Dienstag, 23. Juli 2013

World War D - oder die Außerirdischen von Detroit

Haben Sie den aktuellen Science-Fiction Film „World War Z“ gesehen? Also Z für Zombies. Ja, der mit Brad Pitt, der die Welt wieder selbstlos unter Mitwirkung der tollkühnen US-Marines vor den Zombies rettet.

Nicht alles was wie SciFi aussieht ist auch Science-Fiction; Zitat Wikipedia : “Science-Fiction ist ein Genre das den Einzelnen, die Gesellschaft oder die Umwelt in zeitlich, räumlich oder historisch oft radikal alternativen Konstellationen betrachtet. Science-Fiction entwirft Konstellationen des Möglichen, beschreibt deren Auswirkungen auf die Gesellschaft und den Menschen. Sie reichert reale wissenschaftliche und technische Möglichkeiten mit fiktionalen Spekulationen an. Der Ursprung der Science-Fiction fällt zusammen mit dem Ursprung der durch die technologische Nutzung konstituierten Moderne und deren spezifischen Wissenschaftsglauben. In der Wissenschaft und der Technik wurde (und wird) das Heil der Menschen gesehen. Parallel zum Wissenschaftsglauben entsteht im 19. Jh. auch die Wissenschafts- und Technikangst. Diese Ambivalenz prägt die Science-Fiction, die sich der Beschreibung der Auswirkungen der Technik auf den Menschen und der utopisch-futurologischen Extrapolation ihrer Auswirkungen besonders verschrieben hat. Der Begriff der Science-Fiction ist nicht über den Handlungsort definiert: Das heißt, dass eine Geschichte nicht unbedingt in die Gattung Science-Fiction gehört, nur weil sie in der Zukunft oder im Weltall spielt. Das beste Beispiel hierfür ist wohl Star Wars, ein klassisches Märchen an einem Schauplatz, den viele Menschen mit Science-Fiction verbinden würden. Dem entgegen kann Science-Fiction zumindest im Ansatz darüber definiert werden, ein Bild unserer Möglichkeiten zu zeigen und so die Konsequenzen unseres Handelns klar zu machen. Damit hat „klassische“ Science-Fiction einen eindeutigen aufklärenden Anspruch.“


Die US-Vermögen=Volkswirtschaftl. Schulden (Assets) übersteigen das US BIP (GDP)  um das rund vierfache.
Quelle: FED, USA, Wikipedia
Science Fiction Filme kann man an zweierlei grobe Übergruppen anlehnen: Utopien und Dystopien. Bei den Utopien werden typischerweise Technik- und Kulturtrends in die Zukunft (positiv) extrapoliert, in Dystopien dagegen wird kritisch hinterfragt ob so etwas überhaupt aufgehen kann. Sie vergegenwärtigt uns daher eine zukünftige Welt, in der die gegenwärtigen als positiv wahrgenommenen wissenschaftlichen und kulturellen Trends eher ins negative gebrochen sind. Eine andere Besonderheit ist in den Hollywood Science Fiction der letzten Jahre, dass es immer irgendwelche Faktoren von außen sind, die die USA letztlich in die Knie zwingen: Seuchen, Naturkatastrophen oder eben echte Ausserirdische. Das man es selbst oder auch nur die eigenen Eliten sein könnten die das tollste Land der Erde am Ende niedermachen, dass scheint außerhalb der Vorstellungskraft zu liegen.

Letzte Woche ging die US-Metropole Detroit offiziell pleite.

Nicht dass es unerwartet kam, aber es kam wie es kommen musste. Zu seinen besten Zeiten hatte die Autostadt Detroit knapp 2 Millionen Einwohner, heute sind nur noch knapp 700.000 übrig. Es ist nicht die erste US-Gemeinde, aber die mit Abstand größte und bedeutendste, die in Konkurs ging. Die Zustände in der ehemaligen Vorzeigestadt sind in den letzten Jahrzehnten entsprechend dramatisch geworden. Weite Stadtgebiete sind verslumt, nur wer es sich noch leisten konnte hat das Weite gesucht und auch gefunden. Geblieben sind ein paar Reiche, die sich in die gesicherten Vororte absetzen konnten, und natürlich weitgehend die, die noch nie auf der Sonnenseite des amerikanischen Traumes standen. Und die mit den faktischen Dritte-Welt Zuständen in dieser US-Großstadt, die immer noch fast soviel Einwohner wie Köln hat, am ehesten zurecht kommen. Einwohner die von der Hand in den Mund leben, den täglichen Mord auf der Straße nebenan inklusive, und auf den fälligen Polizeieinsatz dürfen sie dann noch im Durchschnitt eine geschlagene Stunde warten. Bei einer Kriminal-Aufklärungsrate von aktuell weniger als 9% darf man sich ehedem von der Polizeiarbeit wenig versprechen. Und wer dann noch lebendig ist, darf im Krankenhaus auch nicht auf die schnelle, Kosten gedeckte oder gar vollständige Hilfe hoffen.
Einkommensverteilung in detroit: IM stadtzentrum liegen die Einkommen überall unter der Armutsgrenze. Bildquelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Detroit

Detroit, das ist die Dystopie des amerikanischen Traumes.

Nicht anders als Zypern oder Griechenland für die EU. Natürlich gilt auch, die Pleiteszenarien sind alle etwas unterschiedlich, was nun wie immer den Reflex aller Kommentatoren auslöste: – „Sonderfall, Einzelfall, das kann uns so nicht passieren“ etc. pp. Oder einfach gesagt: Man flüchtet sich allgemein aus den dystopischen Anzeichen in die immer dünner werdende positive Utopie. Auch die nächsten Pleiten, hüben wie drüben, werden medial wieder solche unvergleichbaren Sonderfälle sein.

Was Detroit aber vom typischen Hollywood-Untergangsszenario unterscheidet ist, dass es nicht Zombies oder Außerirdische sind, die den USA den Garaus machen. Und auch, dass vermutlich kein Ex-Agent und liebevoller Familienvater daher kommt, um im Verein mit der allmächtigen US-Armee und seinen alten Seal-Kumpel die Welt, ergo die USA, im quais Alleingang retten. Andererseits: Die an solch realen Desastern tatsächlich Schuldigen, die scheinen Außerirdischen gleich irgendwo unbekannt und unerreichbar im Nirwana des Weltenkreises verschollen zu sein. Dort wo niemand sie belangen kann, auch nicht die glorreiche amerikanische Armee.

Verlassene Häuser in Detroit - Bild: wikipedia
Nun abseits aller Unterschiede im Detail, jeder Pleite ist gemeinsam dass die Schulden eines Gemeinwesens nicht mehr bezahlbar sind. Ob es private oder öffentliche Schulden sind, ist dabei nur eine Randfrage. In unserem Geldsystem ist nun mal jeder Cent eines Vermögens ausschließlich durch irgendeinen Cent Schulden bei einem anderen gedeckt. Wären Schulden und Vermögen gleich verteilt, das Problem wäre nicht so schlimm. Naturgemäß nun aber möchten Private lieber Vermögen als Schulden übernehmen. Da es immer aber auch einen Schuldner of last resort benötigt, übernimmt letzteren Part dann auch in aller Regel der Staat. Und damit automatisch seine arbeitenden Bürger die dazu verdammt und noch in der Lage sind ein paar Steuern mehr dafür zu berappen.

Genau an letzterem scheiterte nun Detroit: Die Steuerlast für den US-Normalo hatte zuletzt auch die letzte gesetzlich noch mögliche Grenze gerissen und da war nichts mehr zu holen. Als nächstes versuchte man dass, was man zuletzt auch in der BRD so elegant durch gezogen hatte: Die Renten und Pensionen zu kürzen. Und da liegt ein Unterschied im Detail vor: Während in der BRD vorwiegend das Umlageverfahren angewendet wird, ist in den USA das Kapitalansparverfahren das Mittel für sämtliche Altersversorgungen. Privat, wie öffentlich. Und nun wollte man also erstmal wieder (wie in Zypern zeitweise auch versucht) die Pensionfonds der öffentlichen Hand angreifen, um daraus die offenen Zinsrechnungen zu begleichen. Aber, die Pensions-Fondsmanager sagten das, was sich in Deutschland im gleich gelagerten Fall niemand traute: Nein!.

Damit war die „Rettung“ Detroits auf Kosten der Rentner vom Tisch, und Detroit musste Konkurs anmelden. Die Kürzungsvorschläge waren übrigens in der gleichen Größenordnung wie bei den Renten in der BRD, als man das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre erhöhte, nämlich so um die 20 bis 25% effektiv. Nur mit dem Unterschied dass man das bei kapitalgedeckten Fonds gleich mitbekommt, und beim Trick mit dem Renteneintrittsalter nur, wenn man etwas weitergehender betriebswirtschaftlicher Rechnungen fähig ist.

Das allgemeine Problem ist: Renten und Pensionen, egal ob Umlage- oder Kapital- finanziert, müssen immer aus aktuellem(!) BIP befriedigt werden!

Denn Kapital lässt sich zwar ansparen und verzinsen, das BIP aber nicht. Das verfällt regelmäßig und schnell, und wenn die in den letzten Jahrzehnten massiv angehäuften Altersbezüge fällig werden, dann ist von realen Werten eben nicht mehr genug da. Der dumme Fehlschluss bei der Kapital gedeckten Rente, auf deren totes Pferd man in der BRD mit der Riesterrente zuletzt noch schnell aufgesprungen ist, ist, dass mit der Kapitalvermehrung, insbesondere im Bankeneigengeschäft, zwar Kapital, aber eben keine Werte geschaffen werden. Geld ist kein eigener Wert, sondern nur Farbe und Papier im besten Falle. Geld ist eine reine Informationsstruktur die besagt, wem wieviel vom Kuchen des jeweils aktuellen BIP zusteht. Und wenn auf Grund der exponentiell zunehmenden Ungleichverteilung der Löwenanteil dieser Gutscheine am Ende in nur noch wenigen Händen liegt, dann ist die werktätige Bevölkerung nur noch der Lieferant für die steigenden fälligen Renditen, Steuern und Abgaben.

Die amerikanische Apokalypse

Und das Rentenproblem ist für die USA noch gravierender als für die BRD. Denn Detroit ist ja nur der Anfang. Die kompletten Altersbezüge, vom Unternehmer über den Arbeiter und Angestellten, den öffentlichen Diensten und Beamten vom kleinen Feuerwehrmann bis zum Präsidenten, von Creti und Pleti bis zur High-Society, alles liegt in diversen Papieren der Finanzindustrie. Und zwar vorwiegend in den höher verzinslichen Risikopapieren bis hin zu reinen Spekulationsprodukten versenkt. Der Imperativ der westlichen Politik erhält damit eine nun viel tiefere Bedeutung:

„The key message from the meeting: come hell or high water, it is imperative to preserve the functioning of the banking system.“

Denn wenn das Weltfinanzsystem crashed, dann wird ein amerikanischer Präsident vor einem sehr folgenreichen Offenbarungseid stehen, der da lautet: „My fellow Americans! I'm sorry to have to tell you that all of your ever promised pensions are gone. The strength of our country but is to make up for this little mishap with our pioneering spirit again. I am sure that we will all find a common solution. God be with you. I rather not. I'm off.“

Welche Lösung ein bis an die Zähne bewaffnetes Volk, mit unbezahlten Polizisten, Militärs und Feuerwehrleuten an der Seite, und immer noch viel Pioniergeist, sich dann ausdenkt, darüber lohnt es sich jedenfalls schon mal Gedanken zu machen. Ein jeder Staat kann sich nur solange halten, wie er seinen Sicherheitsapparat im Griff hat und ausreichend bezahlen kann. Wenn erst mal die Gehälter und Pensionen der Polizei und anderer bewaffneter Kräfte ausbleibt, dann kann man in Ländern wie Ägypten sehen was passiert: Wechseln Polizei und Militär die Seite, dann ist die Revolution endgültig im Lande.

World War D – D wie Detroit oder Dollar....

Tatsächlich ist das Problem nämlich von gigantischem Ausmaß, wie u.a. eine wissenschaftliche Arbeit von Prof. Janine R. Wedel, School of Public Policy, USA, in einer Arbeit über die Vernetzung der amerikanischen Finanzeliten sehr schön illustriert. Denn die Pensionsfonds machen einen ganz erheblichen Anteil der volkswirtschaftlichen Verschuldung der USA aus.

Nicht nur da, auch weltweit sind sie die größten Investoren überhaupt. Und wo soviel Geld offen rumliegt, da werden klamme Staaten, aber auch Firmen und sonstige Abzocker, ganz schnell hellhörig. Wenn's eng wird wird man sich dort bedienen, so oder so: „Black Rock ist der mächtigste Vermögensverwalter der Welt. Nun kommt ans Licht: Über ein tückisches Gebührenmodell könnten die „Investoren“ eine ganze Generation amerikanischer Rentner übers Ohr gehauen haben. Die betroffenen Pensionsfonds scheinen sich ziemlich dämlich angestellt zu haben.“
Vernetzung der US-Pensionsfonds, Quelle: School of Public Policy, USA; Original in Vollauflösung hier klicken.
Zudem sind die Funds gegenseitig dermaßen verwoben, dass der Fall des Einen den des nächsten nach sich zieht. In der Graphik sieht man die Verknüpfung unter den Fonds, insbesondere der Fondsmanager und Aufsichtsräte, die sich gegenseitig ihre Papiere verkaufen und an der Börse hochjubeln. Und inmitten der Krake unübersehbar, natürlich gerade die Pensionfonds der großen Automobilhersteller um und um Detroit herum, so z.B. Ford oder Daimler-Chrysler. Und natürlich wie immer die Investementkraken Goldman Sachs und JP Morgan etc.

Nur ganz wenige Fonds sind personell und geschäftlich eigenständig. Was selbstverständlich auch nicht vor der kommenden Pleite schützt, sondern nur vor der unmittelbaren Kettenreaktion. Praktisch alle öffentlichen und privaten Pensionsfonds hängen im selben Spinnennetz, sind Teile des gleichen Kartenhauses. Wenn es einstürzt, dann sind die sozialen und politischen Auswirkungen gewaltig. Und es wird sicher einstürzen, denn die USA ist finanztechnisch in keinem besseren Zustand als Griechenland. Über alle Maßen verschuldet, die BIP zahlen per Hedonisierung massiv frisiert, und bis auf wenige Industrien weltweit nicht mehr konkurrenzfähig, ja regelrecht deindustrialisiert: Das US-BIP besteht zu sagenhaften 79,6% (2011) aus purem Konsum.

GDP by sectoragriculture: 1.2%, industry: 19.2%,
services: 79.6% (2011 est.)

Seit Jahren druckt man zudem unverholen im Schnitt 1000 Mrd. USD jährlich für die Staatskasse, um überhaupt noch flüssig zu bleiben. Denn das ist der wesentliche Unterschied zu Griechenland, die können nichts drucken, sondern müssen Schulden aufnehmen und bezahlen. U.a. gerade an die BRD. Die damit einen deutlichen Teil seiner eigenen Staatsschulden durch die (u.a. die Target2-Kredit-Renditen) der Südländer gegen finanziert bekommt. Das ist zwar nicht nachhaltig, aber von den 2000 Mrd.€ Staatsschulden bleiben dann nur noch effektiv weniger als 1500 zu berappen, was ein Grund für die zur Zeit noch halbwegs gute Konjunktur in Deutschland ist.

Schuldenstände im Target2-System. Quelle: Euro-Crisis-Monitor Uni Osnabrück
Die US-amerikanische Gelddruckerei funktioniert natürlich nur deswegen so reibungsfrei, weil die restliche Welt immer noch den Dollar als Weltwährung akzeptiert. Würden sie dass nicht mehr tun und hätten sie seit 1999 statt dessen in den Euro investiert, das US-Kartenhaus wäre schon jetzt am Ende. Nicht von ungefähr kommt es, das US-Ratingagenturen immer zu rechten Zeit das eine oder andere Land, Bank oder Fonds in Europa herunter raten, während der völlig verwässerte Dollar und die luftigen US-Staatsanleihen Höchtsnoten bekommen.

Auch nicht verwunderlich, wenn die USA sich genötigt sehen die EU zu verwanzen, um vorzeitig Informationen zu erhalten wie man einem Verfall der Bedeutung des Dollars am besten entgegentritt. Außerhalb der USA befinden sich nämlich ungezählte Berge von Dollars und Dollaranleihen und auf Dollar lautende Assets. Insbesondere dadurch bedingt, dass die USA weit mehr konsumieren als sie selbst produzieren, nicht zu letzt die Öl- und Gasdollars die sich jenseits der US-Grenzen angesammelt haben. Da hilft dann auch kein Fracking mehr, wenn auch nur ein wesentlicher Teil der Ölmilliarden ins Land zurück fließt, dann sprengt dass die US-Banken. Verliert der Dollar sogar seinen Weltwährungsstatus, dann ersäuft die Wallstreet komplett in buntem ungedeckten Papier.

Über einen möglichen neuen, verheerenden und spaltenden US-Bürgerkrieg zu spekulieren, dass ist im historisch nicht so weit liegendem Falle des Pensionkassenzusammenbruchs daher keineswegs weit hergeholt. Dem Kollaps der US-Pensionen werden auch die kapitalbasierten Renten der restlichen Welt ins Grab folgen. Die Pleite Detroits schlägt schon jetzt auf deutsche Bankhäuser durch, so etwa bei den deutschen Zombiebanken HRE und Commerzbank. Die Deutsche Bank hat sicher in ihrem investiven Gemischtwarenhandel ebenfalls so einiges aus Motown liegen, hüllt sich aber bislang noch in vornehmes Schweigen.

Detroit, das ist aber nur der Anfang. So wie Zypern für die EU, wo erstmals das einzig mögliche, nämlich die unmittelbare Abschreibung von Schulden=Vermögen vorgenommen wurde. Für die Detroitgläubiger wird es vermutlich auch so kommen  ("Zyprische Lösung"), wobei wir das noch abwarten müssen. Vielleicht lässt sich Obama breit schlagen die fehlenden Dollars zu drucken  bzw. oder sie den Amerikanern als Gemeinwesen auf den sowieso schon unübersehbar gewordenen Schuldenberg legt ("Griechische Lösung"). Ein Brad Pitt jedenfalls, der die Welt, oder das was noch davon übrig ist, mit einem genialen Gegenmittel rettet, der ist nicht in Sicht.


Die Pensionsfonds der Amerikaner aber, dass sind die Zombies, die lebenden Toten, die in absehbarer Zukunft die Welt endgültig aus den Angeln heben werden.

Kommentare:

  1. "Das allgemeine Problem ist: Renten und Pensionen, egal ob Umlage- oder Kapital- finanziert, müssen immer aus aktuellem(!) BIP befriedigt werden!

    Denn Kapital lässt sich zwar ansparen und verzinsen, das BIP aber nicht. Das verfällt regelmäßig und schnell, und wenn die in den letzten Jahrzehnten massiv angehäuften Altersbezüge fällig werden, dann ist von realen Werten eben nicht mehr genug da. Der dumme Fehlschluss bei der Kapital gedeckten Rente, auf deren totes Pferd man in der BRD mit der Riesterrente zuletzt noch schnell aufgesprungen ist, ist, dass mit der Kapitalvermehrung, insbesondere im Bankeneigengeschäft, zwar Kapital, aber eben keine Werte geschaffen werden. Geld ist kein eigener Wert, sondern nur Farbe und Papier im besten Falle. Geld ist eine reine Informationsstruktur die besagt, wem wieviel vom Kuchen des jeweils aktuellen BIP zusteht. Und wenn auf Grund der exponentiell zunehmenden Ungleichverteilung der Löwenanteil dieser Gutscheine am Ende in nur noch wenigen Händen liegt, dann ist die werktätige Bevölkerung nur noch der Lieferant für die steigenden fälligen Renditen, Steuern und Abgaben."

    Wie wahr, wie wahr! Nur dass diese Tatsache einfach so gut wie niemand versteht!
    Kapitaldeckung taeuscht eine "Deckung" durch Kapital vor. Das ist Selbstbetrug. Alles was die Alten "verfruehstuecken" muessen die Jungen erarbeiten, und zwar mehr oder weniger tagesaktuell. Es geht also nur um die Frage, wie die Fruechte der Jungen aufgeteilt werden.

    Reine Vernebelungstaktik, die Kapitaldeckung!

    Absolut korrekt beschrieben!

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  2. Hallo,

    ich bin diese Woche auf den amerikanischen Philosophen on "degrowth" Aktivisten Charles Eisenstein gestossen.

    Seine Darstellung darüber was Geld ist und was es mit uns macht hat mich begeistert.

    Hier einer seiner Vorträge: http://www.youtube.com/watch?v=76x4GuQCpsc

    Das entscheidende Problem der neoliberalen Ideologie ist eben nicht ihre falschen Modelle oder die fehlehafte Mathematik, sondern das was sie aus uns Menschen macht.

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  3. Klasse Artikel mal wieder !
    Da es mit Futurlogie getaggt ist, frage ich mich wie es weiter geht:

    Optionen:

    1) Die Zentralbanken drucken weiter Geld. Irgendwann kommt dadurch eine Inflation, die vielleicht den Anteil der Guthaben im Kaufwert verkleinert und so indirekt Schulden tilgt. Komischerweise hat Japan bis heute keine Hyperinflation..

    2) Wir nötigen alle zum Sparen, steigern gleichzeitig die Abgabelast. Am Ende landen wir im Kommunismus, wo keiner viel besitzt und die Lust zu Arbeiten überschaubar bleibt.. Deutschland propagiert diese Weg verbal, gehört aber tatsächlich im Handeln mehr zu 1)

    3) Wir stellen um auf zentralbankfreies Zahlen, wie Bitcoins, Tankgutscheine, Gold oder sonstige Schuldscheine. Die gesparte Kontoführunggebühr wird man dann für Security und Betrugsermittlungen ausgeben dürfen..

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