Freitag, 18. Februar 2011

Dr. ghost. B. Trug: Das Ende einer Illusion

Mit dem Zählen kommt man schon nicht mehr nach, so sind heute morgen schon auf 87 Seiten plus ff. Plagiate gefunden, pro Seite im Durchschnitt gleich mehrere, die Zahl liegt jenseits der 200. Von einer Promotion zu reden, verbietet sich da von selbst, es ist ein ganz, ganz übles Machwerk. Natürlich soll man keine Vorverurteilung machen und man illusioniert sich in der Partei noch mit Aussagen wie: „Christian Schmidt (CSU) sagte im „Hamburger Abendblatt“: „Wenn die bisherigen Fußnoten nicht ausreichen, muss es eine zweite, verbesserte Auflage geben.“ “ durch. Was, angesichts der Tatsachen, schon ein ziemlich frecher Witz ist.

Denn die unglaubliche Vielzahl der offensichtlich systematischen „Fehler“ macht offensichtlich dass anzunehmen ist, dass Guttenberg die Arbeit nie selbst geschrieben hat. So blöd kann nämlich selbst der dümmste Wissenschaftler alleine nicht sein, hier waren ganz sicher Ghostwriter am Werke. Und bei der öffentlichen Begutachtung der Arbeit ist die Fahnenstange noch längst nicht erreicht, denn den fleißigen Rosinensammlern steht noch nicht mal die komplette Arbeit öffentlich als Pdf im Netz zur Verfügung, sondern liegt bislang nur denjenigen vor, die sich die Arbeit per Unibibliothek oder Kauf besorgt haben. Man kann daher getrost davon ausgehen, dass auf jeder der 475 Seiten Plagiate zu finden sind. Man sollte langsam dazu übergehen, die wenigen Seiten zu kennzeichnen, wo ausnahmsweise keine zu entdecken sind.

Falls das Ghostwritertum nachgewiesen werden kann, dann wäre es nicht nur ein plagiatus summa com klaude, sondern ein strafrechtlich relevanter Betrug. Ich bin gespannt wie es weiter geht, heute noch soll sich Guttenberg öffentlich zu den Vorwürfen äußern. Er hat nun zwei Möglichkeiten: Entweder er setzt weiter auf Vernebelung, in der Hoffnung dass der Nachweis nicht möglich ist und irgendein Kuhhandel mit der Uni Bayreuth möglich ist. Dabei riskiert er aber dass er in Kürze völlig nackig dasteht um am Ende vielleicht sogar auf der Anklagebank sitzt und alles verliert. Oder er macht die Flucht nach vorne, und gibt seinen Dr. zurück um wenigstens den Gaufall noch rechtzeitig aufzuhalten. Dann bliebe zumindest eine Chance seinen Job zu behalten und ggf. könnte er sogar noch eine neue Arbeit nachschieben, die auf geneigte Gutachter in Bayreuth trifft so dass er seinen Titel dann halbwegs ehrlich erneut zugeteilt bekäme. So oder so, die Lage ist für ihn jedenfalls hochgradig heikel.

Ghostwriting ist ein krimineller Betrug, der leider und ausgerechnet, in der juristischen Fakultät gar nicht so selten vorkommt. So war auch schon Familienministerin Kristina Schröder in die Kritik geraten und könnte nun erneut in den Focus kommen. Angesicht der immer dramatischeren Sachlage wird es nun höchste Zeit für Guttenberg, die Notbremse zu ziehen.

Warten wir also ab, ob er heute nachmittag so forsch mit seinen Entscheidungen ist, wie er kürzlich noch bei der Gorch Fock gewesen ist. Auch die war ja nicht erst seit gestern als „Gorch Fuck“ in Verruf sondern wurde schon 1968 so verballhornt. Nun was er für den Kommandanten, wenn auch wahrscheinlich nicht zu Unrecht, in Anspruch nahm, nämlich die sofortige Suspendierung, na sowas in der Art stünde ihm nun gut zu Gesicht. Andernfalls läuft er Gefahr, genau das zu verlieren. Und das Volk eine weitere Illusion.

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