oft auch über die so genannte „Reichensteuer“ diskutiert, wobei die zugrunde liegende Definition tatsächlich ziemlich sachfremd ist. Wenn etwa Aussagen fallen wie „Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, bezeichnete die „Reichensteuer“ als „ökonomisch unsinnige Neidsteuer“.“, so ist das gar nicht verkehrt. Denn eine Reichensteuer, die bei Einnahmen aus Erwerbstätigkeit ansetzt, verfehlt ökonomisch ihr Ziel völlig.

Natürlich kann man bei den hohen Erwerbseinkommen steuerlich noch etwas abknappsen, da diese relative zu mittleren Einkommen de facto wegen gedeckelter Sozialabgaben begünstigt sind, aber das sind volkswirtschaftliche Peanuts. Sie sind nämlich, Vorteile hin- oder her, auch nur Teil des BIP’s, die man vor dem schädlichen Einfluss überbordenden Kapitaldrucks schützen müsste. Wirklich absolut reich sind Leute, die Ihr weit überdurchschnittliches Einkommen vorwiegend völlig erwerbslos beziehen, nämlich aus den Renditen von Kapitalanlagen.

Die Steuerungerechtigkeit setzt nämlich erst wirklich bei der Ungleichbehandlung von Erwerbs- und Kapitaleinkünften ein. Am schlimmsten trifft es dabei den gutverdienenden Mittelstand nahe der Bemessungsgrenzen der Sozialversicherungssysteme. Denn die zahlen, vom Arbeitgeberbrutto (nicht Arbeitnehmerbrutto) gerechnet, schon rund 60% Abgaben in allgemeine Kassen. Dazu kommen aber noch die Verbrauchssteuern, denn im Gegensatz zu reichen Leuten müssen Sie ihr Geld bis zum Monatsende fast vollständig aufbrauchen. Die tatsächliche Steuerbelastung liegt damit bei rund 70%. Aus dem Grunde wird der absolute Löwenanteil der Staatsquote aus Sozialabgaben, Lohnsteuer und Mehrwertsteuer geschöpft.

Das Kapital dagegen, kommt fein weg. Zunächst mal müssten wenigstens die Zinseinnahmen eigentlich der Einkommensteuer, in der Spitze zur Zeit bei 45%, unterliegen. Tatsächlich brauchen die aber nur 25% zu zahlen. Ganz legal, und von Sozialabgaben ist ganz zu schweigen. Aber das ist noch nicht das untere Ende der Fahnenstange. Selbst die 25% fallen de facto nicht an, denn viele Finanzprodukte sind, wenn man sie länger als ein Jahr hält, sogar steuerfrei. So stehen jährlich (je nach Jahr schwankend) gut 500 Mrd. Euro Zinseinnahmen nur 15 Mrd. Steuereinnahmen gegenüber. Und dabei habe ich die Erbschaftssteuer, die streng genommen gar nicht dazu gehört, schon mit eingerechnet. Also nur um den Dreh von läppischen 3%. De facto, und wir reden da nur über die realen Zahlen und nicht die Phantasiezahlen der Politik und Lobbyverbände, ist der BIP-Schaffende mehr als 20-mal so stark belastet, wie der Erwerbsfreie Anlagen-Reiche.

Und die sind mit dieser „Last“ immer noch unzufrieden und schaffen es scheinbar problemlos, Volk und Politik einzureden, dass ein weitere Besteuerung von Kapitalaktivitäten wahnsinnig schädlich für das Volk sei. Und die Politik beißt an, pumpt immer mehr Geld von Unten nach Oben, und wundert sich, dass beim Volke nichts ankommt außer weitere Abgaben-, Steuer- und Gebührenerhöhungen bei gleichzeitiger Ausgaben- und Leistungskürzungen für die Bewohner der zunehmend klammen Gemeinden. Ohne ein massives steuerliches Herangehen an die größen Vermögen ist aber eine dauerhafte Sanierung des Staates unmöglich.

BRD goes DDR: Wer das Glück der späten Geburt hatte und die DDR nicht kannte, er wird es bald erleben können wie es dort aussah, nach dem der Staat seine Infrastruktur nicht mehr bezahlen konnte. Wobei es in Teilen der USA schon heute so aussieht, wenn man mal abseits der Banken und Skylines unterwegs ist. Denn dort ist das Defizit schon lange so gewaltig wie im Pleitestaat Griechenland, und auch die Kreativität in der Gestaltung der offiziellen BIP-Daten ist nicht geringer. Das angebliche Wachstum existiert seid den Neunziger Jahren nur noch auf dem Papier (hedonisierte Statistik), in Wahrheit war es Stagnation und Niedergang.

Nur wenn die wahren Ursachen der Krise offen auf den Tisch kommen, dann ist eine Rettung in letzter Minute, wenn auch unter Schmerzen, machbar. Ansonsten erleben wir den gleichen Niedergang wie alle Hochkulturen der Geschichte. Im Gegensatz zu früher hätten wir aber heute die Informationen und Daten die ein gezieltes Handeln erst möglich machen. Ob sie genutzt, oder wenigstens nur verstanden, werden, halte ich aufgrund der klassischen Dynamik von Gesellschaft und Meinungsbildung allerdings für mehr als fraglich.

Kommentare:

  1. Hallo Herr Genreith, definieren Sie doch bitte mal volkswirtschaftliche Schulden.

    Danke!

    AntwortenLöschen
  2. Die Antwort fällt ziemlich leicht. Da in unserem System Gelder ausschließlich durch Schulden gedeckt sind (Bankenpassiva gleich Bankenaktiva)ist es gleich der Gesamtsumme der Anlagen auf allen banken. Bei der Bundesbank also am einfachsten der Zeitreihe OU0308: Bilanzsumme / Alle Bankengruppen, zu entnehmen. Zur Zeit also: 2012-01 8.589,179 Mrd. €.

    AntwortenLöschen
  3. diese Zahlen stellen ja nur die bei Banken gehaltenen Vermögen dar. Außer Acht bleiben Bargeld und alle Vermögen, die sich nicht bei Banken befinden...Immobilien, Versicherungen, Rentenansprüche, Auslandsforderungen, Aktien und Anleihen.
    Zwischen Vermögen und Schulden besteht also keine "völlige(!) Identität".

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Hr. Reinhard,

    bis auf das Bargeld dass mehr als ein Jahr unterm Kopfkissen liegt, ist alles in der OU0308 drin. Auch so Dinge wie Immobilien und Rentenansprüche, denn die wurden immer irgendwann schon mal bezahlt und sind deswegen in den Vermögen mit drin. Und Ansprüche ohne Geld/Schulden Hinterlegung sind sowieso reine Luftbuchungen ohne Relevanz.

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich werde ihn baldmöglichst freischalten. Diese Funktion dient lediglich der Vermeidung von Spam- und Flame- Kommentaren und dient niemals einer Zensur.