Dienstag, 9. Oktober 2012

08/15: Im Westen Nichts Neues


Die Welt am Abgrund, der Krieg, das Geld und die Revolution:  „Schweizer Armee bereitet sich auf Unruhen in Europa vor: Die Schweiz rechnet wegen der Euro-Krise mit gewalttätigen Unruhen in Europa und will daher die Verteidigung an den Landesgrenzen verstärken. Bei Manövern wird bereits für den Ernstfall von Unruhen, Demonstrationen und Flüchtlingsströmen geübt. Die Schweizer Armee erwartet eine dramatische Eskalation der Lage in EU-Krisenstaaten mit Auswirkungen auf die Sicherheit der Schweiz....Der schweizerische Verteidigungsminister Ueli Maurer sagte..auf einer Tagung: „Ich schließe nicht aus, dass wir in den nächsten Jahren die Armee brauchen.“. ..Die Euro-Krise verschärfe das Gewaltpotenzial. In Spanien, Griechenland und Italien drohen Massenarbeitslosigkeit und die Radikalisierung der Bevölkerung. ...Weil die Schweiz ein Übergreifen möglicher Unruhen auf ihr Gebiet fürchtet, wird aufgerüstet: 100.000 Soldaten, 5 Milliarden Militärbudget und der Kampfjet Gripen sind zur Verteidigung der Eidgenossen eingeplant. Gegen potentielle Unruhen, Demonstrationen und Flüchtlingsströmen aus den umliegenden europäischen Nachbarländern, haben die 2000 höchsten Offiziere mit dem Manöver „Stabilo Due“ schon einmal vorgesorgt....“

Die Toten von Sarajevo. (Q: Wikipedia)
Der eisernen Vorsorge der Eidgenossen steht der papiernde ESM-Rettungsfond gegenüber: “Neue Schutzmauer soll vor Angriffen der Finanzmärkte schützen: Am Tag der Gründung des ESM bewertete die Ratingagentur Fitch den Euro-Rettungsfonds mit der Bestnote „AAA“. ...Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker, der auch den Gouverneursrat der neuen Finanzinstitution führt, resümierte: „Die Euro-Zone ist jetzt mit einer permanenten und effektiven Brandmauer ausgestattet.“ Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erhofft sich davon eine Beruhigung der Finanzmärkte. Die Gründung des ESM zeige: „Wir sind berechenbar, wir sind verlässlich, und irgendwann werden es die Finanzmärkte auch begreifen.“...“

Wichtiger wäre es allerdings, dass unsere Politiker begreifen würden, dass es so nicht funktionieren kann und auch nicht wird. Die Beruhigung wird von kurzer Dauer sein, denn Sie betrifft nur die Börsen, die jeden neuen Geldschub für kurzfristige Spekulationen nutzen. So geht man vor jedem dieser Danaergeschenke erstmal long und nach spätestens 14 Tagen dann wieder short. Zweimal Gewinne abschöpfen um dann auf die zwangsläufig nächste Spritze zu warten, wenn der durch die gerade vergangene Spritze weiter aufgedunsene Investmentapparat erneut in Schieflage kommt. So sicher wie das Amen in der Kirche, und so sicher wie gebrochene Versprechen von angeblich begrenzten deutschen Anteilen an dem Schlamassel auf Kosten des ehrlich Schaffenden.



Nur, wer der Gewinner ist, ist auch klar: „Großbanken nutzen die Gelder aus den Flutungen der US-Notenbank als Risikopuffer. Die Geldschwemme beeinflusst die Kreditvergabe kaum, ermöglicht Investmentbanken allerdings mehr risikoreiche Spekulationsgeschäfte. Einsamer Spitzenreiter bei den Fed-Geschenken ist die Investmentbank Goldman Sachs. Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Wochenende das erste Mal in ihrer Geschichte die Daten jener Institutionen veröffentlicht, die Staatsanleihen von der Fed gekauft oder an die Fed verkauft haben. …..Die Daten zeigen, dass die Investmentbank Goldman Sachs mit Abstand am meisten Transaktionen mit der Federal Reserve getätigt hat: von Juli bis September 2010 kaufte und verkaufte Goldman Sachs US-Anleihen im Wert von neun Milliarden Dollar...“. Die Geschichte wiederholt sich wie am Schnürchen, einen schönen Gruß vom Mann mit dem Bärtchen an den alten Feind Lloyd Blankfein. In den USA ist es nicht anders als in Euroland: Die Banken wissen schon, welche Parteien sie am besten schmie....,ähem, mit Spenden in ihrer demokratischen Arbeit unterstützen müssen.

 „Kaum ist der Rettungsfonds ESM in Kraft, da stehen auch schon die ersten Hilfsanträge an. ...Die Euro-Länder planen, alle Anträge von Euro-Staaten auf finanzielle Hilfen zu einem großen Paket zu bündeln. "Aus praktischen Erwägungen heraus ist es sinnvoll, über alle Anträge zusammen zu entscheiden", sagte der zyprische Finanzminister und EU-Ratspräsident Vassos Shiarly der "Süddeutschen Zeitung". ..Das große Rettungspaket könnte EU-Diplomaten zufolge Hilfen für Spanien, Zypern, Slowenien und Griechenland umfassen. Die endgültige Entscheidung über den Termin liege jedoch in Berlin, sagte Shiarly....“. Keine Frage, da „wird Sie geholfen werden“.

Nicht das man das Geld dafür verschwenden würde dort den Menschen das Überleben zu sichern oder gar Arbeitsplätze zu schaffen, es muss reichen dass man es ihnen abnimmt um damit die Investmentgrößen dieser Welt vor elender Renditenarmut zu schützen.Wobei die neuen Pakete nur die jeweils alten Renditen berappen können um im Nachhinein dann erneut nach dann noch höheren Renditen für das damit erhöhte Kapital zu schreien. Ein Rattenschwanz den kein noch so großer Rettungsfonds jemals abhacken könnte.

Aber Hilfe naht ja von anderer Seite. Seit einer Woche liefert sich die Türkei mit Syrien Scharmützel, die sich ohne weiteres zu einem deftigen Nahostkrieg ausweiten könnten: „Die Nato ist notfalls bereit, der Türkei militärisch gegen Syrien beizustehen. Bündnis-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verschärfte am Dienstag den Ton gegenüber dem syrischen Regime und forderte mehr internationalen Druck auf die Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Zugleich bekräftigte er am Rande eines Treffens der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel, die Nato sei bereit, notfalls ihr Mitglied Türkei gegen syrische Angriffe zu schützen. «Selbstverständlich haben wir angesichts der Lage an unserer südöstlichen Grenze die nötigen Schritte ergriffen, um sicherzustellen, dass wir alle Pläne für den Schutz und die Verteidigung der Türkei vorliegen haben», sagte Rasmussen. «Natürlich kann die Türkei auf die Solidarität des Bündnisses vertrauen.»….Ban [UN] sagte, Drittstaaten sollten keine weiteren Waffen mehr an die Konfliktparteien liefern. Nach Informationen der BBC benutzen die syrischen Rebellen inzwischen auch Waffen aus den Beständen der Armee von Saudi-Arabien. Der britische Sender berichtete, die Kämpfer hätten einem BBC-Team verboten, in der Stadt Aleppo drei Kisten zu filmen, die von einem Waffenhersteller stammten und an die saudische Armee adressiert waren. Wichtigster Waffenlieferant des Regimes ist Russland.“

Und Syrien ist nur das eine Ende der Fahnenstange: „Israels Ministerpräsident Netanjahu will rasch Neuwahlen, nicht erst im Herbst 2013. Das nächste Jahr gilt als entscheidend im Streit mit Iran. Das könnte Netanjahu ausnutzen wollen. ..Das Land stehe vor großen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen, ein langer Wahlkampf könne dem Land da nur schaden, sagte Netanjahu. Möglicherweise könnte nun schon Ende Januar, spätestens aber im Februar gewählt werden. ..Es falle in einem Wahljahr eben besonders schwer, die nationalen Interessen über parteipolitische Interessen zu stellen, sagte auch Netanjahu fast verständnisvoll auf der Pressekonferenz. Besonders die orthodoxen Parteien waren in ihrer Opposition zu drastischen Sparmaßnahmen am Sozialsystem vollkommen unnachgiebig. ...Die sozialen Unruhen des vergangenen Jahres haben der alten Dame [Arbeitspartei] der zionistischen Bewegung zwar zu neuer ideologischer Frische verholfen. Parteichefin Jechimowitsch versucht nun das Augenmerk auf die von Netanjahu angekündigten Einschnitte im Sozialsystem zu lenken: Er werde nach der Wahl einen Haushaltsplan verabschieden, der negative Auswirkungen auf die Lebensumstände fast aller Israelis haben werde - "nur nicht auf die Reichen"

"Diese Wahlen werden entscheiden, ob wir das brutale Wirtschaftssystem des Dschungels oder soziale Gerechtigkeit bekommen werden", begann sie auf ihrer Facebook-Seite sogleich den Wahlkampf....Nach heutigen Umfrageergebnissen könnte die regierende Rechtspartei 30 der 120 Knesset-Sitze auf sich vereinen. Im Gegensatz zur Arbeitspartei ...wird Netanjahu auch die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm in den Mittelpunkt stellen. Gerade hat er vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen angekündigt, im Frühjahr 2013 werde man eine Entscheidung über das weitere Vorgehen gegen den Iran treffen müssen. Sollte es Zufall sein, dass kurz davor in Israel gewählt wird? So ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich an der Koalitionszusammenstellung nach den Wahlen nicht viel ändern wird. Netanjahu wird durch seinen Wahlsieg gestärkt sein...“. Russland und China werden in einem kommenden Nahostkrieg unmöglich neutral bleiben können. Wer den Nabel der Welt besetzt, nur der kann sich Weltmacht nennen.Und von den sozialen und demokratischen Defiziten in diesen Ländern, die es zu verschleiern und von denen es abzulenken gilt, wollen wir hier vornehm schweigen.

Der Schritt zum ausgewachsenen Weltkrieg ist dann nur noch ein klitzekleiner: 28. Juni 1914 , Sarajevo, Bosnien. Die Kugeln eines serbischen Attentäters töten Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich und seine Gemahlin. Der fällige Gegenschlag der K.u.K-Armee gegen Serbien löst den Bündnisfall aus. Österreich-Ungarn und Deutschland „muss“ vier Wochen später den Weltkrieg gegen die Unterstützer Serbiens, Russland und Frankreich eröffnen. 3. Oktober 2012, eine syrische Granate zerfetzt eine Türkin und ihre vier Kinder, die Türkei schlägt zurück.....sind wir schon so nahe dran? 

 ?6. November 2012, der amerikanische Multimillionär und Investor Romney gewinnt denkbar knapp die US-Wahl. Mehr als Obama konnte er die Mehrheit überzeugen, das er in kürzester Zeit Millionen neuer Arbeitsplätze schaffen könnte. 1. Dezember 2012: Der in die Enge gedrängte Assad sieht seine letzte Hoffnung in einer Internationalisierung des Syrischen Bürgerkriegs, da er nur dann auf unmittelbare Unterstützung durch Russland und China hoffen darf. Syrische Verbände zerstören auf türkischem Gebiet eine Artilleriestellung. Die NATO erklärt den Bündnisfall und stationiert erste Hilfstruppen auf türkischem Gebiet. Russland und China protestieren aufs heftigste und verstärken vorerst aber lediglich ihre Waffenlieferungen. In Europas Süden führen der harte Winter und Todesfälle unter den Arbeitslosen und der ihrer Häuser beraubten Menschen zu erheblichen Unruhen, die nur durch Militärgewalt im Zaume gehalten werden können. Zunehmende Steuerlast und kollabierende Sozialsysteme auf der einen Seite und spiegelbildlich explodierender Reichtum der oberen 1% der Gesellschaft führen in allen westlichen Staaten zu angespannter Krisendynamik. Februar 2012, Netanjahu ist wieder gewählt und hat endlich freie Hand, und in den USA setzt der frisch inthronisierte Präsident Mitt Romney alles auf die Arbeitsplatz-Karte „Kriegskonjunktur“. Anders bekäme er sonst auch nicht die fällige erneute Ausweitung der Staatsschuldengrenze über die 16 tr. Dollar Marke durch Senat und Kongress. Der Krieg gegen den Iran beginnt endlich mit einem Luftschlag Israels, wobei etliche Maschinen verloren gehen. Russland und China reagieren darauf mit ersten „Truppenberatern“ in Syrien, Kontingente der iranische Armee rücken im Norden Richtung Syrien vor, im Süden stehen sich Saudische und iranische Verbände gegenüber. US und EU Truppen landen in Israel an. China nutzt die US-Ablenkung zudem die mit Japan strittigen Inseln im Pacific zu besetzen......08/15?

Nun ja, so oder so ähnlich wird es kommen, es trennen uns nur Monate, und falls wieder erwarten alle die Füße still halten, bestenfalls wenige Jahre von so einem ähnlichen Szenario. Und das es wirklich so kommt, früher oder später, dafür werden unsere Finanzgenies in Berlin und Washington, nicht alleine, aber bestimmend, schon sorgen.

Kommentare:

  1. Sehr geehrter Herr Genreith,
    einmal mehr treiben mir Ihre, m.E. zutreffenden Analysen des Weltgeschehens das Wasser in die Augen.
    Aber wie schrieb der Kenner des 2o. und folgender Jahrhunderte, dessen Name mir leider entfallen ist, "die ihr hier eintretet lasst alle Hoffnung fahren".
    Mit freundlichen Grüssen

    p.s.
    Wie finden Sie die Zeit diesen Blog zu führen, eigentlich sollten sie mit dem halten hochbezahlter Vorträge komplett ausgelastet sein?
    Oder sollten hoch dotierte Vorträge nur an ehemalige Minister und an potentielle Kanzlerkandidaten vergeben werden?

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  2. Vielen Dank für den Beitrag,

    naja hochbezahlt wäre schön. Ich muss mich i.d.R. noch mit Kleingeld zufrieden geben.

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