Donnerstag, 3. März 2011

Die Bank 3/2011


In der neuen Ausgabe der Zeitschrift "Die Bank" 3/2011 ist ein Artikel zu dem in diesem Blog seit 2009 entwickelten Ökonomie-Modell erschienen: D. Peetz, H. Genreith, Neues Makromodell: Die Grenzen des Wachstums: Finanz- vs. Realwirtschaft, Die Bank, Zeitschrift für Bankpolitik und Praxis, Ausgabe 3/2011, S. 20-24.

Zum tieferen mathematischen Verständnis des Modells ist ebenfalls erschienen ein technical paper zum Download. Wer den Artikel nicht zur Verfügung hat, und/oder die bereits hier erschienenen Beiträge nachlesen möchte, dem steht hier ein weiteres PDF zur Verfügung, das die Blog-Beiträge des Labels VWL umfasst.

Kommentare:

  1. Tolle Sache, gut das Ihre wichtige Arbeit endlich die lange fällige Anerkennung ausserhalb der Blogger Szene findet.

    Gratulation

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  2. Sehr geehrter Herr Genreith,

    ich habe die Entwicklung ihrer Ideen mit großem Interesse verfolgt. Umso mehr empfinde ich es als große Bestätigung Ihrer Mühen, daß DIE BANK es zur Veröffentlichung gebracht hat.

    Ich habe aus Ihren vorangegangenen Posts entnommen, daß Sie der Entwicklung von Geldvermögensbeständen eine hohe Bedeutung zumessen. Umso mehr läßt mich die erste Lektüre Ihres 'technical paper' mit der Frage zurück, inwiefern die von Ihnen verwendeten statistischen Daten tatsächlich auf die Relation BIP im Verhältnis zu Geldvermögensbeständen abstellen. Meine eigenen Überlegungen haben mich dazu gebracht, von dem Rückgriff auf Realvermögensbestände Abstand zu nehmen und eher die saldenmechanischen Zwangsläufigkeiten in den theoretischen Mittelpunkt zu stellen.

    OK, das liegt daran, daß meine Überlegungen an einigen Details vermeintlich selbstverständlicher geldtheoretischer Überzeugungen knabbern und die Behandlung der Quantitätstheorie als Bilanzgleichung für mich die für Ökonomie entscheidenden Salden zwischen den relevanten Wirtschaftssektoren nur unzureichend abbildet.

    Wahrscheinlich ist ihnen das durchaus bewußt. Dennoch ist Ihr 'econophysics' - Ansatz sehr interessant dafür, das Verständnis für die Interdependenz von BIP und Kapitalstockentwicklung zu wecken. Das führt mich allerdings auf folgende Frage im Zusammenhang mit der Halbwertszeit von Volkswirtschaften: welcher Term in Ihrer Berechnung ist Ihrer Meinung nach dafür verantwortlich, welche "kritische Zeit" für Volkswirtschaften anzulegen ist: Zinssatz oder Sparen? Ist natürlich die alte Frage der Nationalökonomie, nur in Ihrem Modell müßte sich diese Geschichte doch einigermaßen bestimmen lassen können - und sei es auch "nur" als Elastizität.

    Ich vermute mal ungeschützt: wenn der Zinssatz unter der Rate der Ersparnis liegt, verlängert sich diese kritische Zeit erheblich, bzw. kann der Verlauf der Vermögensbestände nachhaltig sein. Well, würde zumindest in meine eigene Theorie passen.

    Ich habe leider keine so aussagekräftige Website wie Sie, ich kann nur ein GoogleDocs - Fragment beisteuern. Für die hier interessierenden Aspekte wäre der Teil V ab S. 159 am interessantesten.

    http://books.google.de/books?id=Om9idaj6MnkC&printsec=frontcover&dq=renee+menendez&hl=de&ei=osWCTYKJOsbWsgah3fWzAw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CC4Q6AEwAA#v=onepage&q&f=false

    Mit freundlichen Grüßen

    R. Menéndez

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  3. Sehr geehrter Hr. Menéndez,

    vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar. Ggf. können Sie für detailierte Anfragen auch meine Emailadresse nutzen.

    Nun zu Ihrer zentralen Bemerkungen: „...welche "kritische Zeit" für Volkswirtschaften anzulegen ist: Zinssatz oder Sparen? Ist natürlich die alte Frage der Nationalökonomie,...“

    Genau, ich weise da auf meine Blogeinträge http://tandemvipera.blogspot.com/2011/01/den-burgenr-sollst-du-wurgen-der.html zur Staatsverschuldung und http://tandemvipera.blogspot.com/2010/03/dead-man-walking-iii-elephant-in-room.html zur Sparquote hin. Das Problem liegt tatsächlich in der Betrachtung der Sparquote ps, die ist nämlich lediglich ein Anteil des Sparens, nämlich S = ps*Y + dK/dt. Zum volkswirtschaftlichen Sparen gehören natürlich auch die Zinsen!

    Und was der Staat macht, ist im Prinzip, dass er seine „betrieblichen“ Überschüsse, nämlich S, wieder reinvestiert. Also Staatsschulden SS=S. Dann erhalten Sie genau das seltsame Verhalten der obigen Funktion der Staatsverschuldung. In der Tat ist die Staatsverschuldung, solange für sie SS ungefähr gleich S gilt, nichts böses sondern nur sachgerecht. Trotzdem steigt sie aber, wegen der Zinseszinsdynamik dK/dt, genauso exponentiell wie die Kapitalstöcke. Leider hat sich die Öffentlichkeit und die Politik aufschwatzen lassen, dass nur die staatliche Verschuldung, und nicht die viel höhere private, relevant wäre.

    Beste Grüße, Heribert Genreith.

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