Mittwoch, 21. Oktober 2015

Deutschland – Ist das Kunst oder kann das weg?

Angesicht des nicht endend wollenden Flüchtlingsstrom ist zur Zeit natürlich nichts mehr in der Diskussion ob, und wenn ja, welche Grenze man denn nun für Deutschland benötige. Die Meinungen differieren zwischen weit offenen Toren, freiem Geleit inklusive sicherer Transportwege und herzlichen Willkommensparties für Flüchtlinge aus aller Welt einerseits, bis hin zum „bombenfesten“ Dichtmachen sämtlicher Binnen- und Außengrenzen der EU sowie gezielten Abschreckungsmaßnahmen und Asylgesetzänderungen gegen den Migrantenstrom andererseits. 

Die grundsätzliche Frage dahinter liegt auf der Hand, nämlich „Braucht man überhaupt Grenzen zwischen Staaten?“. Schließlich hat man nun seit ein paar Jahren das Schengener Abkommen, dass die EU Binnengrenzen abgeschafft hatte, und bis vor Jahresfrist hat das bekanntlich ja auch prima funktioniert. Wozu also jetzt wieder alles dicht machen? 

Welche praktische Bedeutung haben eigentlich „Grenzen“? 

Nun, tatsächlich wird jedes Ding, egal ob haptischer Gegenstand oder philosophisches Konstrukt genau erst durch seine Grenzen bestimmt. Ohne Grenzen verliert es seine Existenz. Ein Luftballon definiert die Grenze zwischen hohem und niedrigen Luftdruck. Platzt er, dann gleicht sich der Druck schnell wieder aus, der Ballon aber ist dahin. Eine Kaffeetasse etwa ist durch seine Grenze vom Festkörper zum umliegenden Gas bestimmt, der Kaffee darin findet wiederum seine Grenze an der Tassenwand, andernfalls zerläuft er zu einer untrinkbaren Pfütze. Eigentlich ganz einfach. 

Aber nehmen wir mal ein etwas flüchtigeres Beispiel. Sie können sich eine Badewanne mit 35 Grad lauwarmen Wasser füllen, o.k. das reicht für ein kurzes Bad. Stattdessen können Sie aber auch in der Mitte der Wanne eine Plexiglasscheibe anbringen und rechts davon 60 Grad heißes, und links davon 10 Grad kaltes Wasser einfüllen. Der Wärmegehalt ist exakt der Gleiche, allerdings würden sie in der einen Hälfte nun erfrieren und in der anderen Hälfte sich verbrühen. Ziehen sie nun die Plexiglasscheibe aus der Wanne heraus, so stellt sich nach recht kurzer Zeit wieder lauwarmes Wasser von 35 Grad Celsius ein. Die Grenze ist natürlich fundamental wichtig, wenn man das vorherige Ungleichgewicht beibehalten möchte.
Hier mag man den bekannten Statistikerwitz einflechten, „dass es einer Person, die mit einem Fuß im heißen und mit dem anderen Fuß im kalten Wasser steht, dass es der, statistisch gesehen eigentlich gut geht“

Das Prinzip der Statistik ist nun mal, dass sie quasi Alles über die Masse, aber Nichts über das Individuum aussagt. 

Aber klar, nehmen wir das Gleichnis Wärme=Wohlstand, dann haben wir das Problem, das entweder alle auf gleich lauwarmen Wohlstand sind, oder eben die Einen sehr Reich, die Anderen sehr Arm dran sind. Die Grenze macht es, und, der Ausgleich findet nach entfernen der Grenze um so schneller statt, umso höher der Temperaturunterschied ist. Andererseits ist auch klar: Wenn links und recht gar kein Unterschied existiert, dann kann man auch auf die Grenze ganz verzichten, denn dann stellt sie nur einen störenden Ballast dar, wer will schon mit einer teilenden Plexiglasscheibe baden. 

Das Schengen-System der Nicht-Grenzen

So hat Schengen eben deswegen gut funktioniert, weil die Gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den Nachbarstaaten der EU in der Regel recht gering waren (also etwa zwischen Frankreich und Deutschland) und deswegen auch nur eine relative geringe Migration erzeugten. Auch die hat und hatte einen Effekt, und zwar in beide Richtungen, nicht nur EU Migranten nach, sondern auch Deutsche-Migranten in EU Länder kommt vor. Auch das führt zu einem kulturellen Ausgleich zwischen den Nachbarn und natürlich auch zu einer langsamen Verwischung zwischen typischen „Franzosen“ oder „Deutschen“. Ein Prozess, der wegen der geringen Gradienten, allerdings extrem langsam voranschreitet und noch im entferntesten nicht abgeschlossen ist, eigentlich sogar kaum merklich vorangeschritten ist. 

Was kann schon schief gehen? Merkelkarikatur - Quelle: Twitter

Völlig anders sieht dies natürlich bei der jetzigen Migrationswelle aus Nah- und Mittelost und aus Afrika aus. Der Kontrast, und damit der Druck und die Geschwindigkeit des Ausgleichs, könnte gar nicht größer sein. Auf der einen Länder die mit solchen Dingen wie Krieg, Bürgerkrieg, wirtschaftlicher Ausbeutung und resultierender Armut, Pseudodemokratien und Diktatur, Korruption und willkürlichen Rechtssytemen, mangelndem Bildungssystem und resultierendem Religionswahnsinn, und weitgehend fehlenden Sozial- und Gesundheitssystemen geschlagen sind; Und auf der anderen Seite des Bades die von allen großen Industrieländern zur Zeit noch am besten funktionierende Wirtschafts- und Soziale Weltmacht Deutschland, das als einzige vergleichbare Macht zudem noch eine ziemlich unverblümte Einladung an alle Schutzsuchenden aussprach und bislang jede ernst zunehmende Bereitschaft vermissen lässt, seine Grenzen wirklich effektiv dicht zu machen. Alleine schon das Wissen um die freie Gesundheitsvorsorge für Alle, eine Errungenschaft die wir als selbstverständlich annehmen, die aber weltweit in dieser Konsequenz und Größe einmalig ist, reicht für Millionen bereits als Migrationsgrund. 

Alles in Allem ist die Sogwirkung daher gigantisch, so gigantisch wie die Bevölkerungsmassen die sich betroffen fühlen (rund 2 Milliarden von Pakistan über den Nahen Osten bis hin zum afrikanischen Äquator und sogar noch südlich davon), und von denen bereits 2014 gut 60 Millionen auf den Füßen waren. Tendenz rasant steigend, nicht alleine wegen aber insbesondere, da von der großzügigen Einladung ins vermeintliche Wunderland Deutschland in 2014 noch gar keine Rede war.

Transit Balkan

Die Balkanländer haben nun bereits weitgehend ihre Grenzen mit Zäunen bebaut, z.Z. ist der letzte offene Weg via Kroatien-Slowenien-Österreich nach BRD gegeben. Und die vorgenannten Länder lassen sich tatsächlich nicht die Deutsche Einladung als Gelegenheit entgehen, den Wünschen der Migranten mit einer schnellen Weiterbeförderung nach Deutschland nachzukommen. Natürlich, weder mit EU- noch Bundesdeutschem Asylgesetzen ist das vereinbar, aber es schert ja offensichtlich niemanden, und auch eine Rücküberstellung der Migranten ohne Asylgrund scheidet zur Zeit alleine schon aus schieren Kapazitätsgründen der deutschen Behörden aus. Und, auch das ist im Internetzeitalter längst von Pakistan bis zum Afrikanischen Äquator längst bekannt, das deutsche Recht sieht auch einen großzügigen Familiennachzug vor. Die Folge: Junge kräftige Männer, die die Reise am ehesten überleben können, werden vorgeschickt, da für mehr kein Schleusergeld da ist, um dann die Familie bequem und offiziell per Flugzeug nach holen zu können.
Die Kardinalfrage ist nun, kann und will Deutschland das aushalten? Kann oder will andernfalls Deutschland seine Grenze, genauso wie es faktisch nahezu alle anderen Staaten weltweit tun, schützen? 

Über statistische Zahlen müssen wir dann jedenfalls reden, denn das können und wollen hängt extrem an den tatsächlichen Zuwanderungszahlen und den dafür verfügbaren, bzw. noch frei zu machenden, Ressourcen in Deutschland. Grenzen, kann oder will man die schützen, und wenn ja, wie?

Auch diejenigen Politiker, die die Notwendigkeit eines effektiven Grenzschutzes eingesehen haben, sind sich dabei jedoch ausgesprochen uneins, was die technischen Bedingungen und Möglichkeiten eines Grenzschutzes angeht. Das der Grenzschutz durch patrouillierende Zöllner und Polizei nicht mehr stattfindet ist allen klar, denn wer am Grenzpunkt X aufgehalten wird, der geht wenn nötig, halt ein paar Kilometer links oder rechts davon über die grüne Grenze. Da eine Rücküberstellung im Aufgriffsfalle nicht stattfindet, ist das auch völlig problemlos. Denn Deutschland kann und will um Moment dies nicht tun, einerseits weil dafür das Personal fehlt, andererseits weil die öffentliche Meinung die damit verbundene Gewalt nicht aushält, und weil auch kein Nachbarland, ja noch nicht mal die Herkunftsländer, bereit wären die Massen an notwendigen Rückführungen auf zu nehmen. Im Gegenteil reicht jedes betroffene Land „seine“ Flüchtlinge dankend weiter an die BRD, die ja nun als einziges Land die bereitwillige Aufnahme erklärt hat und zudem ja Alle auch genau dahin wollen. Bon.

Die Frage ist also. „Kann ein Zaun Flüchtlingsströme wirksam aufhalten?“

Die Antwort darauf erscheint auch dem Naivsten erst mal klar zu sein – Nein! Denn ein Zaun, selbst wenn er drei Meter hoch und mit S-Draht gesichert ist, wenn Zehntausend Männer davor stehen dann ist das Ding ganz schnell geplättet und der Weg wieder frei. Da muss man sich tatsächlich schon mehr einfallen lassen. Was das „Mehr“ allerdings faktisch bedeutet, dass ist politisch nicht opportun und wird insbesondere von „überzeugten Europäern“ gescheut wie das Weihwasser vom Teufel.

Wie eine solche geschützte Grenze aussieht, die in der Lage ist auch längere Zeit dem Druck von Millionen auszuhalten, dazu muss man einfach mal nach Israel schauen. Israel hat mit rund 8 Millionen Einwohnern etwa nur ein Zehntel der Bevölkerung von Deutschland, steht aber an allen Landesgrenzen nicht nur dem Druck militanter Gruppen, sondern auch den Armutsflüchtlingen gegenüber, die liebend gerne im westlich strukturierten Wohlstandsland Israel arbeiten und wohnen möchten. Aus gutem Grunde möchte Israel diese „Chance“ aber nicht wahrnehmen, schon zehnmal kleiner Ströme von Asylsuchenden würde Israels Wirtschaft und sozialen Zusammenhang unwiederbringlich zerstören.


Die Grenze Israel-Ägypten auf dem Sinai - Doppelter Zaun und "Todestreifen"


Israel: Der süd-westliche Druck


Das exakt gleiche Problem, vor dem sich nun langsam die EU, und besonders die BRD, gestellt sieht, wurde bereits vor 10 Jahren nämlich für Israel zunehmend virulent: Die Afrikanischen Wirtschafts- und Kriegsflüchtlinge wollten über den Sinai Richtung Israel, und natürlich falls da keine Aufnahme möglich wäre, weiter Richtung Norden:

„The Israel–Egypt barrier (Project name: Hourglass) refers to a border barrier built by Israel along sections of its border with Egypt. The barrier was originally planned in response to high levels of illegal migrants who successfully entered Israel across the border, mainly smuggled by Bedouin traffickers, from Eritrea and Sudan. Tens of thousands of people try to cross from Egypt's Sinai peninsula into Israel every year, predominantly economic migrants. During Hosni Mubarak's regime, Egyptian border guards sometimes shot African migrants trying to enter Israel illegally. Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu stated that the barrier is meant to "secure Israel's Jewish and democratic character."...“ 

 Nun, irgendwelche Ähnlichkeiten erkennbar? Zweifelsohne, aber natürlich war nicht nur der Armutsdruck für Israel potentiell tödlich, sondern auch der arabisch-islamische Terrorismus:

„However, following increased insurgent movement across the southern border in 2011, Israel upgraded the steel barrier project to include cameras, radar and motion detectors. The 2011 Egyptian revolution, the demise of Mubarak's regime, increased lawlessness in the Sinai as well as the 2011 southern Israel cross-border attacks led to the project's upgrading with surveillance equipment and its timetable for completion being expedited.“ 


Das ganze war ein Riesenprojekt für Israel, dessen beabsichtigter Erfolg sich aber auch bald einstellte:

„In January 2013, construction of the barrier was completed in its main section. The final section of the fence was completed in December 2013. The 245 mile fence took three years to construct, at an estimated cost of NIS 1.6 Billion, making it one of the largest projects in Israel's history...While 9,570 citizens of various African countries entered Israel illegally in the first half of 2012, only 34 did the same in the first six months of 2013, after construction of the main section of the barrier was completed. The fence has two layers of fencing, one with barbed wire. The structure includes the installation of advanced surveillance equipment. Eventually the whole border will be sealed. The project was set to cost 1.6bn shekels.“ 

Sinai Grenze - Landweg nach Europa


Die israelische Erfahrung und Perfektion mit Grenzsicherungen hat auch weitere Staaten mit ähnlichen Problemen ins Boot geholt:

„A number of countries have sent delegations to Israel to study border security and the various technologies used by the IDF to secure Israel's borders, including the Israel–Egypt border. For example, a delegation from India arrived in August 2012 to study these technologies that are used to secure the borders with the Gaza Strip, the West Bank, and Egypt, which may be implemented as part of India’s own fence with Pakistan and Bangladesh. The interest in Israeli border security increased since the construction of the fence along the Israel–Egypt border. The United States, which is building a barrier along its border with Mexico, is also following Israel’s decisions on border security closely.“. Eine Deutsche Delegation hat man dort noch nicht gesehen, aber was nicht war, kann ja noch werden.


Nun der Erfolg war und ist gegeben: Israel wird nun nicht mehr mit Flüchtlingen aus Afrika und islamistischen Terroristen geflutet. Aber hält das die Afrikaner die den teils unsäglichen Zuständen in ihren Ländern entfliehen möchten auf? Tatsächlich ist seit 2013/14 der Landweg nach Norden und Europa versperrt. Die Folge ist das was wir seitdem in weit verstärktem Maße erleben – die Flucht per Boot über das Mittelmeer an die Inseln und Südküsten der EU.


Umwege

Ähnlich wie beim Fall Ungarn, dass sich erfolgreich umzäunt hat, geht der Flüchtlingsstrom den nächsten noch machbaren Weg, der typischerweise natürlich immer weiter und gefährlicher ist, um zum Ziel zu gelangen. Im Fall Ungarn also zunächst via Serbien, Kroatien, Slowenien, und falls dort die Grenzen geschlossen werden sollten, dann wird man über Bulgarien, Rumänien, Tschechien den Umweg versuchen. Der ist Kilometer mäßig von der Türkisch/Griechischen Grenze bei Erdine sogar kürzer. Das er bislang so verschmäht wird hat nur einen wirklichen Grund: Bulgaren und Rumänen gelten beim Grenzschutz und dem Gebrauch von Schusswaffen als nicht gerade zimperlich.

Das grundsätzliche Dilemma ist jedenfalls: Solange nicht wirklich alle Grenzen gesichert sind, wird auch noch das letzte Schlupfloch gesucht und gefunden. Und schlimmer noch: Grenzanlagen, an denen keine Schießbefehl herrscht, haben natürlich auf Dauer auch keine Wirkung gegen größere Völkerwanderungen – denn wer sich darauf verlassen kann, dass die Grenzschützer keine respektable Gewalt einsetzen, kann jeden Zaun mit vereinten Kräften einreißen und sich dahinter Platz verschaffen. Genau das ist das eigentliche Geheimnis des erfolgreichen Israelischen (und anderswo genauso) Grenzschutzes: Wer versucht den Zaun illegal zu queren, riskiert ohne großes Federlesen erschossen zu werden. Dementsprechend haben wir das Problem nun an den Küsten Libyens: Dort droht keine Armee, sondern „nur“ das Wasser des Mittelmeeres und baufällige Kähne für die man überteuerter Überfahrttickets bei skrupellosen Schlepper berappen muss.

Diese Situation ist verantwortlich für den noch relativ geringen Anteil der in Deutschland eintreffenden Afrikaflüchtlinge in der Millionenbilanz des Jahres 2015. Der Löwenanteil sind nun die Flüchtlinge aller Staaten des Nahen- und Mittleren Ostens, von Syrien über Afghanistan bis nach Pakistan, und auch den eigentlichen Balkanstaaten wie Albanien, die sich der allgemeinen Fluchtbewegung, nicht zu Letzt aufgrund Merkel's Einladung, einfach angeschlossen haben.

Die EU (blau) und Türkei (hellblau) - Schlüsselland in der aktuellen Krise


Türkei, und der nord-östliche Druck 

Das wesentliche Pufferland für den nord-östlichen und aktuell stärksten Anteil ist nun die Türkei. Kein Wunder wenn Merkel nun dorthin reiste um Schönwetter zu machen. Die Grenzen der Türkei sind nun bei weitem nicht so gut gesichert wie die Israelischen: Zwar tun sich türkische Grenzschützer auch keinen besonderen Zwang beim Schusswaffengebrauch an, aber die Grenze ist wesentlich länger und auch nur durch vergleichsweise schwache Befestigungen gesichert, meist kaum mehr als ein einfacher Bauzaun.

So haben sich seit 2014 hier auch Millionen von Syrern eingefunden, die mehr oder weniger gut „integriert“ wurden, was aufgrund der ähnlichen sozial-religösen Struktur auch einfacher fällt. Nicht desto trotz sind die Problem natürlich gewaltig. Das man die Flüchtlinge gerne weiter reichen möchte liegt daher nicht fern, und das bislang geringe Gegensteuern wenn illegale Boote von der Türkei zu den nahe liegenden griechischen Inseln aufbrechen, spricht Bände. Es wird kaum verhindert, statt dessen mischen Türkische Schlepper und korrupte Lokalbehörden mächtig mit im Geschäft. Politisch sieht man die benachbarten Inseln sowieso als von Griechenland zu Unrecht beansprucht, und da kommt der Flüchtling als „Waffe“ gegen den ungeliebten Nachbarn auch nicht so ungelegen.

Das die Nahostflüchtlinge via Türkei wandern müssen, liegt geographisch klar auf der Hand. Warum aber laufen auch die meisten Mittelost Flüchtlinge, so z.B. Pakistani und Afghanen, regelmäßig auch über die Türkei? Kürzer, auf dem reinen Landweg, und scheinbar ungefährlicher wäre es ja schließlich durch die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion. Der Grund auch hier: Russland und die SU Nachfolgestaaten pflegen ihre Grenzen nämlich rigoros zu verteidigen, den Versuch über Putin's Einflusssphäre zu fliehen, wagen da bislang nur Wenige. Vorläufig sicherer ist da der Weg via Türkei-Griechenland-Balkan.
Die Rolle Russlands

Aber es wurden auch schon Fluchtwege quer durch Russland und dann via Hohem Norden und Skandinavien festgestellt, und es ist wenig visionär zu mutmaßen, dass wenn die Türkei die Grenzen ernsthaft dicht machen würde, Putin's Reich den schwarzen Peter weiter gereicht bekäme. Das Putin nun einen guten Teil seiner Armeen von den Brennpunkten Ukraine/Baltikum/Kaukasus Richtung Syrien beordert hat, hängt auch damit zusammen. Seine, zwar geheime aber durchaus erkennbare, Strategie geht über den taktisch vordergründigen Grund der Zerschlagung des Kalifats weit hinaus: Einerseits möchte er natürlich das Einsickern islamistischer Kämpfer via Kaukasus nach Russland eindämmen, andererseits weiß er aber auch ganz genau die Gunst der Stunde und die erkennbare Schwäche des Westens zu nutzen.

An der Niederringung des Gasmannes Assad und seines mörderischen Regimes ist im nichts gelegen, denn damit würde er lediglich den Status Quo einer westlichen Vorherrschaft über den Ölreichen Nahen Osten protegieren, ein Schuss ins Knie aus seiner Perspektive ohne Zweifel. Nein, tatsächlich steht der Nahe Osten erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges wieder zur Disposition – da der Westen hier seine angestammten Pfründe nämlich nicht mehr effektiv verteidigen kann. Das hat inzwischen fundamental finanzielle, militärische und auch soziale Gründe: Der Weltmacht USA fehlt es inzwischen schon allein an den finanziellen Ressourcen die Aufgabe zu stemmen, denn man hat ja auch sonst wo in der Welt seine Kleinkriege (Afghanistan, Afrika, Pazifik, Lateinamerika) zu unterhalten, für einen echten Kraftakt in Nahost ist da eigentlich nicht mehr genug übrig, ohne anderswo die Fahne einzurollen.

Drückender ist dazu noch die soziale Komponente, die der gelernte Geheimdienstler Putin wie kein Anderer weidlich auszunutzen versteht: Der jahrzehntelange demokratisch mediale Diskurs im Westen, der in der ehemaligen SU gar nicht stattfand und bis heute nicht annähernd vergleichbar wirksam ist, hat den Westen quasi Wehr unfähig gemacht. Während im Westen jede noch so gerechtfertigt erscheinende Militäraktion erst nach monatelangem nervenzehrendem Diskurs, und dann auch meist mit angezogener Handbremse, Durchsetzungsfähig fähig ist, kann Putin sowas im Handumdrehen veranlassen. Und bekommt dafür sogar noch Zuspruch nicht nur aus dem eigenen Volk, sondern sogar noch aus dem demokratischen Diskurs-Westen, der nicht zu vergessen, selbst beim Anblick hunderter von Assad vergaster Kinder noch tausend Gründe gegen ein (damals noch rechtzeitiges) Eingreifen fand und erfand.

Unterstützt selbst verständlich durch mediale Medienkampagnen, die Putin längst nicht mehr nur im eigenen Land vertreiben lässt: Seine Kanäle wie u.a. RT und Sputnik sind längst effektive Speerspitzen geworden, die einen formidablen Stand gegen die angebliche „Lügenpresse“ des Westens hat. Putin lässt sich diese Propaganda-Speerspitzen jährlich gewaltige Summen kosten, zu Recht, denn sie erweisen sich beim von den Mainstream Medien desillusionierten Westerner des linken wie rechten Spektrums als weit effektiver als jede moderne Waffe aus Stahl und TNT.

Ähnlich wie nach den Gasmorden Assads geht diese Strategie auch heute wieder auf: Der deutsche Denker wähnt sich als „Putinversteher“ und alles was von Putin kommt „muss“ ja wahr sein, „weil“ die eigenen Politiker und ihre Medien, manchmal ist es ja auch durchaus so, ja lügen. Logisch. Auf die Idee, dass das Eine keineswegs das Andere bedingt, und das Putin daher genauso lügen könnte wie alle anderen, darauf kommt so schnell eben keiner der Betroffenen. Und Putin weiß diesen typisch menschlichen Kurzschluss weidlich auszunutzen.


Was ist Putin's Strategie? 

Was seine tatsächliche Strategie ist, so lässt sich das nur vermuten: Mit seinem Pro-Assad Eingreifen kann Putin nun vergleichsweise billig eine neue Machtachse Russland-Syrien-Iran in Nahost implementieren. Dem gegenüber steht der Westen mit USA/NATO-Israel-Saudi-Arabien als wesentlichste Machtfaktoren. Die Türkei nimmt als weitere Hegemonialmacht einen Zwitterstatus ein, wohin sie früher oder später fallen wird, ist noch unklar. Klar aber ist für Putin: Alle seine Gegner stehen auf tönernen Füssen und es bietet sich an, diese nun sukzessive weg zu hauen. Eine wesentliche Rolle spielen dabei natürlich einerseits die Vielzahl an islamistischen Kampfgruppen einschließlich des Kalifats (IS), aber besonders auch die aktuelle gesellschaftliche und militärische Schwäche all dieser Gegner, und als weitere Achillesferse die Flüchtlingskatastrophe, die sich hier als effektive Waffe geradezu aufdrängt: Während die zwar nicht unbedeutenden Islamistischen Warlords für reichlich Instabilität in und um Saudi_Arabien (u.a. Yemenkrieg), Israel und Türkei sorgen. Diese können von den betroffenen Staaten allerdings militärisch mit aller Härte bekämpft werden, während das bei Flüchtlingen für demokratische Staaten mit (halbwegs) funktionierender Pressefreiheit und demokratischen Diskurs faktisch unmöglich ist.

Putin in seiner KGB Uniform zur SU Zeit.
 Es ist Putin nun völlig klar, und offensichtlich auch so gewollt, dass er mit seinem Pro-Assad Eingreifen in Syrien den Flüchtlingsstrom noch einmal dramatisch anheizt. Die Leidtragenden sind dabei natürlich nicht nur die Flüchtenden, sondern ganz besonders die angepeilten Aufnahmestaaten. Israel und Saudi-Arabien verweigern sich dabei aus militärisch verständlichen Gründen bisher total, und die USA ist zu weit weg. Aber die Türkei und die EU schaffen das aus unterschiedlichen Gründen nicht. Die Folge ist eine weitere Destabilisierung dort, die zunächst mal nur einem hilft: Putin – sollte etwa die Türkei einen Bürgerkrieg fallen, so würde die EU in der Folge von einer Völkerwanderung überrannt, was wiederum den Putin'schen Traum von der Wiedererrichtung Russlands in den Grenzen der ehemaligen SU freie Hand geben würde. Wenn Saudi-Arabien im Zusammenhang mit dem Yemenkrieg fällt, wäre ein wesentlicher westlicher Machtfaktor k.o., aber diffiziler ist das nun schon mit Israel: An dessen Fall kann auch Putin nicht so wirklich interessiert sein, denn damit würde sich ein gewaltiger Afrikanischer Zuzug über den nahen Osten ergießen, der Putins Pläne dort völlig über den Haufen werfen könnte.

Übrigens noch zu erwähnen sei, das auch China als neue Weltmacht da nicht ewig außen vor bleiben kann, und zumindest ernst zu nehmende Gerüchte schon von einem noch kommenden chinesischen Einsatz in Nahost ausgehen. Gemeinsame Mittelmeermanöver, erstmalig in der Geschichte Chinas und vernünftig kaum erklärbar, hat man mit Waffenbruder Putin jedenfalls in 2015 schon abgehalten.


Die Rolle Deutschlands 

Jedem Strategen ist jedoch klar, dass man einen feind immer zuerst dort angreift, wo er am Verwundbarsten ist. Im hier relevanten westlich-militärischen Machtapparat USA/NATO/ISR/EU gibt es nun eine Menge möglicher strategischer Angriffsziele, wer oder was aber ist dort der empfindlichste und nützlichste Dominostein, der alle anderen zum Kippen bringen könnte? Man braucht da nicht viel Phantasie, um diesen zentralen Stein aus zu machen: Es ist natürlich Deutschland.

Warum? Im Prinzip weil es aus gesellschaftlichen Gründen seit 1945 auf der einen Seite am Wehrunfähigsten ist, und andererseits weil es das wirtschaftlich stärkste Land in der Kette ist. Obendrein, und dass ist der historisch-geographische Fluch für Deutschland, liegt es an der Strategischen Schaltstelle zwischen West- und Osteuropa, zwischen Nord-/Ostsee und Alpen/Mittelmeer – da geht nichts wirklich an der BRD vorbei – und deswegen ist Deutschland auch immer schon Frontstaat gewesen und wird es auch im kommenden Weltkrieg sein.

Deutschland - Zentrale Schaltstelle Europas


Wie kein anderes Volk ist das moderne Deutschland für geschickte mediale Manipulationen anfällig – denn das Credo „Nie wieder Krieg“ ist hier tiefer verankert als in irgendeinem anderen Land – verständlich nach der Verheerung des Zweiten Weltkriegs. Aber hat auch seine Schattenseite mit sich gebracht: Von 1945 bis 1991, und dem endgültigen Zusammenbruch des Warschauerpakts, war Deutschland „intellektuell demilitarisiert“. Zwar war die alte Bundeswehr mit rund einer halben Million Soldaten, meist Wehrpflichtigen, zahlen mäßig einer der stärksten der Welt, aber von innen und außen wurde sie lediglich als die größte Pfadfindergruppe der Welt wahr genommen. Sofern es irgendwo in der Welt Kartoffeln aus dem Feuer zu holen gab, so war es ausgemachte Selbstverständlichkeit, dass dies die US, UK oder Frankreich machen müssten.

Deutsche Truppen irgendwo im Kriegseinsatz? Undenkbarer Schwachsinn von Kriegshetzern und Imperialisten, braunes Gesindel eben. Das hat sich erst ein wenig danach geändert, ausgerechnet unter Regierungsbeteiligung der Turnschuhfraktion der Grünen. Aber im Großen und Ganzen ist das bis heute noch so, zwar steht die in den 90er-jahrenvorsorglich erheblich verkleinerte Bundeswehr inzwischen Weltweit im Einsatz, allerdings immer in, zumindest verbalen, „Friedenseinsätzen“. Das die Truppe ein richtige Schlacht, oder auch nur wie zur Zeit die USA, UK und Frankreich, und selbst die kleine Niederlande vielleicht in den Kampfbombereinsatz gehen und wirklich scharfe Bomben auf bewohnte Häuser werfen, einfach undenkbar.

Auch mit dem Messer am Hals ist man nicht bereit solche schmutzigen Aufgaben zu übernehmen. Die Selbstverleugnung der eigenen Staatlichkeit geht so weit, dass Jeder der außerhalb offizieller Veranstaltungen mit einer Deutschlandflagge „erwischt“ wird, damit riskiert ganz pauschal als „Brauner Geselle“ verunglimpft zu werden. Die nach 90er-Generation ist zudem in allgemeiner Friedensnaivität aufgezogen worden – als Anfang der 90er die Grenzen des kalten Krieges verschwanden, glaubte man ernsthaft daran, das mit Verschwinden der Grenzen natürlich nun auch Krieg und Armut verschwinden müssten.

„Müssten“ als logische Konsequenz wohl gesagt, nicht als glückliches Zubrot etwa. Das ist natürlich Unfug, Grenzen sofern nicht vorhanden, werden immer und überall als Machtvakuum genutzt um neue Machtzentren und Grenzen aufzubauen. Menschen sind halt so, zumindest die Eliten und genau deswegen, man nimmt was man kriegen kann und noch etwas mehr, und baut sich ggf. auch neue Grenzen um es auch zu behalten. Das war im neuen Russland nicht anders, man findet es aber auch in den Clangemeinden wie z.B. in Duisburg-Marxloh wieder.


Bequeme Verträge auf Kosten Dritter - Hilfsgelder

So überwies man damals, mit nicht anderen Argumenten als jüngst Richtung Griechenland, aberwitzige Milliarden an Hilfsgeldern in die ehemalige SU. Argument, wie immer, das müsste so sein um Schlimmeres zu verhindern, und es würde als Friedensrendite ja sogar mehrfach irgendwann zurückkommen. Tatsächlich machten sich Neureiche russische Oligarchen über den Segen her, und waren dabei sogar so dreist die Raubzüge noch nicht einmal mit den üblichen Strohmännern und Briefkastenfirmen zu verschleiern, sondern überwiesen sich die „Hilfsgelder“ gleich aufs eigene Konto. Den Oligarchensalat in Russland haben wir so selbst gefüttert, und einer von ihnen ist und war, natürlich auch Putin und seine treuen Konsorten.

Die aktuelle Situation hat nun die BRD in die Rolle eines Frontstaates gerückt, ungefragt aber ausgesprochen wirksam. Macht man nun die Grenzen weiterhin nicht dicht, dann wird es sehr bald eng in Deutschland, räumlich, sozial, wirtschaftlich und schließlich militärisch. Denn entgegen allgemeinen Behauptungen reißt der Zustrom an Asyl suchenden nicht ab, im Gegenteil, er steigt mit jedem Schuss, egal auch wem die feuernde Kanone gehört, weiter an. Auch wirtschaftlich ist in den betroffenen Staaten natürlich kein Land in Sicht, nicht heute, nicht morgen und auch nicht in zehn Jahren.

Es ist wie in einem typischen Gewaltszenario: Stellen sie sich vor sie werden beim verlassen einer Kneipe von einem schwer besoffenen Gewalttäter angegriffen. Was können Sie da machen? Wenn sie schlau sind und die Möglichkeit besteht, fliehen. Wenn das nicht geht, weil sie mit dem Rücken zur Wand stehen was dann? Dann müssen sie den Kampf annehmen und dem Typen eins auf die Zwölf hauen. Das geht aber dann und nur dann, wenn sie ausreichend trainiert dafür sind. Wenn sie also zu schwach sind, was machen sie dann? Sie können nach ihrem großen Bruder rufen, damit der Ihnen aus der Patsche hilft. Was aber wenn der sie nicht mehr hören kann oder will? Dann können sie ja noch versuchen, dem Typen ein Gespräch aufzuzwingen, so über seine schwere Jugend und das nun eigentlich doch alles nicht so schlimm sei. Nur in den seltensten Fällen werden sie damit Erfolg haben, meistens wird der Typ dadurch nur noch mehr sauer. Aber immerhin, in sicherer Entfernung steht dann ja noch Eine Dame die Ihnen zuruft: „Mach weiter so! Wir schaffen das!. Herzlichen Glückwunsch.


Politik und Medien - Das Spiel mit frisierten Zahlen

Verschärfend hinter diesem Dilemma steht nun eine Politik, und leider auch die Mehrzahl der Mainstream Medien, die scheinbar vorsätzlich mit falschen bzw. völlig veralteten oder willkürlich über den grünen Daumen gepeilten Zahlen in die Diskussion geht.

Als drastisches Beispiel unter vielen hier vielleicht die noch gar nicht lange zurückliegende Diskussion der EU über die gerechte Verteilung von 40.000 Flüchtlingen. Das war Anfangs diese Jahres, und es war auch damals schon eine absurd realitätsferne Zahl. Sie suggerierte Jedem Bürger der EU, dass das ja nicht so tragisch sein könne, und man obendrein jetzt da was richtig Energisches tun würde.

Tatsächlich waren aber bereits zehnmal so viele, rund 400.000 und davon 250.000 in die BRD, bis Ende 2014 zugereist. Wieso also diese kleine Zahl? Der realitätsferne Grund: Da mindestens 90% nach Recht und Gesetz ja kein Bleiberecht hatten, müsse man ja "höchstens" über 40.000 reden. Und ein weitere Zustrom konnte ja nicht stattfinden, da ja gerade Weihnachten gewesen war. Logisch? Logisch. Diese lächerliche Zahl wurde selbst Mitte diesen Jahres noch öffentlich kolportiert, als längst wöchentlich soviel alleine in die BRD kamen. Und es erübrigt sich zu erwähnen, selbst bei dieser minimierten Fantasiezahl konnte sich die EU auf keinen gemeinsamen Nenner verständigen! Bis auf Deutschland, dass am Ende wieder alle Lasten übernahm, die anderen hielten sich raus.


Wahrscheinlich darf man annehmen, nicht wegen der mühelos verkraftbaren Zahl, sondern weil man dort besser rechnen konnte. Und wusste, wenn man nun einem Schlüssel von x-Prozent zustimmen würde, das natürlich auch für die vernünftigerweise bald noch zu erwartenden x-Millionen gelten würde. Da wäre es schon ziemlich kurzsichtig gewesen, diese Last nicht den lieben starken Deutschen zu überlassen.

Und so geht und ging das selbstverständlich in aller Lustigkeit weiter – erst mal sollten es dann 250.000, dann 400.000, dann 800.000 werden, jedes mal war man wieder „total überrascht“, und dann hieß es 1,5 Millionen. Ob das in der Endabrechnung für 2015 reicht sei noch dahin gestellt, eine Zahl um die 2 bis 3 Millionen dürfte zum Jahreswechsel auch nicht so unrealistisch sein.

Wikipedia:
Irish Naval personnel from the LÉ Eithne (P31) rescuing migrants as part of Operation Triton.
Tatsächlich hat man inzwischen zugegeben, dass allein die Registrierung und Zählung der Ankommenden nicht mehr möglich ist. Faktisch ist es nun so, das wer will kann sich registrieren (denn nur dann gibt es die Hilfen), wer aber keine Lust dazu hat oder einfach was Besseres vor hat, der kann's auch sein lassen und ggf. irgendwo in die Städte und Clanviertel diffundieren. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern, selbst wenn die Gewerkschaft der Polizei immer lauter und verzweifelter um Hilfe ruft, weil von einer Sicherheitsgarantie für die Bevölkerung nunmehr keine Rede mehr sein kann.

In einem von der Bildzeitung geleakten Papier des Bundesinnenministers kam nun heraus, dass man alleine für die Zeit Oktober bis Dezember von 920.000 zusätzlichen Migranten ausgehe. Woher kommt eigentlich diese konkrete Zahl, die ganz zufällig versteht sich, knapp unter der nur schwer aussprechbaren Million liegt? Ist da jemand die Balkanroute von Freilassing bis nach Griechenland im Hubschrauber lang geflogen und hat nachgezählt?

Nein, natürlich nicht, es sind Schätzungen. Und die ist relativ einfach gestrickt: Tatsächlich kamen im September, zur Zeit der „Oktoberfestung“ täglich rund 10.000 an der bayrischen Grenze an. Täglich wohl gesagt und nicht alle paar Monate, so wie man es per pedes bräuchte wenn eine solche Gruppe in Athen abmarschiert. Natürlich muss dafür die ganze Pipeline nach Süden voll stehen mit Menschen, sonst wäre der stetige „Tropfen“ nicht möglich. Die Strecke beträgt rund 2000 Kilometer, und bei einer durchschnittlichen Marschleistung von etwa 20 km/Tag (also inkl. Pausen als auch hier und da mal ein Taxi, aber auch Umwege, Staus, kleine Kinder etc. pp.) kommt man simpler weise auf ca. 10.000 mal 2000 geteilt durch 20 gleich, ähem, 1 Million. Bon, klingt nicht so gut, also 920.000, das klingt allemal besser (und ist vermutlich im BMI übereinfach per zehntausend mal Jahresresttage gerechnet).

Es hängt halt an der durchschnittlichen Marschleistung und da kann man nun ein bisschen darauf oder runter tun: Tatsächlich ziehen sich die Fluchtgeschichten von Griechenland bis in die BRD allerdings sogar bis zu einem Jahr hin, was einer Marschleistung von kaum noch 2km/Tag entspricht, und sich daher sogar zu rund 10 Millionen in der Schlange aufaddiert. Tatsächlich also dürfte die Wahrheit irgendwo zwischen den besagten Zahlen liegen, sicherlich mehr als die quasi-offiziellen 920.000 und vielleicht bis zu extremen 5 Millionen zur Zeit(!) liegen. Welche Zahl auch immer, sie wird spätestens ab dem kommenden Frühjahr noch in den Schatten gestellt werden wird.

Wo wir gerade bei solchen statistischen Abschätzungen sind, so fällt seit Ende des Oktoberfestes auf, dass praktisch keine aktuellen Bildberichte mehr von den Flüchtlingsströmen kommen, es werden entweder alte Bilder wieder aufgewärmt oder selektiv einige geordnete Bilder von einigen wenigen Grenzschwerpunkten gezeigt. Man darf stark vermuten, dass es weniger daran liegt, dass die Reporter bei schlechtem Wetter lieber zu hause bleiben, als dahinter eine freiwillige Zensur der Medien zu vermuten. Denn die humanitäre Situation dürfte inzwischen, nicht so sehr wegen der neuen Grenzbefestigungen jedoch eher wegen des zunehmend schlechten Wetters, entlang der Route grauenhaft sein.

Möglicherweise zu grauenhaft um es der Öffentlichkeit in allen Details noch zu zu muten. Es müssen inzwischen nämlich Tausende entlang der Route gestorben sein, bzw. in Kürze sterben. Auch dazu ein wenig Statistik: Die normale Sterberate, auch ohne Erschwernisse, liegt ja bei rund 2%/Jahr. Die hängt von der tatsächlichen(!) Lebenserwartung ab, also nicht von phantasievollen 120 Jahren, sondern von real vielleicht etwa um die 50-plus bei den Betroffenen. Also bei einer Million sind das 20.000, macht pro Monat knapp 1.700, was allerdings reichlich untertrieben ist. Denn aufgrund der Erschwernisse darf man diese Zahl getrost verdoppeln. Womit man auf deutlich mehr als 3.000 per Monat kommt, für den Zeitraum Okt.-Dez. 2015 auf gute 10.000. Macht pro Kilometer ca. 5 Tote, also etwa alle 200 Meter ein Verstorbener. Wenn man in den durchstreiften Ländern schon nicht mehr zur Zählung fähig ist, dann wird man über kurz oder lang auch die säumenden Leichen nicht mehr beseitigen oder anständig beerdigen können.

Jetzt rechnen wir das demnächst noch auf fünf bis zehn Millionen hoch, dann haben sie ein Bild vom Grauen im Kopf und warum man es nicht zeigen kann und will.

Klar, es sind nur ganz ungefähre Größenordnungen, und noch ist die Versorgung zumindest einigermaßen gegeben, was vieles lindert, aber nun geht’s in den Winter. Es sind Bilder übrigens, die wir noch sehr gut von den Flüchtlingstrecks des Zweiten Weltkrieges kennen, wo man links und rechts des Weges nur noch über Leichen stolpern konnte, alle paar Meter eine, die Todesrate lag bei rund 15%. Bilder, wie wir sie nie mehr sehen wollten und die nun doch wieder in der Welt sind. Ganz nahe.

Nun also, dann lassen wir sie doch am besten Alle herein, bzw. wir lassen die Unglücklichen von überall hier her holen, und zwar schnell, mit allem was Räder oder Flügel hat oder auch nur Schwimmen kann. Schön wäre es, wenn es einerseits nur möglich wäre und schlimmer noch, wenn es denn überhaupt jemanden helfen könnte. Denn es ist ja wie in jedem Rettungsboot, wenn man es überlastet geht es unter, und dann ist tatsächlich keinem mehr geholfen und auch die vermeintlichen Retter werden mit in den Abgrund gezogen.



Beim Geld hört auch die beste Freundschaft schon mal auf

In diesem Zusammenhang müssen wir natürlich wieder über Statistische Summen reden, auch wenn der Reflex vorhanden ist, in der Not können man doch nicht über schnödes Mammon diskutieren. Aber das ist kurzsichtig, und damit auch Verantwortungslos allen gegenüber. Geld an und für sich ist zwar nur Papier, aber es ist das Papier mit dem sämtlich Ansprüche auf realen Wohlstand verrechnet und ggf. gewährt wird. Da beißt die Maus keinen Faden ab, und auch hier stoßen wir schnell auf die Grenzen des Machbaren. Es ist klar dass man Hilfe leisten kann und muss, soweit das noch möglich ist ohne das Deutsche Gesamtwesen sprichwörtlich „zu versenken“.

Sind etwa die ominösen (aber schon längst überholten) 800.000 schon zu viel? Wo wir doch ein Volk von satten 80 Millionen sind, dann sollten doch auch 8 Millionen, also 10% eine realistische Größe sein? Leider ist die Rechnung nicht so einfach. Man kann sie nun im Detail machen, was einer formidablen Doktorarbeit gleich kommt, oder aber hier grob überschlägig: Das Problem ist nämlich, dass es eben nicht 80 Millionen sind, die diesen Staat tatsächlich mit ihren Steuern, Abgaben und Gebühren (sog. Staatsquote) am Leben erhalten. Es sind, einerseits wegen der absurd hohen Produktivität in Deutschland, andererseits wegen der Tatsache, dass die Staatsquote fast nur aus abhängiger Arbeit gestemmt wird , erstaunlich Wenige.

Tatsächlich werden offiziell zwar mehr als 40 Millionen Beschäftigte in der BRD gezählt, also nur gute 50%, aber das ist auch nur die halbe Wahrheit. Von diesen sind nämlich die meisten wiederum in irgendeiner Weise von der Staatsquote teilweise oder ganz ausgenommen. Das sind einerseits die Geringverdiener, die Abgabenmässig frei gestellt sind oder mehr staatliche Zuschüsse erhalten als sie abgeben. Darin sind auch Freiberufler, Unternehmer, Hochverdiener und Beamte etc. die wiederum anderen Abgabengesetzen (nicht gesetzlich Versicherte, Beihilfeempfänger, Abgabenschnitt durch Bemessungsgrenzen und dutzende weitere Ausnahmen. Selbst die Freiberufler und Unternehmer darin sind nicht selten so schwach, dass sie Hartz IV Empfänger sind....) unterliegen und zu einem guten Teil ebenfalls freigestellt sind.

Tatsächlich ist die Gruppe derjenigen, die Steuern und Abgaben im vollen, ungeminderten Umfang bezahlen bei deutlich weniger als 20 Millionen. Alle Anderen sind in irgendeiner Weise durch diese subventioniert und bestenfalls Teilzahler. Im Klartext: 8 Millionen nicht unmittelbar integrierbare Zuwanderer belasten das Kernsystem nicht mit einem Defizit von nur rund 10%, sondern mit rund 50%.



Am Rand des Möglichen

Das ist eine ganz andere Hausnummer und damit das Problem, das jetzt schon den Deutschen Staat an den Rand des Möglichen gebracht hat. Rechnet man noch hinzu, dass in Deutschland selbst für die an stämmige Bevölkerung schon mehr als 300.000 Wohnungen fehlen, und nunmehr bald eine Million Wohnungen fehlen die sehr schnell gebaut werden müssten (und natürlich(!) von den wenigen Vollzahlern abkassiert werden sollen) dann weiß man, dass dies jetzt schon nicht mehr zu stemmen ist. Auch hier hilft wieder ein bisschen Statistik: bei typischen Wohnraumerstellungspreisen von 2000 Euro/qm und, sagen wir 20 qm pro Person, macht 20*2.000*1.500.000=60 Milliarden Euro. Und das nur für das aktuelle Jahr mit der wahrscheinlich zu geringen Schätzung und ohne Familiennachzug. Der den Faktor vier noch dazu bringen dürfte, vom unlösbaren Zeitfaktor noch zu schweigen.

Bei den laufenden Kosten sieht es genauso schlecht aus: Natürlich kursieren auch hier jede Menge Fanatsiezahlen, so ist mal von 600 Euro oder auch mal von 1200 Euro die Rede. Das sind aber nur die Bundeszuschüsse, also regelmäßig weniger als die Hälfte, die den Gemeinden gewährt werden um vorläufig nicht zu kollabieren. Dazu kommen, und das ist auch mehr als Kleingeld, die Kosten zum Beispiel für die Gesundheitsfürsorge. Die Kosten pro Flüchtling und Monat liegen real geschätzt bei mindestens 2000 Euro/Monat. Für unbegleitete Minderjährige sind es sogar 50.000 Euro/Jahr nach offiziellen Angaben, da diese nach Jugendschutzgesetz ganz anders untergebracht und betreut werden müssen. Als Daumenregel darf man also rund 25 Mrd. Euro pro Jahr und 1 Million Flüchtlinge ansetzen, bei 8 Millionen sind es natürlich etwa 200 Mrd. Euro pro Jahr. Das ist kein Kleingeld, und man hat, wie auch bei der „Eurorettung“ felsenfest vor, diese Beträge den wenigen Kernzahlern im Lande aufs Fell zu schreiben.

Natürlich senkt jeder Flüchtling der erfolgreich ins Arbeitsleben integriert werden kann, den Fehlbetrag ein wenig. Aber abseits der Tatsache dass dies erst sehr spät zu Geltung kommt, wachsen mit jedem Neubürger natürlich auch sämtliche Defizite des Staatswesens, egal ob bei Steuern und Abgaben, Gesundheitswesen und Rente, als auch bei Verwaltung und Polizei. Die Hoffnung darauf das diese Menschen nun die Renten der Deutschen bezahlen ist neoliberaler Unfug – denn da sie ja bestenfalls wie die Deutschen auch, ihre eigene Rente und die Subventionen für Millionen von Nichteinzahlern berappen müssen. Selbst im Falle einer perfekten unmittelbaren Eingliederung, wie es etwa bei den DDR Bürgern tatsächlich der Fall war, wird die Sache bestenfalls zum mageren Nullsummenspiel.

Was man ja auch an der DDR Eingliederung sieht, die trotz perfekter Kompatibilität und Ausbildungsstand, nach 25 Jahren immer noch nicht die versprochenen „blühenden Landschaften“ gebracht hat und bis heute defizitär ist, siehe „Solidaritätszuschlag“.

Zu glauben dass dies nun bei völlig inkompatiblen Neubürgern, 80% ohne Ausbildung und ohne nennenswerte Sprachkenntnisse, und andere noch weniger günstige Details lasse ich hier aus, ganz schnell mit einem positiven Gewinn klappen würde, dass ist geradezu groteskes Wunschdenken.

Pegida Januar 2015 - Wikipedia: Kalispera Dell


Entgrenzung – Rassismus und Gewalt 


Die sozialen Kosten sind im Endeffekt sogar noch die dramatischsten. Es äußert sich in Rassismus und Gewalt, und zwar auf allen Seiten des politischen Spektrums, sowohl bei Linken als bei Rechten. Was wir in den letzten Wochen erleben mussten, ist dabei nur die Spitze des Eisbergs.

Rassismus und Gewalt sind allerdings nicht die Ursachen sondern die Wirkung der angespannten Situation. Auch hier wird wieder mit falschen Zahlen gespielt, nicht nur das man ausufernde Gewalt der Linken „Antifa“ unterschlägt während man jeden rechtsradikalen Böller tausendmal referiert und in Zeitlupe wiederholt: Es ist vor allem die gezielte Verdrehung von Ursache und Wirkung.

Rassismus und resultierende Gewalt ist leider ein Grundphänomen, dass sich bei Menschen in allen Stresssituationen breit macht: Man sucht schnell einen Schuldigen, bzw. Gruppe von Schuldigen, für das unbezwingbare Problem. Zeit und Wille die eigentlichen Ursachen ausfindig zu machen oder gar zu bekämpfen, dass fällt dabei unter den Tisch. Rassismus ist auch kein Alleinstellungsmerkmal für Rechte, er findet in allen Bereichen der Gesellschaft ihren Platz, natürlich auch bei Linken und Grünen.

Wikipedia: „...Rassismus zielt dabei nicht auf subjektiv wahrgenommene Eigenschaften einer Gruppe, sondern stellt deren Gleichrangigkeit und im Extremfall deren Existenzberechtigung in Frage. Rassische Diskriminierung versucht typischerweise, auf (projizierte) phänotypische und davon abgeleitete persönliche Unterschiede zu verweisen....Ein erweiterter Rassismusbegriff kann auch eine Vielzahl anderer Kategorien miteinbeziehen. Menschen mit rassistischen Vorurteilen diskriminieren andere aufgrund solcher Zugehörigkeit, institutioneller Rassismus verweigert bestimmten Gruppen Vorteile und Leistungen oder privilegiert andere.“.

Das Problem ist immer, dass einem Individuum aufgrund irgendeiner durchaus objektiven Gruppenzugehörigkeit eine subjektive Gruppen-Eigenschaft unterstellt wird, die dann für die Rechtfertigung von individuellen Nachteilen heran gezogen wird. Natürlich hat auch der linke Feminismus und die sogenannte Frauenquote bei begehrten Aufstiegsposten deutlich rassistische Züge: Die Zugehörigkeit zur Gruppe der Männer wird als Begründung für eine objektive Benachteiligung „bei 'gleicher' Eignung“ heran gezogen. Erst recht bei den Demos der letzten Zeit: Allein das Vortragen von Bedenken führt sofort zur Einordnung als „Braunes Pack“, mit dem spürbaren Nachteil ggf. von lupenreinen Links-grünen „Antifa-Demokraten“ zusammen geschlagen zu werden.

Aber der gesellschaftliche Konsens in der BRD ist nun mal die feine Unterscheidung zwischen gutem und bösem Rassismus – die verheerenden Folgen sind aber letztlich immer die gleichen – immer mehr Menschen links und rechts sowieso, aber endlich auch die so elementar wichtige bürgerliche Mitte werden in Gewalt und Extremismus hineingezogen. Am Ende kommt dann exakt das dabei heraus was die „Antirassistischen“ selbst erklärten Gutmenschen angeblich nicht wollten: Eine braune, manchmal auch rote, Diktatur.

Genau das aber ist herrlich bequem für diejenigen Teile der Gesellschaft, die tatsächliche Verantwortung für die Probleme auf sich geladen haben: Während sich die dumme Masse mit oberflächlichen Symptomen rum- und schließlich totschlägt, kommen die eigentlichen Brandstifter ganz billig und ungeschoren davon. Denn natürlich ist die Ursache der Fluchtbewegung in der Ausbeutung der Völker durch Despoten, Oligarchen, Religionsfaschisten und internationale Finanzjongleure zu finden - Leute die sich in Sicherheit vor dem Volkszorn wiegen können und ggf. schon ihre Fluchtrefugien an den schönsten Sonnenstränden dieser Welt zusammen gekauft haben. Eine immer reicher werdende Elite, die sich am Ende nach Belieben Politik, Wissenschaft und Medien kaufen können. Alles das hatten wir schon mehr als einmal, und ziemlich wahrscheinlich werden wir es in absehbar kurzer Zeit auch wieder bekommen.





















Kommentare:

  1. Hallo Herr Genreith! "Im Klartext: 8 Millionen nicht unmittelbar integrierbare Zuwanderer belasten das Kernsystem nicht mit einem Defizit von nur rund 10%, sondern mit rund 50%." Halte ich für falsch. Wenn 20 Mio tatsächliche Abgabenzahler 68 statt 60 Mio Empfänger finanzierten, wären das 13% Mehrbelastung. Oder anders: aktuell 20 Mio volle Abgabenzahler (?), 20 Mio Aufkommensneutrale (?), 40 Mio Empfänger. Wenn das 48 Mio würden, wären es 20% Mehrbelastung für die Abgabenzahler, oder? Ansonsten Danke für Ihre Deckanstöße! Mit freundlichen Grüßen! M. L.

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  2. Hallo,

    ja danke für die Rechnung, und bezogen auf Personen haben sie natürlich auch recht. Das Problem ist allerdings, dass wir nicht einfach in Personen, sondern in Geld rechnen müssen. So sind die 60 Mio. ja nicht alle voll alimentiert. Die 8 sind aber sogar "übervoll" alimentiert - denn zu den normalen Kosten kommen ja noch weitere, das fängt bei Sprachkursen an und hört bei zusätzlich benötigtem Personal, z.B. in Verwaltung und Polizei auf, plus Wohnungsbau plus plus...Grob gerechnet "Daumen mal Pi durch Fensterkreuz": so um die 200-250 Mrd./Jahr => rund 1000 Euro/Arbeitnehmer/Monat muss der Staat diesen entziehen (seien es durch (Sonder)Steuern/Abgaben oder allfällige Leistungs-Kürzungen), netto versteht sich, womit wir wieder auf die Hausnummer von 50% kommen. Die exakte Berechnung natürlich wäre jetzt eine Doktorarbeit.

    Mit besten Grüßen, Heribert Genreith.

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  3. Guten Tag Herr Genreith,
    danke für den aufschlußreichen Beitrag. Beim Thema "Sterbe-Statistik" sollte vielleicht berücksichtigt werden dass derzeit ca. 80% der Einwanderer junge Männer sind.

    mfG S.D.

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  4. Ja richtig, junge Männer halten natürlich besser durch als Ältere, Frauen oder Kinder. Was den Blutzoll zunächst etwas niedriger halten dürfte, zumindest solange keine Revolten (http://www.focus.de/politik/ausland/chaos-auf-der-balkanroute-fast-alle-fluechtlinge-wollen-nach-deutschland-lagebericht-haelt-aufstaende-fuer-moeglich_id_5032087.html) aufkommen. Wenn man sich die umfangreicheren Gruppen-Bilder mit der Lupe anschaut und zählt, dann erscheint allerdings 80% sogar noch deutlich zu tief angesetzt. In Gambia gibt es inzwischen schon ganze Regionen ohne Männer (http://www.fr-online.de/flucht-und-zuwanderung/flucht-aus-afrika--fuer-fluechtlinge-lauert-in-der-sahara-der-tod-,24931854,32219756.html), alle unterwegs Richtung Deutschland. Und Afrika ist im Moment in der BRD Statistik noch gar nicht im Vordergrund, dass wird sich in Bälde noch dazu türmen. Merkel's leicht gesprochene Worte werden, und dass kann man jetzt schon sagen, als einer der größten (Fehl-)leistungen der politischen Geschichte in die Bücher eingehen - als "Merkel's Fluch" vermutlich.

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  5. Es ist einer Ihrer besten, wenn nicht sogar Ihr stärkster Aufsatz.
    Das bildhafte Aufzeigen der Bedeutung von "Grenzen", Ihre schlichte Artihmetik, die alle Träume zerplatzen lässt, der Rassismus als Folge und nicht als Ursache, unabhängig von der politischen Gesinnung und zuletzt, man bekommt Gänsehaut, die Tatsache, dass am Ende die Schuldigen noch nicht einmal erkannt, geschweige denn zur Rechenschaft gezogen werden. Wie treffend.

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  6. Zitat: "Genau das aber ist herrlich bequem für diejenigen Teile der Gesellschaft, die tatsächliche Verantwortung für die Probleme auf sich geladen haben [...] Despoten, Oligarchen, Religionsfaschisten und internationale Finanzjongleure"

    So richtig es ist, darauf hinzuweisen, dass der Westen mit seiner ausbeuterischen Wirtschafts- und "Entwicklungs"-Politik einen großen Anteil an den wirtschaftlichen Push-Faktoren dieser Völkerwanderung hat, so einseitig ist es, die Verantwortung dafür alleine auf die "großen Fische" zu schieben.

    Jeder Konsument, der sich von der bunten Werbung der großen Konzerne dazu verführen lässt, Tand zu kaufen, der nur deshalb so billig ist, weil der Westen sich über Knebelverträge billigen Zugriff auf die Arbeitskräfte und Rohstoffe der dritten Welt verschafft hat, trägt eine Mitverantwortung. Wir alle wissen, dass es Kleidungsdiscountern nur deshalb möglich ist, T-shirts für 5 € anzubieten, weil auf Baumwollplantagen und in Nähereien Menschen für beliebig niedrige Löhne zu schuften bereit sind, weil sie sonst verhungern würden. Niemand kann es auf "die großen Konzerne" schieben. Deren Größe ist Resultat unseres Konsums, und wir alle wissen das.

    Die Flüchtlingsströme sind die Konsequenz aus jahrzehntelangem hemmungs- und verantwortungslosen Konsum. Vielleicht haben einige große Fische einen größeren Anteil daran, aber wir Konsumenten mit unserer Geiz-ist-geil-mir-doch-egal-wie-es-hergestellt-wird-Mentalität haben diesen großen Fischen erst die Macht, die finanziellen Mittel und die gesellschaftliche Rückendeckung für ihr Tun gegeben. Wir haben ein internationales Handels- und Wirtschatssystem geschaffen, dass mit allen Mitteln von Knebelkreditverträgen bis hin zu offener Erpressung den Großteil der Wertschöpfung der dritten Welt zu uns pumpt und versucht uns einzureden, dass wir nur deshalb so gut gestellt sind, weil wir viel härter arbeiten als andere (hahaha). Jetzt folgen die Schöpfer unseres Wohlstandes ihrem Werk.

    Und wir machen das, was wir gelernt haben zu tun: Wir sitzen vor dem Fernseher und warten darauf, dass endlich ein Produkt beworben wird, dass wir nur kaufen müssen, damit es unsere Probleme löst.

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    1. Danke für den guten Beitrag. Dem kann ich im Wesentlichen nur zustimmen.

      Brot und Spiele - das ist und war schon immer Grundlage jeder politisch nachhaltigen Herrschaftsform - solange Beides für die Masse verfügbar ist, braucht man keine Gedanken an Revolution zu verschwenden.

      Die Frage eines gesamtökonomisch nachhaltigen Welt-Wirtschaftens ist allerdings keineswegs so einfach – es reicht dazu keineswegs aus nur ein bisschen genügsamer und gerechter in der Verteilung zu sein. Wegen des intrinsischen Bevölkerungswachstums muss man sich auch ernsthafte Gedanken über die zulässige Menge und Lebensdauer von Menschen machen. Denn Nachhaltigkeit bedeutet im Prinzip dass die Menschheit kaum über 1 Milliarde anwachsen darf, richtig gut wäre höchstens eine Halbe Milliarde.

      Soweit die dafür allgemein nötige Vernunft aufzubringen, so weit ist diese Menschheit aber noch lange nicht.

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    2. Die Vorstellung dass jedes Individuum irgendwie Anspruch auf ein würdiges Leben hat, ist ein Ideal des europäischen Humanismus und wird von anderen Kulturen weder verstanden noch geteilt. Entscheidend wird aber sein, dass es auch der Natur zuwider läuft, denn die funktioniert nun mal anders.

      Die Ausbeutung und das Abpumpen der Wertschöpfung ist ja nur eine Seite. Auf der anderen steht ein gigantischer Wissens- und Wohlstandstransfer in(!) die dritte Welt, und der hat dort ein Bevölkerungs-wachstum ermöglicht, dass uns jetzt überrollt und wahrscheinlich hinwegfegen wird wie einst das römische Reich, nur viel schneller. Sich ernsthaft dagegen zu stemmen ist ziemlich hoffnungslos und moralisch mehr als heikel. Die Politik könnte höchstens etwas entschleunigen, wir sehen aber eher das Gegenteil da zuviele Interessen und Ideologien davon provitieren. Am Ende aber, werden die Naturgesetze alles wieder ins Lot bringen, man muss nur den Bogen weit genug spannen.

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  7. Sehe ich das richtig: Sie sind der Auffassung, dass die Migrationskrise im wesentlichen aufgrund des Wohlstandsgefälles auftritt und nicht so gesteuert war? Es gibt die These, dass die Migration so gewünscht war - Indizien dafür sind die Bemerkungen Merkels (Asylrecht ist unbeschränkt), die Kürzung der Essensrationen in den türkischen Flüchtingslagern, die Behauptung dass in den Sozialen Netzwerken vor allem aus angelsächischen Ländern aus Werbung für Deutschland gemacht wurde und Geldzahlungen an Migranten in D im Gegensatz zu den Nachbarstaaten. Auch die MSM/Wirtschaft steht der Migration offiziell positiv gegenüber. Wenn die These richtig wäre müsste man eine andere Diskussion führen.

    Die zweite These ist das Verhalten der USA/Russland im Nahen Osten: Die gängere Auffassung ist, das die USA und Saudi-Arabien die Länder im Nahen Osten absichtlich destabiliseren um ihre Macht zu festigen. Auch der IS soll abgeblich durch die Saudis/Katar finanziert werden. Russland versucht bis jetzt nur den Status-Quo zu verteidigen. Ich habe sie so verstanden, dass sie glauben, die Saudis sind in einer defensiven Rolle und Russland betreibt eine Expansionspolitik.

    Zu Deutschland: Dass die Migration eine extreme Belastung für den Staat bedeutet ist klar. Sie gehen aber nicht darauf ein, wo das ganze endet - z.B. in Deutschland als 'Failed State' oder nur in der Abschaffung des Sozialstaats.

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  8. Hallo Anonym,

    bei den vielen interessanten Thesen muss ich zwei Antwortteile machen hier also 1/2:

    Nun ja „so gesteuert“? Ich denke es ist an allem etwas dran was Sie anführen, wobei ich allerdings eine wirklich gezielt Steuerung im Sinne eines Großen Ziels kaum sehen kann.
    Offensichtlich aber ist es so, dass Jeder der mächtigen Entscheidungsträger irgendwo glaubt, die „Gunst“ der Stunde nutzend, seine Schäfchen auf freiwerdende fette Weiden oder doch wenigstens ins Trockene führen zu können. Ein echtes umfassendes „Welt-Konzept“ ist da IMHO nicht erkennbar.

    Klar sicherlich ist „die Kürzung der Essensrationen in den türkischen Flüchtingslagern“ oder „aus angelsächischen Ländern aus Werbung für Deutschland gemacht“ die überall in und an Europa zu sehende Taktik, den ganzen Schlamassel den Deutschen aufs Auge zu drücken. Würde „ich“ ja vielleicht nicht anders machen.

    Die „Geldzahlungen an Migranten in D im Gegensatz zu den Nachbarstaaten“ ist dagegen wohl eher typisch deutsches Sozialstaatsdenken, wie man es in anderen Ländern so fast nirgendwo findet, und man es bereitwillig, und ohne viel Nachdenken, sogar auf Nichtdeutsche anwendet.

    „Auch die MSM/Wirtschaft steht der Migration offiziell positiv gegenüber“, das war am Anfang tatsächlich so, denn aus deren Sicht ist das zunächst ja einfach so: Mehr Einwohner=mehr BIP, und das ist schon richtig. Allerdings nicht pro Kopf, und da liegt der zuckersüße Haken – wegen der Überprodukltivität fallt dieses Zubrot automatisch in die wenigen bereits reichen Hände – sei es durch faktische Konkurrenz und Lohnkürzungen (=Produktivitätssteigerung, klingt ja auch besser), sei es dadurch dass man die überhöhten Produktionsmöglichkeiten relativ Personal-los weiter erhöht.

    Allerdings scheint man jüngst eingesehen zu haben, dass diese Rechnung zu einfach ist, denn die sich absehbar katastrophal auftürmenden sozialen Kosten, und damit folgenden politischen Konsequenzen, doch als zu unkalkulierbar und nachteilig abzeichnen.

    „USA und Saudi-Arabien die Länder im Nahen Osten absichtlich destabiliseren um ihre Macht zu festigen. Auch der IS soll angeblich durch die Saudis/Katar finanziert werden.“ - Ja sicherlich, dass ist die alte römische Grundstrategie des „Teilen und Herrschens“, d.h. mhalte deinen Gegener dadurch schwach, dass Du ihn in viele konkurrirende Fraktionen zerteilst, die sich dann gegenseitig die Köpfe einschlagen. Was man nicht absehen konnte: Die unheimliche Geschwindigkeit des Aufbaus und Stärke des Kalifats (IS). Die selbst genährte Natter beißt nun ihre Züchter.

    Dasselbe gilt natürlich für Russland – gerade auch für den gewieften Strategen Putin, dem können die westlichen Führer, hier insbesondere die von ihm verachteten „Weicheier“ wie Obama, Merkel, Steinmeier, Juncker,..., bei weitem nicht das Wasser reichen. Die wirtschaftlich starken, aber national schwachen,Deutschen kommen ihm da besonders recht um den Spaltpilz im Westen zu implementieren.

    Von „Status-Quo zu verteidigen“ kann da kaum die Rede sein, im gegenteil und das hat er ja auch immer wieder zum Ausdruck gebracht, will er Russland in den Grenzen der SU wieder herstellen.

    „...dass sie glauben, die Saudis sind in einer defensiven Rolle“, jein, unfreiwillig sind sie das nun, mit dem Jemenkrieg als auch dem Islamismus im eigenen Lande. Die Feudalmonarchie funktioniert nur solange, wie man den gesellschaftlich relevanten Schichten genug Mammon anbieten kann. Tatsächlich aber wird das auch für die Saudis immer schwieriger – der Ölpreis ist down und man munkelt deswegen schon von einem baldigen Finanzchrash dort. Aus die Maus...schaunmermal.

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    1. und nun 2/2:

      „Russland betreibt eine Expansionspolitik.“ - ja natürlich, konsequent und geschickt, nicht ganz so geduldig wie China, aber schon fast genauso konfuzsianisch. Putin hat die sich rasant entwickelnde Flüchtlingskrise schnell als wirksames Mittel erkannt nicht nur einen Keil in seine Gegner zu treiben, sondern wenn sich Deutschland und die EU nicht sehr bald besinnen, er die komplette EU zum Kippen bringen kann. Dann kann er auch das Baltikum ohne nennenswerte Gegenreaktionen kassieren. Definitiv, und das weiss er, billiger als mit dem Eingreifen in Syrien kann er das nicht bekommen.

      „Bemerkungen Merkels (Asylrecht ist unbeschränkt)“ - yep plus Aufhebung sämtlicher EU Grenz- und Zuwanderungsgesetze ohne weitere Abstimmung – das ist wirklich mehr als nur ein starkes Stück. Entweder es ist eine wirklich grandiose politische Fehlleistung im Anfall persönlicher unkontrollierbarer Gefühlsregungen – für die es aber keine Entschuldigung gibt, denn sie sollte ja politischer Profi sein – oder ein heimlicher Plan, gar heimliche Abmachung, den sie dahinter hegt und versteckt??

      Beides ist fast gleichermaßen unglaublich. Andererseits, man weiß ja kaum noch was man wem in hoher Position noch glauben darf? Unmittelbare Anhaltspunkte für letzteres sehe ich allerdings nicht. Im Moment würde ich auf einen massive politische Fehlleistung schließen, und dem typischen Verhalten von Spitzenpolitikern in solchen Situationn: nur nichts, aber auch gar nichts, zugeben oder gar wesentlich zurück weichen – andernfalls man wegen „erwiesener Fehlbarkeit und Schwäche“ zur Macht- und Privilegienabgabe gezwungen wird.

      „Sie gehen aber nicht darauf ein, wo das ganze endet - z.B. in Deutschland als 'Failed State' oder nur in der Abschaffung des Sozialstaats.“

      Wenn ich da nur eine sichere Antwort wüsste? Das der Sozialstaat schon geschliffen wurde und weiter abgeschliffen wird, ist ja kein Geheimnis. Ein 'failed state' aber, also ein Staat der auch keine Innere Sicherheit mehr garantieren kann, der seine rechtlichen Strukturen verliert bzw. deren praktische Durchsetzungsfähigkeit unfähig wird und somit in Anarchie und dem Recht des Stärkeren verfällt? Das entscheidet sich schon sehr bald, nämlich in der Frage eines wirksamen EU Grenzschutz und der konsequenten Durchsetzung einer wirtschaftlich und sozial vertretbaren Zuwanderung.

      Und das muss recht zügig kommen. Andernfalls wird die BRD in die Knie gehen, und mit ihr fällt dann auch die EU und sämtliche Träume – Zeitspanne kaum mehr als zwei Jahre vielleicht.

      Ob man da aber zu Rande kommt? Zweifel sind angebracht, solange Deutschland nicht robust handelt. Mit Merkel ist das inzwischen unmöglich, kein Deutscher Kanzler hat sich je so schnell im In- und Ausland demontiert wie sie. Aber wer soll da kommen, Schäuble, Seehofer, oder wer?

      Um mit der Situation einer gespaltenen Nation und gespaltener EU klar zu kommen, unter gleichzeitiger äußeren kriegerischen Bedrohung, dazu braucht man schon knochenharte Typen. Wie etwa Winston Churchill einer war – einerseits hochintelligent und vernünftig, andererseits aber auch ein „soziopatischer Dreckskerl“genau da, wo es ganz speziell und egoistisch für die UK drauf ankam. So eine Persönlichkeit kann ich zur Zeit in Deutschland weit und breit nicht sehen. Merkel's Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen, und die Nachfolge wird sicher weniger nach Befähigung sondern wie immer nach politischem Machtkalkül und Quote gefällt – und nicht danach ob die EU jetzt grade lichterloh brennt oder nur ein bisschen kokelt. Klar ist aber: Man hat da nur einen Versuch, wenn Der oder Die nicht klappt, dann kriegen wir Bürgerkrieg und Diktatur.

      Aber naja, wer weiß, Wunder geschehen ja auch ab und an, warum also nicht jetzt, wo man dringend eines gebrauchen könnte? Schaunmermal.

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    2. Danke für die ausführliche Antwort!

      Bei Merkel glaube ich aber eher an das Zitat von Roosevelt: "In der Politik geschieht nichts zufällig...". Die Fehler sind einfach zu gross. Die Erklärungen, was das soll, sind zwar alle unglaubwürdig, aber es schaut so aus als ob 'interessante Zeiten' kommen in denen unglaubwürdige Sachen tatsächlich gemacht werden.

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  9. Zunächst: Schöner Artikel, der zeigt, dass in Deutschland noch nüchtern denkende Personen wohnen, was man beim Lesen der gleichgeschalteten Presse nicht mehr glauben mag.

    Bei Merkel ist mir nicht klar, ob hinter ihrem scheinbar dumm-naivem Handeln nicht ein schlauber Plan steckt. Die Überflutung Deutschlands mit sozial inkompatiblen jungen Moslems könnte ich der Versuch sein, die Grünen/Linke mit ihrem realitätsfremden Weltbild vorzuführen. In meinem Bekanntenkreis sind die meisten Grün-Wähler "geheilt".

    Ich vermute, dass die Jahre, in denen in Deutschland innere Sicherheit und soziale Absicherung selbstverständlich waren, nun zu Ende gehen. Vordergründig ist es Merkel - ein "Flüchtling", der das Paradies an die Wand fährt. Daneben ist es die komplett naive Weltanschauung der Nachkriegsgenerationen, dass jeder Mensch nur beste Absichten hat und Grenzen und Waffen niemand auf der Welt mehr benötigen würde.

    Zur Grenzsicherung sei noch erwähnt, dass ein großer deutsch/französischer Konzern für Saudi und Katar die Grenzsicherung liefert, so wie da Boing für die USA tut. Eine Absicherung einer Grenze ist nicht die Frage der Länge der Grenze, vielmehr eine Frage der Technik und des Preises.

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  10. Interessant wie immer...allerdings gefallen mir die Untertöne in letzter Zeit immer weniger. Ich stelle eine recht einseitige Anti-Russland (personifiziert natürlich wieder durch Putin) fest, während die Verantwortung des Westens für das Dilemma, vor dem wir stehen, mehr oder weniger unter den Tisch fällt. Da habe ich westentlich ausgewogenere Berichte auf Telepolis usw. gelesen, mit denen ich mich mehr anfreunden kann.

    Zum Thema Grenzen kann man in der aktuellen Situation schnell irgendwas schreiben und sagen - schließlich stehen wir ja unter akkutem Stress. Klar ist für mich aber: Grenzen / Begrenzungen...dieses ganze Denken führt immer und unausweichlich zu Leid. Wir gegen die. Dieses Nationalstaatsdenken ist für mich ein Relikt des Vergangenheit und vielleicht wäre es ein Segen, dieses signifikant mangelhafte Denkgebilde zu verlassen und das zu akzeptieren, was doch eigentlich so offenbar ist: Wir sind letztlich alle eins! Wir müssen lernen, miteinander zu leben - wenn nicht in diesem Jahrhundert, der härtesten Bewährungprobe seit wasweisich wann, wann denn dann? Dann werden nämlich nicht mehr viele übrig bleiben zum Ende des 21. Jahrhunderts. Und nicht von einer marginalen Minderheit erzählen lassen, wer der Gute und der Böse ist, wer was verdient und was wir zu denken und zu glauben haben.
    Grenzen führen zu Leid. Sowohl reale Grenzen als auch Grenzen des Denkens.
    Das ist meine große Kritik an diesem Artikel. Probleme werden zwar genannt - die Gewichtung wie gesagt halte ich für diskussionswürdig - aber ich sehe keine Lösungsvorschläge, die irgendwie mit einer humanen, friedlichen und nachhaltigen Zukunft auch nur ansatzweise zu tun hätte.

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    1. Hallo Patrick,

      vielen Dank für den Beitrag, auf den ich aus meiner Sicht auch ausführlich eingehen möchte:

      ( und deswegen in mehrere kleine Beiträge teilen, muss: hier Teil 1/3 )

      Zitat: „eine recht einseitige Anti-Russland (personifiziert natürlich wieder durch Putin) fest, während die Verantwortung des Westens für das Dilemma, vor dem wir stehen, mehr oder weniger unter den Tisch fällt“

      Eigentlich nicht, das scheint nur so. Natürlich hat der westliche Imperialismus ganz entscheidende Anteile daran, was ich weder bezweifle noch unter den Teppich kehre, aber es hilft ja nichts darüber immer wieder zu jammern, es ist aus heutiger Sicht „Schnee von Gestern“. Die Machtverhältnisse beginnen sich aber in jüngster Zeit zu drehen, und die unweigerliche Folge ist, dass in das entstehende Machtvakuum eben andere vorstoßen.

      Das ist kein Zufall, sondern Strategie. Die gezielte Inselokkupation der Chinesen zählt auch dazu, im Pazific findet die gleiche Rhetorik und Militante Aggression statt. Mit naivem Recht oder gar Moral hat das alles nichts zu tun – sondern mit dem Kampf um Ressourcen. Der russische Imperialismus war zu keiner Zeit besser, er hat sich lediglich meist auf andere Gebiete konzentriert, so etwa da, wo die übermächtige Seemacht Großbritanniens und seit 1945 der USA nicht im Wege stand, weil sie kein übergroßes Interesse hatte. Russland war, trotz seiner geographischen Größe, militärisch i.d.R. nur zu schwach. Putin's Absichten sind heute sicherlich genauso imperialistisch wie die seiner aktuellen oder historischen Konkurrenten, und dazu zählt und zählte auch immer China.

      Zitat: „Grenzen / Begrenzungen...dieses ganze Denken führt immer und unausweichlich zu Leid. Wir gegen die. Dieses Nationalstaatsdenken ist für mich ein Relikt des Vergangenheit...Wir sind letztlich alle eins! “

      Wirklich? Diese Utopie ist nicht neu, und setzt zur ihrer Verwirklichung aber gerade das allgemein akzeptierte Bewusstsein „Wir sind letztlich alle eins!“, und die zugehörige selbstbeschränkende Vernunft es auch zu leben, schon voraus.

      Aber das gelingt in der Praxis ja noch nicht mal in den Grenzen der Nationalstaaten – weder sind alle Eins noch haben die Eliten irgendein Interesse dran. Das Gegenteil ist der Fall - denn reich, dass heißt mehr haben als andere – das kann man eben dann und nur dann sein, wenn andere Ärmer sind. Neudeutsch heißt das übrigens „Produktivität“, die steuerlich nicht abgeführt wird, das klingt schön wissenschaftlich, ist aber nichts anderes als der Quotient der Ungleichheit und letztlich Ausbeutung. (Und das ist auch in Putin's Land kein bisschen anders, eher via ungeschminkte Plutokratie dort sogar noch heftiger. Vom ebenfalls weltweit relevanten Thema Religion wollen wir im Übrigen vornehm schweigen.)

      In der Tat war die Länder der SU und des Warschauerpakts ja unter dieser Prämisse angetreten, aber das war alleine schon wegen Stalin zum Scheitern verurteilt. Der mit Abstand wirtschaftlich (pro Kopf) erfolgreichste Staat darin war übrigens die DDR, aber auch da war die Realität: Ein solches Regime lässt sich nur durch massive Einschränkungen der Freiheiten aufrecht erhalten – und das ist die Krux – da sich sonst die ganz normale Raffgier der stärkeren Individuen und ihrer Gruppierungen durchsetzt .

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    2. Fortsetzung - Teil 2/3

      Dem Menschen fehlt schlicht die biologische Reife sich auf das Credo „Wir sind letztlich alle eins“ allgemein und freiwillig zu einigen. Denn dieses Credo bedeutet deutliche Selbstbeschränkung und Verzicht Aller für das gemeinsame Wohl. Da unsere Psyche aber nach wie vor noch auf dem Kampf ums Überleben des Jäger und Sammlers getrimmt ist (seit den ersten Stadtgründungen um 10.000 v.Chr. sind genetisch erst rund 300 Generationen vergangen) klappt das nicht: Zu jeder Zeit war fürs Überleben das Raffen von Gütern und Lebensmittel notwendig um wenigstens den nächsten Winter zu überleben – wer zu spät kam oder zu schwach war, der war Futter für die Wölfe, und zum Teilen hätte es auch nicht gereicht.

      Das ist eigentlich erst seit 100 Jahren (3 gen.) grundsätzlich anders, dank moderner Technik könnte Jeder, bei ausgewogener Verteilung und Bevölkerungsentwicklung, auf brauchbarem Niveau überleben. Beides hat aber, natürlich, seitdem nicht stattgefunden. Im Gegenteil haben wir weltweit (überall!) eine noch groteskere Ungleichverteilung bekommen und daran ist keiner bereit (bzw. politisch fähig) ernsthaft zu rütteln – nicht Deutschland und erst recht nicht Oligarchen Länder wie Russland oder China- in letzterem ist die Realität der Einkommensungleichverteilung und des Reichtums (da nominell noch kommunistisch) sogar an Absurdität nicht zu schlagen.

      Zitat: „Wir müssen lernen, miteinander zu leben - wenn nicht in diesem Jahrhundert, der härtesten Bewährungprobe seit wasweisich wann, wann denn dann? Dann werden nämlich nicht mehr viele übrig bleiben zum Ende des 21. Jahrhunderts. ...- aber ich sehe keine Lösungsvorschläge, die irgendwie mit einer humanen, friedlichen und nachhaltigen Zukunft auch nur ansatzweise zu tun hätte.“

      Exakt. So ist es. Und das ist auch längst „ausgemachte“ Sache – in den Beiträgen zur Futurologie („Dommsday's Rising“ I-III) habe ich das schon mal beleuchtet. Denn das eigentliche Problem hinter allem Schlimmen was wir nun mit jährlichen Steigerungen erleben (werden), ist die Bevölkerungsexplosion seit etwa 1700. Die ist nämlich keineswegs nur exponentiell, sondern weit überexponentiell.

      Es ist ein Peak. Da kann man sich mit noch soviel Technik und gutem Willen dagegen stemmen, es wird den Knall bestenfalls etwas herauszögern, ändern kann man es längst nicht mehr.

      Der Mensch hat nämlich eine der wichtigsten Biologische Regeln verletzt: Für eine stabile Population benötigt man mindestens einen Fressfeind – dauerhaft stabile Populationen sind auf einem begrenzten Planeten nämlich nur in Symbiose letaler Konkurrenz möglich.

      Warum? So muss man sich ja fragen, warum die Erde eine riesige Vielfalt und Wesen hervor gebracht hat, von Mikroben über Insekten bis zu Flughunden, elektrischen Fischen und am Ende auch Humanoide mit einem weit überproportional großen, energiefressenden, Gehirn. Warum ist die Erde nicht auf der Ebene einfacher Mikroben stehen geblieben? Dann wäre die gesamte Biosphäre halt ein grüner Schleim der alles bedeckt. Nicht besonders hübsch, aber lebendig und ausreichend für den Status eines belebten Planeten. Warum also all der scheinbar völlig unnötig hochkomplexe Overhead?

      Der Grund ist eben Stabilität, die lässt sich mit nur einem Lebewesen nicht erreichen. Man nehme als Beispiel mal einen Ureinzeller – winzig groß, sagen wir ein zehntel-Millimeter, Gewicht ein Milligram, und nur mit Mühe überhaupt sichtbar. Angenommen der Organismus vervielfältigt sich nur 1-mal täglich. Wie lange würde es dauern, bis die komplette Erdoberfläche mit 10 Meter hohem Mikrobenschleim bedeckt ist?

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    3. Fortsetzung – Teil 3/3

      Man kann es leicht nachrechnen, und das Ergebnis ist erstaunlich: Kaum 3 Monate, wenn die Mikrobe im Frühling beginnt, ist sie im Sommer schon fertig damit.

      Was aber dann? Zum Futtern hat sie natürlich nichts mehr, außer sich selbst, und das Gesamtwesen kollabiert daher gleich wieder, weil es nun verhungert. Im Herbst bleibt nur noch Meter hohe stinkende Gülle und Asche übrig. Da es so irre schnell geht, können wir heute noch nicht mal sagen, ob es nicht beim ersten Versuch vor Milliarden Jahren so war, als kleines nicht mehr nachweisbares Blitzlicht der Natur.

      Wir brauchen natürlich immer wenigstens ein weiteres Lebewesen, dass das andere frisst - und umgekehrt - die sich die Ressourcen gegenseitig streitig machen und sich damit aber auch gegenseitig kurz halten - und damit erst Umweltverträglich bleiben und Nachhaltig werden. Das ist der wesentliche Antrieb der Evolution: Der Gegenseitige Kampf ums Überleben erzeugt erst die Vielfalt und ermöglicht erst das Überleben selbst – ein selbstbezügliches Grundprinzip jedes nicht-toten geschlossenen Systems. Verkürzt gesagt „Wer nicht sterben will, der stirbt.“

      Und dieses biologische Grundprinzip haben wir nun seit gut 300 Jahren mehr und mehr außer Kraft gesetzt – Fressfeinde gibt es praktisch nicht mehr, auch wenn ab und an mal einer im Zoo vom Tiger gebissen wird, und der schlimmste Fressfeind – Mikroben – sind weitgehend besiegt oder wenigstens gut in Schach gehalten. Noch vor gut hundert Jahren starb die Hälfte der Kinder vor dem 15ten-Geburstag. Alleine der heute fast vergessene Blinddarm riss Riesenlöcher – erst 1905 konnte die erste erfolgreiche Operation eines Blinddarms (im englischen Königshaus) durch geführt werden. Und so weiter, und in jüngster Zeit ist man sogar dem hochkomplexen Krebs ein wenig mehr auf die Spur gekommen.

      Das Ende ist nun aber erreicht, dadurch das die Population Mensch den kompletten Planeten erobert und weitgehend aufgefüllt hat, bis an die äußerste Grenze eben. Selbst andere Populationen werden massiv verdrängt, aufgefressen, weggeangelt, vertrieben und vergiftet – eine weiter steigende humane Population trifft daher auf den selbstgemachten Rückgang der Ressourcen – aber genau dass ist immer die Stelle wo der Peak so massiv einbricht, wie er aufgestiegen ist.

      Die Berechnungen genau dieser Spitze schwanken nun nach verschiedenen Verfahren lediglich zwischen 2030 und 2080 - viel Zeit für einen Menschen zwar, für die Natur aber eben nur ein winziges Blitzlicht. Tatsächlich wird die Menschheit in nur 100 bis 200 Jahren auf einen kleinen Bruchteil ihrer jetzigen Größe schrumpfen, ein Restbestand der sich dann ggf. wieder erholen kann, und hoffentlich ein bisschen schlauer geworden ist.

      Zitat: „Grenzen führen zu Leid. Sowohl reale Grenzen als auch Grenzen des Denkens.“

      Schon richtig in gewissen Sinne, und so falsch in einem anderen Sinn. Die letzte Grenze ist eben immer die dünne Haut unserer Geosphäre, die setzt die letzte Grenze, und dahinter ist nur eiskalte Schwärze. Die Menschheit kann nicht auf den Mars ausquartiert werden - wenn das überhaupt einmal geschieht, dann betrifft das nur einen verschwindend kleinen Kern von ein paar Pionieren.

      Auch richtig ist, die „Grenzen des Denkens“ setzt Grenzen über die wir so schnell nicht hinaus kommen. Wir können nicht, und oft genug wollen wir's auch nicht, über das „Undenkbare“, oder besser „Unsägliche“ nach denken – so etwa nur z.B., das Grenzen nicht nur zu Leid führen – sondern dass das Leid in gewissem Masse eben auch zum unverzichtbaren Grundprinzip des Lebens gehört.

      Das darf jetzt natürlich nicht als Rechtfertigung für unnötiges Leid, oder für unnötige Ungleichheit, dienen. Die Entfernung des Leides selbst aber ist ein philosophisches perpetuum mobile - man kann und sollte es minimieren, aber wie jeden Energieverlust einer arbeitenden Apparatur, kann man es nicht aus der Welt schaffen ohne die Maschine selbst ad absurdum zu führen.

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    4. Hallo,
      danke für die ausführliche Reaktioin. Dazu von mir folgendes:

      Was Sie zum Thema Russland ergänzt haben, ist ja auch korrekt. Putin ist ein Machtmensch. Deshalb mag ich ihn nicht. Seine westlichen Kollegen mag ich aber mindestens genau so wenig. Es scheint tatsächlich so eine Art Negativ-Selektion von statten zu gehen, damit man in so eine Macht-Position kommt. Wo man auch hinsieht, überall sieht man zunehmende Eskalation.
      Und ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass, wenn es EIN zutreffendes Wort gibt, das wir beherzigen müssen, um dieses Jahrhundert als Spezies zu bestehen, dann wird es KOOPERATION sein. In allen Belangen und auf allen Ebenen.
      Diesen Willen sehe ich bei den Eliten überhaupt nicht. Und natürlich fehlt der Masse der Menschen ebenfalls das Bewusstsein dafür. Das heißt aber nicht, dass es nicht doch noch einsetzen kann. Vieles ist einfach auch ankonditioniert und eben nicht nur auf unsere Jäger-und-Sammler-Gene zurückzuführen. Wir wissen heute einfach sehr sehr viel mehr als vor Jahrhunderten. Es geht hauptsächlich darum, dieses Wissen für die richtigen Ziele zu nutzen.
      Ich bleibe dabei: wir können das packen. Aber es bedarf eines Bewusstsein-Sprungs, wie er heute noch undenkbar scheint. Aber alleine, dass wir hier gerade über so etwas diskutieren, ist doch ein Beweis, dass es eben doch möglich ist!

      Sie haben natürlich Recht, selbst innerhalb von Staaten ist man sich nicht einig. Das hat ja auch viel mit der obszönen Ungleichverteilung zu tun, aber natürlich nicht nur. Der alte Aurelio Pecci vom Club of Rome vertrat dennoch schon vor vielen Jahren die Auffassung, dass wir das egoistische kleingeistige Nationalstaatsdenken überwinden müssen, um die Zukunft bewältigen zu können.
      Ich sehe zwar derzeit auch kaum einen Fortschritt dabei (siehe Zustand der EU), aber klar ist für mich auch, dass Nationalismus, Angst vor dem anderen usw. schnell zu Hass und Leid führen kann.

      Der Mensch hat die biologischen Regeln verletzt. Naja, kann man womöglich irgendwie so sehen, aber letztlich hat er das gemacht, was jede Spezies tut: die Möglichkeiten maximal ausgenutzt. Das Problem ist aber richtig, nämlich dass der sonst eintretende Ausgleich fehlt. Meinetwegen der Fressfeind. Wir waren tatsächlich zu erfolgreich. ABER: Wir haben die wohl einmalige Fähigkeit, unser Handeln zu reflektieren und in die Zukunft zu projezieren. Wir erkennen Tendenzen und Gefahren und können vorbeugen. Wir tun es aber nicht. Das hat vielerlei Gründe, aber die sind wir selbst Schuld und nicht der fehlende Fressfeind.

      Ich stimme voll zu: wir werden nicht ins Weltall expandieren - was wohl auch besser so ist. Wir werden unsere Probleme hier zu Hause lösen müssen und sonst nirgendwo. Peak Energy ist das zentrale Thema der nächsten Dekaden und wohl das schwierigste, da es physikalische Gründe hat und damit prinzipiell nicht lösbar ist. Ohne eine fundamentale Basisinnovation aus dem Hut zu zaubern, werden wir den zivilisatorischen Rückschritt antreten. Aber es gibt da sehr viel Spielraum, den eben so human zu gestalten wie möglich. Die Blessuren in Grenzen zu halten.

      Und ja - zum Leben gehört mehr als die Suche nach Vergnügen und dem Verhindern von Leid. Es ist wohl das ewige Spannungsverhältnis dazwischen, dass es ausmacht. Aber es gibt viel, was wir richtig und viel, was wir falsch machen können. Sowohl ganz individuell für uns als auch kollektiv als Spezies. Daher kann ich der geistigen Wisssenschaftskomponente der buddhistischen Psychologie viel Grundsätzliches abgewinnen, u.a. eben, dass wir uns von der Überzeugung lösen müssen, dass wir alle getrennt von einander sind, sondern letztlich alle verbunden und eins sind.
      Das ist auch ganz schlicht der sehr viel schönere und positivere Ansatz, wie ich finde :-)

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  11. Lieber Patrick, Danke für die Antwort,

    Natürlich hast Du recht, und zentral ist die Frage des „WIR“, wer ist das und wie homogen ist es?

    Da sieht es allerdings nicht sehr rosig aus, nicht mal in der "moralischen Weltmacht" BRD (Zitat auch oft angewendet auf die EU und, oh Wunder, die USA...googeln).

    Der religiöse Sidekick ist auch angebracht: ich z.B. bin nach wie vor Katholik, und habe eigentlich auch nicht vor das zu ändern, aber in Wahrheit bin ich ein „Buddhistischer Katholik“ . Der Buddhismus ist, auch wenn da wie in jeder Religion so einiger Mist verzapft wird, von allen mir bekannten Religionen sicherlich der Wahrheit des Universums am nächsten (das kann man mit moderner Physik durchaus konkret untermauern, es würde aber hier zu weit führen).

    Siehe hier auch gerade https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus#Lehre - so ist der „Gott“ Buddha eben keiner der vielen Idioten die zu Krieg (Mission!) und Gewalt aufrufen, sondern eben ein allgemeiner geistiger Zustand, letztlich mit dem Ziel der Leidvermeidung – welches wiederum kein Patentrezept alla „Ungläubige beseitigen“ enthält, sondern nur durch langwierige persönliche Reifung, dem „Dharma“ - und irgendwann dann hoffentlich aller Individuen „Sangha“, zur Vervollkommnung der Menschheit führt.

    Dumpfer Monotheismus ist dazu nicht in der Lage, einzig die „Jesus-Idee“ der Nächstenliebe anstatt Gewaltausübung ist hier als „Buddha-Light“ immerhin noch bemerkenswert.

    Allerdings, das ist die Krux, die „Jesus-Idee“ wurde historisch dann doch meistens dem Macht- und Geldstreben untergeordnet, und, selbst Buddhisten haben hier und da schon mal eine Nacht der langen Messer veranstaltet. Hier ist die https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhistenkrise Buddhistenkrise bemerkenswert, die insbesondere aus einer Konfrontation mit den Katholiken in Süd-Vietnam entstand. Die Gegenwehr war berechtigt – aber eben nicht ohne Gewalt möglich gewesen. Wofür man Buddhisten nicht verantwortlich machen kann ist aber auch, dass ihre Ideale sehr wohl aufgegriffen werden um Kriegszauber zu entfalten, so etwa im https://de.wikipedia.org/wiki/Taiping-Aufstand Taiping Aufstand, der Opfer reichste Bürgerkrieg der Menschheitsgeschichte. Bisher, aber es ist hoch wahrscheinlich, dass der Rekord in naher Zukunft noch geknackt wird.

    Die nötige Vervollkommnung, also Reife der Menschheit in der nötigen Homogenität, das werden wir nicht mehr erleben. Davor steht ganz offensichtlich erst mal die Apokalypse der nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte, und das ist wohl wiederum unser Karma https://de.wikipedia.org/wiki/Karma : „bezeichnet der Begriff die Folge jeder Tat, die Wirkungen von Handlungen und Gedanken in jeder Hinsicht, insbesondere die Rückwirkungen auf den Akteur selbst. Karma entsteht demnach durch eine Gesetzmäßigkeit und nicht wegen einer Beurteilung durch einen Weltenrichter oder Gott: Es geht nicht um „Göttliche Gnade“ oder „Strafe“. Nicht nur „schlechtes“ Karma erzeugt den Kreislauf der Wiedergeburten, sondern gleichermaßen das „Gute“. Letztes Ziel ist es, überhaupt kein Karma mehr zu erzeugen.“

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  12. Da stimme ich wohl vielem zu. Bleibt letztlich die Frage: Was tun?

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  13. Hallo Herr Genreith!

    Am Ende Ihres Aufsatzes angelangt, fehlte mir das Stichwort Kapitalkoeffizient. Ist jetzt nicht DIE Gelegenheit, um auch mal die Vermögen heranzuziehen?
    Ich meine, daß die jetzige (noch) Ausnahmesituation, die sich mit dem Klimawandel zur Dauersituation entwickeln dürfte, eine Vermögensteuer/-abgabe erst recht begründet. Die wichtigsten Sofort-Einsatzbereiche sind: der Extraaufwand, der durch die Versorgung der Flüchtlinge entsteht, und die materielle und kulturelle Besserstellung der ärmeren Einheimischen. Diese vermuten doch jetzt schon durch die Flüchtlingsaufnahme eine Verschlechterung ihrer eigenen Lebenssituation, ob dies nun real so ist oder nicht.
    Ich sehe weitere sinnvolle, weil zukunftsträchtige Finanzierungszwecke: Entwicklungshilfe als Hilfe zur Selbsthilfe, Umstellung der hiesigen Wirtschaft in Richtung echter Nachhaltigkeit und Klimaneutralität. Mangels Fantasie und Mut kommt die Politik aber wohl nur auf die Rezepte der schwäbischen Hausfrau und die Anpassung ihrer Abwehrstrategie.

    Die Hilfe für Hilfebedürftige ist mir persönlich wichtiger ist als die Aufrechterhaltung von Grenzen zwischen den Menschen (arm/reich, deutsch/nicht-deutsch). Auch einseitige Hilfe ohne Erwartung einer Gegenleistung gehört doch wohl zur Kooperation, ohne die die Menschheit (vielleicht oder wahrscheinlich) schon ausgestorben wäre. Insofern nebenbei: viel Zustimmung zu den Beiträgen von Patrick!

    Beste Grüße
    Georg Nowak

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    1. Hallo Hr. Nowak,

      ja natürlich an den Vermögen geht nichts vorbei - wer da nicht ansetzt hat schon verloren. Ich hatte in 2012 ja schon mal einen Artikel dazu verfasst (http://tandemvipera.blogspot.de/2012/07/vermogenszwangsanleihe-konigsweg-oder.html). Das Problem ist nur, dass das in einer Demokratie offensichtlich nicht durchsetzbar ist, die Stärke der Finanzlobby ist überwältigend. So war es natürlich Adolf Hitler der mit den Mefo-ZwangsAnleihen das System erstmal wieder in Ordnung brachte - ein Armutszeugnis für die Weimarer Republik.

      Und die Geschichte wiederholt sich - dieselbe Lobby, diegleichen Parlamentarier - das Ende ist daher auch wieder absehbar. Nicht zuletzt weil die historische Sicht auf de wahren Ursachen des Hitler Faschismus und Rassismus unter "political correctness" verweigert wird (siehe z.B. http://tandemvipera.blogspot.de/2011/06/griechen-geld-und-gemlich-brief.html ). Man läuft also wieder in dieselbe Falle. Es kann einem nur Grauen.

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  14. Hallo Herr Genreith,

    das ist aus meiner Sicht ein schwacher Aufsatz. Gemäß Ihren Vermutungen bezgl. Putin Strategie müsste Russland ja jetzt eine Landverbindung auf der Krim haben, dass dem nicht so ist spricht dafür, dass Sie Putin's Strategien falsch einschätzen. Man kann Assad natürlich als Gasassad bezeichnen, aber wenn Türkische Parlamentarier behaupten, das Gas wurde von der Türkei an die Rebellen geliefert, sollte man zumindest erwähnen, dass es möglicherweise die Türkei inszeniert hat, um ein direktes eingreifen der USANato zu provozieren. Ich glaube auch nicht, dass Putin das Merkel für ein Weichei hält, wohl eher für einen Trojaner. Wobei ich bei der Rolle der USA in diesem "Flüchtlingsdrama" wäre, die merkwürdigerweise in ihrer Beschreibung/Analyse so fast gar nicht vorkommt. Die USANato hat systematisch die Länder des Nahen - und Mittleren Ostens destabilisiert und "unfreundliche" Regierungen beseitigt. Warum wollten die Neocons Assad beseitigen? Ob Länder von einem Diktator oder Schlächter regiert wurden, hatte USrael's Außenpolitik noch nie beeinflusst, Beispiel Saudi Arabien. Geht es evtl. bei den vielen kleinen US Kriegen nur um Absatzmärkte für die wichtigste Hardware, die sie noch selbst herstellen und exportieren? Wie reimt sich die US Macht Demonstration im Südchinesischen Meer mit dem gleichzeitigen, freundschaftlichen Besuch von Chinesischen Kriegsschiffen in Florida? Geht es darum, soviel Chaos wie möglich zu erzeugen, damit die Menschheit nach dem One-World-USAUNGovernment ruft? Merkels Aktionen und Handlungen unterstützen genau diese Strategie. Den USA freie Hand für Kriege, Geheimdienstoperationen, Waffenlieferungen, Unterstützung für Diktatoren, Unterschlagung und Missbrauch von Staatsgeldern (Tankstelle in Afghanistan als jüngstes Beispiel), falsches Zeugnis zu geben und die BRD als reinen Erfüllungsgehilfen für diese zersetzende, antidemokratische Politik zu missbrauchen ("Fuck the EU"). Merkel hat ihre Kompetenz missbraucht. Sie hat gegen das Grundgesetz verstoßen. Sie hat das Asylrecht gebrochen und missachtet. Sie hat europäisches Recht sich selbst zurecht gebogen. Sie hat das Volk belogen. Sie hat die Presse angehalten, mitzulügen und das Volk zu manipulieren. Sie versucht andere EU-Mitgliedsländer zu erpressen oder zu nötigen. Sie hat ihre Funktionsmacht missbraucht, um Deutschland in die größte Staatskrise seit 1945 zu führen. Was noch fehlt sind die Ermächtigungsgesetze von 1933. Eine interessante Frage wäre, welche Leichen hat die FDJlerin im Keller?

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  15. Hallo Hr. Stompe,

    danke für den Beitrag. Ich arbeite mich mal ausführlich durch

    also wg. google-Zeichenbegrenzung vier Kommentare; hier 1/4:

    Zitat: “Gemäß Ihren Vermutungen bezgl. Putin Strategie müsste Russland ja jetzt eine Landverbindung auf der Krim haben, dass dem nicht so ist spricht dafür, dass Sie Putin's Strategien falsch einschätzen.”

    Seine grundsätzliche Strategie in der Krimfrage dürfte nach wie vor unverändert sein. Was ich deutlich überschätzt habe, sind seine wirtschaftlich-militärischen Fähigkeiten. Die sind offensichtlich weit begrenzter als man denkt (und medial wohl beiderseits verschleiert wird) – Militärische Stärke misst sich vor allen Dingen an wirtschaftlicher Stärke – und da sieht es in Russland grauenhaft aus. Man muss sich aber andererseits auch klar sein: Ohne den glaubhaften militärischen Gegendruck den die USA und die OST-EU Länder aufgebaut haben, hätte er längst den Korridor und noch vieles mehr, was sollte ihn da sonst aufhalten? Er kann es sich aber in der jetzt aufgebauten Bedrohungssituation nicht mehr erlauben.

    Konsens- und Aussitzer Politiker wie Merkel haben vergleichsweise wenig bewegt, aber doch mehr als nichts – die Wirtschaftssanktionen sind und waren schmerzhaft – und die angestrebte Entlastung durch bessere Beziehungen mit China haben für Putin auch noch lange nicht den nötigen Ersatz geschaffen. Das braucht Zeit und guten Willens Chinas, aber die spielen da nicht so einfach mit, sondern sind traditionelle sogar immer scharfe Konkurrenten gewesen. Mehr als eine lange Leine kann er da nicht erwarten – genug zum Überleben, zu wenig um eine Gefahr für China zu werden.

    Aber Putin ist nun mal der gewiefte Stratege – er weiss sich zu helfen – Schwäche riecht er förmlich und da ist der wunde Wendepunkt Syrien/Nahost/Flüchtlinge ihm wie von Gott gerufen gekommen. Die strategisch so wichtige Nahostregion entgleitet den Westmächten (die natürlich hier nie anders gehandelt haben, nämlich machtpolitisch, wie Russland jetzt auch) – und mit seinem Eingreifen an dieser Stelle kann er mit den gleichen begrenzten Mitteln effektiv viel mehr erreichen – denn im Gegensatz zu Ukraine/Krim braucht er hier unter dem allgemein anerkannten Mantel der IS – Bekämpfung auch keine Sanktionen zu befürchten. Die Krim/Ukrainefrage ist damit nicht beendet, sondern nur aufgeschoben – sobald die EU sich zerlegt und die USA anderswo im Kriegsgeschehen ausgelastet ist – dann geht es im Norden wieder los.


    Zitat: “...dass es möglicherweise die Türkei inszeniert hat, um ein direktes eingreifen der USANato zu provozieren.”

    Ja, da kann was dran sein, danke für die Information. Das Spiel der Türkei, unentschieden zwischen Ost-West, zerrissen zwischen Internen Machtkämpfen als auch Kurden-ISIS-Assad-Iran-Israel... kaum absehbar was mit der Türkei in naher Zukunft noch alles passiert. Klar ist dass der “Sultan” Erdogan Türkischen Grossmachtsansprüchen hinterher trauert und diese neu aufbauen will – Angesichts der vertrackten Weltsituation ein Himmelfahrtskommando. Insbesondere für die Türkei selbst – als auch für die EU – die wird unmittelbar hinein gezogen, ob sie will oder nicht. Angesichts ihrer Wehrunfähigkeit, noch nicht mal die Grenzen können durch eine einheitliche Truppe geschützt werden – ist die EU hier auch eindeutig auf der Verliererstrasse.

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    1. Weiter 2/4:

      Zitat: „Ich glaube auch nicht, dass Putin das Merkel für ein Weichei hält, wohl eher für einen Trojaner.“
      Nun ich rätsele da ehrlich – ich mag mir nicht vorstellen dass sie, außer einer kapitalen Fehlleistung gefolgt von sinnlosen und letztlich Wähler feindlichem politischem Taktieren (nur ja keinen Rückzieher machen, Augen zu und durch) – einen Plan dabei verfolgt. Anjzeichen sehe ich aber durchaus, so ist mir da ein Artikel von 2008 des britischen Express aufgefallen: http://www.express.co.uk/news/uk/65628/Secret-plot-to-let-50million-African-workers-into-EU „Secret plot to let 50million African workers into EU - MORE than 50 million African workers are to be invited to Europe in a far-reaching secretive migration deal, the Daily Express can reveal today.“
      Angesichts ihrer ungenierten Nähe zu den Wirtschaftsgünstlingen, Quandt, Klatten, Schaeffler, Ackermann usw. etc. pp., wäre es also denkbar, dass sie aus dem neoliberalen Elfenbeinturm die ungehemmte Zuwanderung nicht nur für einen Segen, sondern für „alternativlos“ hält, um deren Kapitalinteressen zu gewährleisten. Dass solche abgehobenen Leute dabei Realität und Vernunft ausblenden ist wenig verblüffend – Adolf Hitler vermied es auch zerbombte Städte zu besichtigen, sein Fahrzeug wurde verdunkelt wenn er denn doch mal da durchfahren musste.

      Zitat: „Die USANato hat systematisch die Länder des Nahen - und Mittleren Ostens destabilisiert und "unfreundliche" Regierungen beseitigt. Warum wollten die Neocons Assad beseitigen?“
      Richtig, dass ist so, und ich wäre der letzte der es verneinen würde (ausführliche Berichte bis hin zu Doktorarbeiten findet man dazu in Hülle und Fülle, weil es seit mindestens 50 Jahren ein Lieblingsthema der Deutschen ist).
      Aber es ist bei Russland, und falls China demnächst auch dort antanzt, eben keinen Deut besser. Niemanden interessiert da ein paar vergaste Kinder oder dergleichen – es geht um Netzwerke der Macht und des pekuniären Handels – hüben wie drüben. Zu leiden haben immer die Durchschnittsbürger, so oder so, sowohl vor Ort als auch wir hier. Da es nun aber über kurz oder lang zum unmittelbaren Weltkrieg kommen wird (was fehlt ist lediglich noch das direkte Aufeinander treffen von USA/NATO-RUS-CHINA Truppen), müssen wir uns hier eigentlich nicht fragen wer mehr oder weniger Schuld hat, sondern wer uns im Kriegsfall besser schützen kann – wenn die Argumente aus den Mündungen der Waffen kommen hilft keine tief gründende Moral mehr.

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    2. Weiter 3/4:

      Zitat: „Geht es evtl. bei den vielen kleinen US Kriegen nur um Absatzmärkte für die wichtigste Hardware, die sie noch selbst herstellen und exportieren?“

      Ja natürlich, aber das trifft eben auf alle zu – daraus das „A“ es macht folgt eben nicht das „C“ oder „R“ es nicht macht. Tatsächlich wollen letztere nur die Pfründe von A übernehmen – abseits der moralischen Frage kann uns das hier in D fast egal sein – es ändert sich dadurch lediglich der Preis der von uns gefordert wird.


      Zitat: „Wie reimt sich die US Macht Demonstration im Südchinesischen Meer mit dem gleichzeitigen, freundschaftlichen Besuch von Chinesischen Kriegsschiffen in Florida?“

      Da reimt sich nichts wirklich – natürlich fährt man offiziell die große Freundschaft - die in Wahrheit eine große wirtschaftliche Abhängigkeit ist – wobei die USA da finanztechnisch schlechter steht. China unterscheidet sich strategisch nicht von Anderen Weltmächten – sie sind nur viel geduldiger und weniger lautstark. China macht zur Zeit das klassische Insel-Hopping im Pacific (so wie im Japanisch-Amerikanischen Krieg 1941-1945) – das ist kein Spass oder vernachlässigbar – es ist Großmacht Politik auf militärischem Level. Das die Inseln ja nur klein wären, dass kann man mediale unterjubeln, die Realität ist völlig anders. Nicht nur dass diese Inseln größtenteils direkt vor den Küsten pazifischer Regionalmächte liegen und Ansprüche auf Bodenschätze liefern – es sind faktisch riesige Flugzeugträger – die zudem teilweise sogar aus dem Nichts aus Korallenriffen gebaut werden. Es ist militärstrategisch mindestens eine Angriffsvorbereitung – wenn nicht schon ein erfolgter erfolgreicher Angriff. Die Moral – wer war zuerst da, oder schließlich haben die Amis das früher nicht anders gemacht – sie spielt wie immer keine echte Rolle außerhalb medialer Äußerungen – es geht um genau die globale Machtverschiebung die jedem Weltkrieg ursächlich ist.

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    3. Weiter 4/4:
      Zitat: „Merkel hat ihre Kompetenz missbraucht....welche Leichen hat die FDJlerin im Keller?“

      Kompetenzen überschritten – nicht nur bzgl. Deutschlands – sondern ganz besonders der EU – faktisch hat sie dieser den Todesstoß versetzt. Die Fähigkeit das Desaster nun noch in den Griff zu bekommen ist weder in D noch bei den Europäischen Äquivalenten erkennbar. Wenn sie noch etwas für Europa tun könnte, dann wäre es ihr Rücktritt – was natürlich noch keine Rettung wäre – sondern lediglich eine Pforte aufmacht.

      Noch Leichen im Keller? Das wüsste man gerne. Verwunderlich ist das Kohl hier sein Mädchen nach oben brachte, eine die nicht zum alten CDU Profil passte, SED/CDU-Flötenpartei ist da keine Ausrede. In der Zeit ist viel schmutziges Geld u.a. durch die Hände von Kohl-Schäuble geflossen („Spendenskandal“, längst wieder unter dem Teppich), was da wohl hinter den Kulissen so gelaufen ist? Der Skandal wurde nie aufgeklärt oder in seiner ganzen Tragweite offengelegt. Schon bei den paar lausigen Millionen an die sich Kohl, Schäuble und Koch nicht mehr erinnern mochten zog man die juristische Reißleine beim „Ehrenwort“-Urteil: Mit der sinngemäßen Aussage Kohls, er habe seinem Mittäter ein Ehrenwort gegeben ihn nicht zu verraten, gab man sich zufrieden! Tatsächlich sind in der Wendezeit Milliarden abhanden gekommen – alleine bei der LEUNA Veräußerung könnten rund 250 Mill. DM u.a. im CDU Dunstkreis versickert sein. So waren die Deutschen Gerichte also nicht bereit dem Gesetz Geltung zu verschaffen - komischerweise gelang SED/CDU Merkel aber der Unions-interne Putsch gegen Kohl. Wie war das möglich? Ich vermute, dass sie soviel über die klebrigen Millionen wusste das sie die komplette CDU Grandenriege hätte hinter Gittern bringen können – die konnten also gar nicht mehr anders. Angesichts von Konsenspresse und eines grosskoallierenden Landes ohne Opposition ist die Aussicht auf Klärung wohl hoffnungslos.

      Politik ist Weltweit intrinsisch korrupt, ein Vertrauensvorschuss ist selten angebracht. Wenn das schon in demokratischen Musterländle so ist, erst recht gilt das für Diktaturen, oder Oligarchenrepubliken, wie nur zum Beispiel unter Putin oder Erdogan. Besonders letztere nutzen die natürliche Eigenschaft des Menschen aus, nach starken Führern zu suchen um sich vor Feinden schützen zu lassen. Gerade Putin hat das perfektioniert, ihm laufen sowohl von Links als auch von Rechts die Fans zu, weil sie aus unterschiedlichen Gründen in ihm die Hoffnungsperson sehen wollen, die ihnen aus dem allgemeinen Schlamassel helfen könnte. Zuviel Blick hinter die Kulissen wird vermieden, Wabbelrubel, Staatspleite, abgeknallte Journalisten, Massenarmut, Oligarchenreichtum, tiefste Korruption und Mafia mit Pate Putin an der Spitze, alles wird gerne übersehen um diesen einen Strohhalm nur nicht zu verlieren. Bei rechten Fans verwundert mich dass weniger als bei den Linken: Dort ist man bereit die eigenen Idealen unter zu pflügen und sich selbst zu verarschen - nur um mit dem Putinknüppel wenigstens noch auf die (ob nun zu Recht oder auch nicht) verhassten Amis einprügeln zu können – nach linker Ideologie darf danach gerne die Sintflut kommen.

      Nota bene, in den USA haben wir natürlich auch die Herrschaft der superreichen steuerbefreiten Oligarchenclans. Die Demokratie ist dieser Krake schon längst nicht mehr Herr. Es ändert aber nicht viel - Obama war und ist da zwar Ausnahmepräsident, selbstverständlich nicht ohne Fehl- und Tadel (ohne Fehl und Tadel kommt man erst gar nicht da oben hin, quasi Einstellungsvoraussetzung)– viel schlimmer wiegt, dass er gegen die Netzwerke in Washington keine echte Chance hat, ja nie hatte. Übertragen auf alle andere wie BK Merkel heißt das auch: Ist sie nur eine Gefangene dieser Netzwerke, oder ist sie selbst (schon) ein Teil dieser antidemokratischen Netzwerke? Bei der Antwort bin ich mir unschlüssig.

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    4. Besten Dank für Ihre ausführliche Antwort un Sicht, die ich weitgehend teile. Mit einer Ausnahme. Ich sehe keinen wirklichen WWIII, weil schlecht für Profite der Multinationals und Oligarchen, sondern eine Neuinszenierung von 1984. Das Skript für den neuen Film hatte den Arbeitstitel A New American Century. Ein Teil des Manuskripts "...all that is needed is a new Pearl Harbour" wurde bereits erfolgreich umgesetzt. Bosnien hatte auch sehr gut funktioniert, Irak weniger. Jetzt wird die Strategie angepasst. Siehe Thomas Barnett: Rethinking America's military strategy https://youtu.be/hg7pZi6peD4. Ein gut ausgebildetes, innovatives, US-skeptisches Volk und Exportweltmeister, womöglich eng verbunden mit Russland, stellt ein echte Herausforderung für das Skript dar. Warum will machtgierige IM Erika, gegen den Widerstand ALLER Betroffenen in D, TTIP durchsetzen? ist diese Frau, die alle politischen Gegner gnadenlos ausgeschaltet hatte, Geisteskrank oder Teil der Matrix? If it walks like a duck and talks like duck ...
      "Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erwägt, das deutsche Schul- und Ausbildungsniveau wegen der starken Immigration vorübergehend abzusenken" !!
      http://www.metropolico.org/2015/11/06/wegen-immigranten-bildungsniveau-absenken/

      Das Problem Europa/ Russia ist m.E. erledigt, jetzt wird man sich evtl. um China kümmern. Aber ich glaube China zerlegt sich selbst, auch wenn es zZ nicht danach aussieht

      Gruß!


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