Donnerstag, 29. Januar 2009

Nigthmare: Banken Aktiva und Passiva, ein Albtraum.

Banken weisen ihre Bilanzen in Aktiva und Passiva aus. Unter Aktiva versteht man im Wesentlichen die vergebenen Kredite, und unter Passiva die dem in gleicher Höhe entgegen stehenden Einlagen, ergo Vermögen. Hinter jedem Kredit steht also ein Vermögen, und hinter jedem Vermögen eine Zinsforderung an das Bruttoinlandsprodukt. Denn dafür erhalten die Banken dieses Geld, um es zu noch mehr Geld zu machen.

Da Geld einzig durch BIP gedeckt ist, kann Gegenwert und Zins nur aus der Arbeit der Schaffenden entnommen werden. Schlimm, genug, aber hinzu kommt, das Vermögen nicht verfallen sondern stetig wachsen und auch vererbt werden. BIP dagegen verfällt recht schnell, etwa frische Lebensmittel und Dienstleistungen sofort, Elektronik ist nach drei Jahren abgeschrieben, wenige Produkte sind werthaltiger. Zudem ist das BIP inzwischen gesättigt und wächst nur noch marginal.

Dieser exponentielle Effekt der Vermögensanhäufung ist für eine junge Volkswirtschaft nicht sonderlich tragisch, denn da wächst die Volkswirtschaft rapide und schneller als diese Aktiva/Passiva. Nach einer kritischen Zeit aber ändert sich dies. Diese Zeit ist erreicht.

So wächst das BIP in den letzen Jahren nur noch zwischen 20 und 60 Mrd Euro und seit kurzem sinkt es sogar. Dagegen wuchsen die Aktiva/Passiva jahrlich um 500 bis 600 Mrd. Euro. Allein die Zinsforderung der jährlichen Aktivazunahme, bei 5 -10% die sich der Vermögensbesitzer wünscht, fressen damit jedes noch mögliche BIP-Wachstum sofort wieder auf. Damit ist just die Kapitalspirale an ihr natürliches Ende gelangt! (Das ist wie bei der alkoholischen Gärung: Sobald der Alkoholpegel im Rebensaft so hoch angestiegen ist, dass die dafür zuständigen Hefen und Bakterien sterben, kommt die Gärung zum Erliegen.)

Die Konsequenz ist: Will man die Wirtschaft wieder auf Trab bekommen, muss man die Aktiva/Passiva, genauer das Verhaltnis von Aktiva/Passiva zu BIP wieder nach unten korrigieren! Die Regierungen der USA, und weniger schlimm Deutschland, machen aber genau das Gegenteil: Denn alle Notprogramme, seien es direkte Bad Banks, Subventionen und sonstige Stützungen zielen auf den Erhalt der hinter dem Problem stehenden Vermögen!

Da diese Staaten aber eigentlich schon pleite sind, können Sie diese Massnahmen nur über gewaltige Kredite finanzieren, die genau die Ursache, die Aktiva der Banken, noch weiter aufblähen. Und das in Zeiten sinkenden BIP, was die Verschärfung des Aktiva/BIP-Verhältnis noch weiter nach oben treibt. Ganz zu schweigen von der sowie so schon astronomischen Staatsverschuldung, die bei Übernahme der Krisenkosten schnell von z.Z. 65% auf weit über 100% des BIP ansteigen wird. Das ist eine finanzpolitische Todesspirale, die in diesen ersten Wochen des Jahres 2009 in Gang gesetzt wird.

Helfen kann aber nur ein radikaler Finanzschnitt, bei dem die Aktiva/Passiva massiv gegenüber dem BIP Federn lassen müssen. Andernfalls wird eine Währungsreform in absehbarer Zeit unabdingbar.

Aber es kommt noch dicker: Zwar steht Deutschland im Vergleich der westlichen Länder noch ganz gut da, aber die finanzpolitischen Möglichkeiten sind durch EU und EURO arge Grenzen gesetzt. Ist ein solcher Finanzschnitt schon im eigenen Land kaum durchzusetzen, in der EU der vielen Stimmen völlig unwahrscheinlich. Also wird man erstmal weiter wursteln, um mit Schulden finanzierten Strohfeuern alla Abwrackprämie bis über die etlichen Wahltermine in 2009 zu kommen.

Aber das kann nicht sehr lange gut gehen. Mit Island hat das erste europäische Land pleite gemacht. Dieses Land hat mit nur 320.000 Einwohner aber keine große Bedeutung und kann durch den IWF noch leicht alimentiert werden. Das wird aber ganz anders sein, wenn das erste EU-Land bzw. EURO-Land in den Konkurs schlittert: Vom hochverschuldeten Griechenland mit 11 Mio. Einwohnern über etliche Kandidaten wie Italien bis zu Spanien mit 46 Mio. Einwohner. Wenn nur einer stolpert müssten die anderen EU-Länder, Allen voran natürlich das reiche Deutschland, die Kosten dafür stemmen! Der EURO wäre dann nicht mehr zu halten, das Ende wäre perfekt.

So wetten die Börsen seit einiger Zeit bereits auf das Ende des EURO, ablesen lässt sich das allerdings nicht am Kurs gegen den Dollar, denn der ist genauso schwindsüchtig. Wie es den Währungen geht, zeigen unabhängige Standards, etwa Dollar oder Euro gegen den noch recht unbetroffenen Schweizer Franken.

($ gegen CHF 2002-2009, € gegen CHF 2002-2009, GOLD in $ 1999-2009)
Wie man sieht ist der Dollar schon lange, der Euro seit neuem schwindsüchtig. Der Goldpreis tut sein übriges: Seit dem Ende der letzten DotCom-Blase steigt er unermüdlich, ein sicheres Zeichen dafür, dass die Börse längst erkannt hat, wohin der Zug fährt.

Lediglich über die Ankunftszeit lässt sich noch streiten.

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