Mittwoch, 6. Juni 2012

Venustransit 2012

Im Gegensatz zum Venustransit 2004 war der diesjährige hier im Rheinland gründlich verwölkt. Mein Wecker um 5:00 morgens also eher ein Störenfried. Nun, aber kam vor wenigen Minuten hier die Sonne heraus. Die Gelegenheit habe ich genutzt um mit meiner Digicam den folgenden Schnappschuss zu machen:


Natürlich ist der Transit schon etliche Stunden vorüber, aber die Venus befindet sich daher sehr nahe an der Sonne. Sie ist daher als kleine Sichel nur weniger als ein Winkelgrad rechts von der Sonnenscheibe zu sehen.

Die verwendete Kamera ist eine Fuji S9600 mit 9Mpix und 10-fach Zoom, Spotbelichtung auf die Sonne und vorgehaltener Sonnenschutzfolie. Die Aufnahme entstand vor wenigen Minuten, etwa um 17:00. Es handelt sich um eine Aufnahme by "fair means". Zur Kontrolle die Situation um 17:00 mit einer Planteariumssoftware errechnet:


Die Koordinatenlinien haben einen Abstand von je 1 Winkelgrad. Eingezeichnet auch die Bahnlinie der Venus mit dem Transit am Morgen des 6.6.2012.

P.S.: Sorry, im ersten Posting hat ich versehentlich 1 Winkelminute statt 1 Winkelgrad angegeben. Die Sonne hat etwa 30 Winkelminuten oder 1/2 Winkelgrad an scheinbarem Durchmesser.


Kommentare:

  1. Ich bin ja nun Physiker, aber trotzdem, ich habe geschlagene 5 Minuten am Rand der Sonne gesucht. Eine Winkelminute kam mir eben sehr wenig vor ...

    Ich will es mal so formulieren:
    Wenn Euer Bildschirm nicht so zugestaubt ist wie meiner und Ihr plötzlich einen Pixelfehler entdeckt, dann nicht aufregen, es ist die Venus;-)))))

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  2. Mea Culpa, mea maxima culpa,...

    es ist zwar ganz klar kein Pixelfehler, aber ich habe dummerweise eine Winkelminute statt eines Winkelgrades als Position geschrieben. Ist natürlich ein dummes Versehen, die Sonne hat rund 30 Minuten scheinbaren Durchmesser. Den tatsächlichen Abstand sieht man auf der Aufnahem aber eigentlich ganz gut, etwas weniger als den doppelten Sonnendurchmesser.

    Morgen um die gleiche Zeit beträgt der Abstand übrigens rund 2 Grad vom Sonnenrand und dann müsste es im zweiten versuch auch noch ganz gut klappen.

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  3. Ich verstehe 'spotbelichtung auf die sonne und vorgehaltene sonnenschutzfolie' nicht. Was genau hast du gemacht?

    Ich wollte mir schon längst mal einen sonnenfilter für meine nikon d200 besorgen.

    gruß ben

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    1. Hallo Ben,

      erstmal braucht man ein Schutzfilter vor dem Objektiv. Am billigsten geht das mit einer Spezialfolie (die sieht aus wie Alufolie, ist aber ganz anders geartet). Ich habe folgendes Produkt verwendet, wobei ich aus einer Folie gleich etliche Filter für verschiedene Instrumente schneiden konnte:

      http://www.astroshop.de/filterfolien/baader-planetarium-baader-sonnenfilterfolie-a4-20x29cm/p,2718

      Es gibt (dort) auch fertig konfigurierte Filter, aber die liegen dann beim 10-fachen im Preis. Das Selbstbaufilter fertigst Du so: (1) einen Pappring exakt passend um deine Optik fertigen. (2) Einen zweiten Pappring fertigen, der genau über den ersten Ring passt. (3) Runde Folie, etwa 1-2cm größer als Ringdurchmesser ausschneiden. (4) Folie auf den ersten Ring legen, und (5) den zweiten darüber schieben bis die Folie stramm sitzt. Kleben. Fertig.

      Das nächste ist die Belichtung: Wegen der enormen Helligkeit der Sonne Folienfilter, dann Spotbelichtung (d.h. der Belichtungsmesser verwendet im wesentlichen das Licht der Sonne, aber nicht jede Kamera hat eine Spotbel., eventuell muss man auf manuell umschalten und selbst runterregeln) auf die Sonne, d.h. die Kamera fährt die Belichtung enorm zurück (andernfalls überstrahlt die Sonne alles darum). Dann einige Fotos schießen und die besten raus suchen. Die richtige Belichtung ist bei dem Tandem nicht exakt die der Sonne, sondern ein bisschen überbelichtet (d.h. die Sonne erscheint etwas zu hell, aber andernfalls wäre sonst die dunklere Venus kaum sichtbar).

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  4. War natürlich scherzhaft gemeint, das mit dem Pixelfehler. Ich habe die Venus dann schon noch gefunden, nachdem ich über die Dauer des Venustransits von doch einigen Stunden und der Uhrzeit des Photos geschlossen habe, dass die Venus so um die ein, zwei Sonnendurchmesser vorausgeeilt sein sollte. Bevor man mich hier noch für "behämmert" hält: der rote Pfeil war da natürlich noch nicht auf dem Photo, er hilft bei verstaubtem Bildschirm wirklich weiter ;-)))
    Was mich beeindruckt ist der Größenvergleich, insbes. wenn man bedenkt, dass die Venus und die Erde doch bzgl. ihrer Größe ähnlich sind.

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