Donnerstag, 12. Juli 2012

Vermögenszwangsanleihe: Königsweg oder Ruin?


Das Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist jüngst mit einer durchaus naheliegenden Idee vorgeprescht: Eine Zwangsanleihe auf Vermögen um damit die galoppierenden Defizite des Staates, ausgelöst im besonderen durch die vielen Rettungsaktionen in der Finanzkrise, zu finanzieren.

Nun, solche Zwangsanleihen haben eine lange Tradition, und tauchen historisch immer im Zusammenhang mit Finanzkrisen auf. So schreibt die WELT  zu den aktuellen Vorschlägen: „Für den Abbau der öffentlichen Schulden , ...wird von weiten Teilen der Öffentlichkeit und der Politik nur ein Rückgang der Staatsausgaben als Instrument erwogen. Über die Alternative, nämlich Steuererhöhungen, denkt kaum jemand nach. Um die Diskussion zu öffnen, wurden deswegen im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) mögliche Alternativszenarien berechnet: eine einmalige Vermögensabgabe bzw. eine Zwangsanleihe auf große Vermögen....Damit könnte man den Schuldenstand in Deutschland ein deutliches Stück näher an die im Maastricht-Vertrag festgeschriebene 60-Prozent-Grenze zurückführen.“

Und natürlich hat das ganze im Prinzip auch seine Berechtigung, und so schreibt die zum Springer Konzern gehörende WELT weiter in seinem erstaunlich guten Essay: „...Wir befinden uns nun in der bemerkenswerten Situation, dass in den letzten 15 Jahren die Staatsausgaben aus guten Gründen nicht radikal heruntergefahren, aber trotzdem die Steuern gesenkt wurden. ...Die Verschuldungsquote von 81 Prozent des BIP ist nun Anlass für eine neuerliche Ausgabensenkungsrethorik.... Aber es gibt inzwischen auch immer mehr Stimmen, die laut über Steuererhöhungen nachdenken. Denn angesichts der Entwicklung der vergangenen Jahre kann man genauso gut die Perspektive einnehmen, dass die Steuern zu niedrig waren – und nicht die Ausgaben zu hoch. Das ist in den Schichten der wirtschaftlichen Eliten und der meinungsbildenden Kreise natürlich keine Nachricht, die auf Begeisterung stößt. ... Dabei ist auch zu bedenken, dass in Deutschland die Einkommenszuwächse der letzten 15 Jahre weitgehend bei den reichsten 10 Prozent der Bevölkerung anfielen und die Verteilung entsprechend ungleicher geworden ist. Was auch gerne vergessen wird: Die Staatsschulden wurden ja niemandem aufgezwungen, sondern Vermögen, die nach Anlagemöglichkeiten suchen, haben sich in der Regel freiwillig für das Zeichnen von deutschen Staatsanleihen entschieden. Man kann das auch so interpretieren: Vermögende, die von den Steuerentlastungen und der Umverteilung von unten nach oben in den letzten Jahre profitiert haben, waren froh, dass es die Möglichkeit gab, dem deutschen Staat Geld zu leihen. Würde jetzt eine einmalige Vermögensabgabe bzw. eine Zwangsanleihe eingeführt, könnte man diese auch als ausgleichende Gerechtigkeit interpretieren. Die Umverteilung von Einkommen, die insbesondere in den letzten zehn Jahren von unten nach oben stattgefunden hat, würde wieder teilweise rückgängig gemacht. Man beachte: Das Aufkommen vermögensbezogener Steuern macht in Deutschland weniger als ein Prozent des BIP aus. In der OECD insgesamt liegt der Anteil doppelt so hoch. In Großbritannien bei über vier Prozent des BIP. Mit einer einmaligen Vermögensabgabe könnten zumindest die Staatsschulden zügig zurückgeführt werden, die auf diverse Rettungsaktionen zurückgehen und manch einen Vermögensbesitzer bisher vor Verlusten bewahrt hat – zulasten aller Steuerzahler. ...Von den auf Pump finanzierten Staatsausgaben der letzten Jahre und von staatlichen Rettungsmaßnahmen haben schließlich Vermögende am meisten profitiert. ...Ob – wie in Frankreich im Gespräch – bei der Einkommensteuer ein Spitzensteuersatz von 75 Prozent durchsetzbar und klug ist, ist sicherlich eine offene Frage. Fest steht aber, dass in den Fünfzigerjahren ein solch hoher Satz der wirtschaftlichen Entwicklung der USA nicht geschadet hat.“



Der Spiegel berichtet : „Der Club der Millionäre wächst - Krise hin oder her. ...Und Deutschland ist ganz vorne mit dabei: Mehr als 950.000 Dollar-Millionäre gibt es hierzulande, nur in Japan und den USA sind es mehr. Insgesamt sollen die gut Betuchten dieser Welt rund 42 Billionen US-Dollar horten.“

Viel Sympathie kann Spiegel-Online allerdings für eine Zwangsanleihe nicht sehen: „...vom Griff "tief in die rote Mottenkiste" ist in der FDP die Rede..... "Interessant" nennt ihn ein Sprecher von Minister Wolfgang Schäuble - allerdings nicht für Deutschland, sondern für Staaten, in denen es "ein schwieriges Verhältnis" zwischen dem Steueraufkommen und dem Privatvermögen gebe. ….Das sehen die Forscher vom DIW ähnlich. "Gerade für die Krisenländer wären solche Instrumente eine sinnvolle Option, um die durchaus vorhandenen und zum Teil stark konzentrierten Privatvermögen zur Refinanzierung der Staaten heranzuziehen", sagte DIW-Experte Stefan Bach.....Zwangsanleihe, Abgabepflicht - bei solchen Worten gruselt es viele in Union und FDP. "Vollkommen ungeeignet und kontraproduktiv" nennt FDP-Finanzexperte Volker Wissing die Vorschläge. ..."Ich halte nichts von Zwangsenteignung", erklärte auch Norbert Barthle (CDU), der Chef-Haushälter der Unionsfraktion. Und CSU-Wirtschaftsexperte Hans Michelbach wetterte: "...Hauptleidtragende dieses Schuldenmodells würde wieder einmal die Mittelschicht sein, die schon jetzt die Hauptlast der Staatsfinanzierung trägt."“

Ähnliche Instrumente schweben SPD und Grüne vor, nämlich eine Vermögensteuer: „...Auch in der Opposition gibt es Vorbehalte. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hält zwar den Grundgedanken des DIW für richtig, Vermögende an den Kosten der Krise zu beteiligen. "Sie zählen ja schließlich zu den Hauptnutznießern der Euro-Rettung", sagte Trittin der "Rheinischen Post". "Aber warum sollte sich der Staat das Geld bei den Vermögenden leihen, also neue Schulden machen - und ihnen dafür auch noch Zinsen zahlen?" Davon hält Trittin nichts. "Wir halten eine zeitlich befristete und zweckgebundene Abgabe auf Vermögen über eine Million Euro für sinnvoller. "“

Als Zwischenbemerkung sollte man vielleicht hier einfädeln, das unser großer Bruder USA bereits mit solchen Zwangsanleihen arbeitet. Der US-Bundesstaat Kalifornien  erhebt seit November 2009 zur Bekämpfung akuten Geldmangels eine Zwangsanleihe von 10 % auf alle in Kalifornien erwirtschafteten Löhne : „...Starting Sunday, cash-strapped California will dig deeper into the pocketbooks of wage earners -- holding back 10% more than it already does in state income taxes just as the biggest shopping season of the year kicks into gear. ...The extra withholding may seem like a small amount siphoned from each paycheck, but it adds up to a $1.7-billion fix for California's deficit-riddled books. From a single taxpayer earning $51,000 a year with no dependents, the state will be grabbing an extra $17.59 each month, according to state tax officials....California will probably continue to collect the tax at a higher rate for many years -- or find an additional $1.7 billion to slice from a future budget, an unlikely occurrence. All workers who have state taxes withheld will see their paychecks shrink....“ Diese Zwangsanleihen sollen dann irgendwann den Betroffenen zurück gezahlt werden, wobei das aufgrund der Finanzlage Kaliforniens eher unwahrscheinlich ist. Das ganze hat erstaunlicherweise zu keinem großen Echo geführt. Der Grund dürfte simpel sein: Es traf und trifft natürlich nur die Schaffenden. Von Vermögenden ist und war hier keine Rede, und damit war das ganze selbstverständlich keiner übermäßigen Aufregung wert.

Nun ja, die vom DIW vorgeschlagene Zwangsanleihe auf große Vermögen wäre aus erster Sicht durchaus eine bedeutende Geldquelle für den Staat. Sie wäre auch gerecht und sie täte objektiv gesehen, wenn sie tatsächlich etwa nur auf wirklich große auf Cash- und Wertpapier-Vermögen angewendet würde, keinem der Betroffenen wirklich weh. Denn wenn jemand auf seinem Portfolio 20 Millionen hat, dann ist er danach mit 18 Millionen weder arm, noch merkt er es in irgendeiner Form in seinem Lebensstandard. Auf diese Art kämen nach Rechnung des DIW also erstmal 230 Mrd.€ in die Staatskasse. Nicht schlecht also.

Aber auch gut? Das ist jetzt ein sehr komplexes ökonomisches Thema, und die Antwort ein ziemlich lang gezogenes Jeiiiiiiin... Aber ich versuche trotzdem in relativer Kürze die wesentlichen ökonomischen (und teilweise politischen) Folgen zu erläutern:

(1) Zwangsanleihen sind historisch immer ein klarer Ausdruck dafür, dass dem Staat, bzw.  seiner Währung, das Wasser bis zum Halse steht. Kurz- und Mittelfristig können sie funktionieren, langfristig sind sie regelmäßig der Vorbote einer später dann doch noch notwendigen Währungsreform.

(2) Für die tatsächlich Wirkung abzuschätzen, ist es von entscheidender Bedeutung, ob wir über ein geschlossenes (Nationalökonomie) oder offenes System (Nationalökonomie innerhalb einer sehr viel größeren globalen Ökonomie mit erheblichen Außenbeiträgen) reden.

(3) Das wahre Problem ist überall der viel zu hohe Kapitalkoeffizient. Langfristig wirksam sind solche Vermögensabzüge (egal ob Zwangsanleihe oder Steuer auf Vermögen) daher dann und nur dann, wenn sie auch zu effektiver Nettovermögensvernichtung (und damit Netto-Schuldenvernichtung) führen. Andernfalls führen sie nur zu einer Vermögensumverteilung, ohne im ökonomischen Summeneffekt etwas an dem totalen Kapitalkoeffizienten zu ändern, und damit auch ohne Änderung des Renditendrucks auf das BIP einhergeht.

Innerhalb einer geschlossenen Nationalökonomie wären Zwangsanleihen auf Vermögen, insbesondere auf Wertpapiervermögen, ein praktikabler Ausweg: Per Zwangsanleihe würden die überflüssigen Wertpapiere in eine renditelose staatliche Bad-Bank ausgelagert und damit dem Kapitalmarkt auf unbestimmte Zeit entzogen. Über die mögliche Rückzahlung sollte man sich dann keine Gedanken mehr machen, solange diese nicht durch die Summe von Wachstum und Inflation faktisch entwertet wären. Aufgrund der heutigen Freiheit in internationalen Kapitalbewegungen aber, geht dieses Konzept nicht mehr so einfach auf. Man müsste daher schon die Grenzen für Kapitalverkehr dicht machen bzw. sehr stark reglementieren.


(4) Kurzfristig bis mittelfristig können Sie dagegen auch ohne unmittelbare Vermögensvernichtung hilfreich sein. Dafür spielen die ökonomisch-politischen Folgeeffekte wiederum eine sehr große Rolle. Das Stichwort ist hier natürlich erst einmal „Kapitalflucht“. Sobald das Thema ernsthaft angepackt wird, wäre sicherlich ein gewisse Kapitalflucht von Vermögenden bzw. Vermögensverwalter anzunehmen. Dabei wird wiederum entscheidend sein, Wer, mit Welchen Kapitalwerten die Flucht Wohin(?) antritt.

Und da wird es jetzt kompliziert. Denn wer mit welchen Kapitalwerten wohin flüchten kann oder wird, das hängt von der Ausgestaltung der Randbedingungen entscheidend ab.

Dazu müssen wir nochmal einen Blick auf die Graphik des Gesamtgeschäfts der Finanzinstitute in der BRD werfen. Wie man sieht, ist das Problem das Investmentgeschäft mit einem Volumen von rund 6000 Mrd.€ gegenüber einem Realgeschäft für Kredite an die Wirtschaft und Konsumenten von um die 3000 Mrd.€. Probleme macht natürlich der größere Block, der durch keine Realwerte gedeckt ist. Würde man also dafür sorgen, dass überwiegend genau dieser überflüssige Wasserkopf abgebaut wird, dann hätte man tatsächlich etwas gewonnen: In diesem Bereich der Finanzwirtschaft wäre eine  Kapitalflucht geradezu zu begrüßen. (Tatsächlich haben wir zur Zeit das umgekehrte Problem: Wegen der angeblichen Sicherheit deutscher Anlagen, ziehen wir Auslandskapital geradezu magisch an. Die totale Bilanzsumme hat hier inzwischen die 9000 Mrd. € Marke erreicht, und damit auch in etwa die maximale Belastungsfähigkeit der BRD. Siehe dazu ggf. Seiten 187-190 in MFT.)

Wie wäre das nun zu erreichen? Nun dazu braucht es zwei Dinge. Erstens müsste sich die Vermögensabgabe vor allen Dingen auf Investmentprodukte beziehen, und nicht so sehr auf Cash. Und die zweite Bedingung wäre, dass das ganze Spiel auch nur National (bzw. EU-17-national) gemacht wird, damit das Investmentkapital überhaupt eine Möglichkeit zur Flucht hätte. Der Erfolg wäre dann simplerweise, das ganz andere Ökonomien dann diese Investmentlast schultern dürften. Machen aber alle großen Ökonomien dabei mit, dann bleibt alles beim alten (Was aber in den USA keinesfalls zu „befürchten“ wäre, die Folge wäre mittelfristig ein Rückzug dieser ganzen Schrottpapiere in die USA. Und dafür die Einleitung des Kollaps dort, der mit einiger Verspätung dann allerdings wieder auf Europa zurück schlagen würde. Nun, die Weltökonomie ist eben ein geschlossenes System, und LANGfristig geht nichts ohne Vermögensvernichtung = Schuldenvernichtung.)


Ganz schlecht dagegen ist im allgemeinen eine größere Kapitalflucht aus dem Realgeschäft mit dem BIP. Also Kredite an Unternehmen und Konsumenten. Das muss man möglichst gering halten, sonst bekommt man den gleichen Effekt wie 1929: Obwohl damals die deutsche Wirtschaft florierte, sorgte das Platzen der Investmentblase in den USA dafür, dass die Investoren ihre guten Anlagen in deutsche Realwerte abzogen um mit dem Geld ihre Verluste an Schrottpapieren in den USA auszugleichen. Die Folge war die nächste Finanzkrise in Deutschland, nur 6 Jahre nach der von 1922/23 und damit der Grundstein für den Aufstieg Adolf Hitlers zum Reichskanzler.

Für Hitlers Aufstieg waren die Finanzkrisen der Zwanziger nicht nur die notwendige Voraussetzung, sondern sie waren auch schon in der Begründung seiner Ideologie und Bewegung, und auch seines Judenhasses, von ganz entscheidender Bedeutung. Das muss man immer im Hinterkopf haben. Aber die Analogien gehen noch viel weiter. So schaffte es Hitler ja tatsächlich, sowohl die Finanzkrise als auch die Arbeitslosenkrise der damaligen Zeit effektiv, zumindest kurzfristig, in den Griff zu bekommen. Wie funktionierte das eigentlich?

Der Schlüssel waren sogenannte Mefo-Wechsel. Vorläufer der Mefo-Wechsel waren die Öffa-Wechsel ab 1932, den Mefo-Wechseln folgten ab 1937 dann die Solawechsel der Golddiskontbank. Sogenannte Solawechsel sind Wechsel, bei denen der Aussteller gleichzeitig auch Hauptschuldner des Wechsels ist. Diese Schneeballsysteme funktionieren alle nach dem gleichen Grundprinzip, hier erstmal der Mefo-Wechsel:



Über die Aufgabe der Mefo-Wechsel äußerte sich der Reichsfinanzminister  Graf Schwerin von Krosigk  in einem Brief vom 1. September 1938 an Adolf Hitler : „Seit der Machtuebernahme ist bewusst der Weg beschritten worden, die grossen einmaligen Ausgaben der ersten Arbeitsbeschaffung und der Aufruestung durch Aufnahme von Krediten zu finanzieren. Soweit sich dies nicht durch die normale Inanspruchnahme des Geld- und Kapitalmarktes, d.h. des jaehrlichen Zuwachses an Ersparnissen in Deutschland, ermoeglichen liess, erfolgte die Finanzierung durch Wechsel (Arbeits-und Mefowechsel), die bei der Reichsbank diskontiert werden, also durch Geldschoepfung.“

Um die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und die damit auch verbundenen Aufrüstungskosten zu decken, wurde also eine Luftikusfirma, eine eigens zu diesem Zweck gegründete Scheinfirma namens Metallurgische Forschungsgesellschaft mbH (MeFo) ins Leben gerufen.Gleichzeitig diente die Mefo dazu, die Finanzierung der Aufrüstungsmaßnahmen „auf Pump“ zu verschleiern. Sie galten nicht als Staatswechsel, sondern als Handelswechsel und mussten im Reichshaushalt und im Reichsschuldbuch nicht ausgewiesen werden. Weil es sich bei den Gesellschaftern der Metallurgischen Forschungsgesellschaft mbH um angesehene Vertreter [nämlich Siemens , Gutehoffnungshütte , Krupp  und Rheinmetall; d.h. Kreditwürdig=Top-Rating AAA] der deutschen Industrie handelte, konnte die Reichsbank die Wechsel zum Zwecke der Refinanzierung  der Metallurgischen Forschungsgesellschaft mbH diskontieren . Die durch das Reichsbankgesetz vorgesehene Begrenzung der Staatsverschuldung [d.h. auch Schuldenbremse und das Fiskalpaket sind nicht neu!] wurde durch die Mefo-Wechsel umgangen.  Die Reichsbank stellte das Personal für die verwaltungsmäßige Abwicklung der Wechselgeschäfte. Alle Unternehmen, die im Auftrag des Staates Aufgaben ausführten, stellten nun Mefo-Wechsel aus. Die Laufzeit der Wechsel betrug anfangs sechs Monate und wurde immer wieder verlängert, so dass die Wechsel letztendlich fünf Jahre im Umlauf waren. Statt auf die Fälligkeit zu warten, konnten die Remittenten den Wechsel diskontieren , also an eine Bank verkaufen. Die zur Refinanzierung der Mefo-GmbH erforderlichen Diskontierungsgeschäfte der Reichsbank waren aber nicht garantiert. Deshalb brauchten die Aussteller der Wechsel eine Sicherheit: Das Reich selbst stand daher für die Erfüllung der Wechselverbindlichkeiten der Mefo-GmbH ein.

Nun das klingt etwas kompliziert, es ist aber nichts anderes als exakt das aktuelle Target2-System. Da hat man es sich sogar noch etwas einfacher gemacht, indem man auf den überflüssigen Wechsel (weil verzinsbar und in Geld wechselbaren) Wechsel  verzichtet und gleich Euros ausstellt.



Auch hier ist der Aussteller wieder gleichzeitig auch Hauptschuldner. Target2-Konten sind inzwischen nichts anderes als Solawechsel und haben für die BRD inzwischen schon die gigantische Summe von rund 730 Mrd. € (Stand: 30. Juni 2012) angenommen. Bis zum Jahresende könnte, wenn es im bisherigen Tempo weitergeht, sogar die Billionenmarke geknackt werden. Da sage mal keiner „Geschichte wiederholt sich nicht“. Die Saat ist die gleiche, die Ernte wird ebenfalls ganz ähnlich ausfallen.

Als Fazit kann man sagen: Vermögensabgaben ja, aber man muss den Fokus auf das Ziel richten, die Verhältnisse von totaler Bilanzsumme und BIP wieder ins Lot zu bringen. Der Glaube es sei ein Allheilmittel ist weit verfehlt. Nur wären Vermögensabgaben vorerst der weitaus bessere Weg, als die aktuellen Austeritätsprogramme. Langfristig geht jedoch nichts an einer unparitätischen Währungsreform vorbei, und zwar in allen großen Währungen. Entscheidend für den Weltfrieden ist es, dass möglichst bald zu begreifen, sonst ist der allgemeine Weltkrieg dieses Jahrhunderts unabwendbar.

Kommentare:

  1. Steve Keen schlägt keine Abgabe sondern ein wie in den USA praktiziertes Quantitative Easing vor. Nur wäre der Empfänger statt der Banken der Bürger. Jeder Bürger bekäme einen bestimmten Betrag gutgeschrieben mit der Auflage, zuerst seine Schulden zurückzahlen zu müssen. Er nennt das ein Modern Jubilee, ein modernes Jubeljahr. Der Begriff stammt aus dem Altjudentum. Die Bedeutung dieses Begriffs, wenn man sie beispielsweise in Wikipedia nachschlägt, lässt einen erstaunen:

    "... Während des ganzen Jahres musste alle Feldarbeit ruhen, auch wurden die hebräischen Sklaven ohne Unterschied freigelassen; verkaufte und verpfändete Grundstücke (Häuser in ummauerten Städten und dem Heiligtum gelobte Äcker ausgenommen) kamen ohne Entschädigung aus fremden Händen wieder an den ursprünglichen Besitzer oder seine rechtmäßigen Erben zurück, und alle Schulden wurden erlassen.
    Der Hauptzweck dieser Einrichtung war, die von Moses beabsichtigte Gleichheit unter den Güterbesitzern zu erhalten: Das Jubeljahr sollte gewissermaßen eine Wiedergeburt des ganzen Staats bewerkstelligen."

    Klingelt da was? Gleichheit der Güterbesitzer, Wiedergeburt des ganzen Staats! Die mussten sich wohl eines Vermögens-/Schuldenproblems entledigen. Und eine Bodenreform war auch gleich dabei. Zusätzlich wurden noch die Schuldner freigelassen und die Bauern bekamen ein Jahr Urlaub. Ein Jubeljahr fand übrigens alle 49 Jahre statt. Solange dauerte es wohl, bis die Besitztümer so ungleich verteilt waren, dass nichts mehr lief. Und das obwohl die auch noch das Sabbatjahr hatten (alle 7 Jahre: Felder ruhen lassen, Schulden streichen und Sklaven freilassen). Ob das natürlich wirklich immer so glatt und gerecht ablief, wie es die Definition vorsieht, bleibt in den Unschärfen der Geschichtsschreibung verborgen. Aber an der Adressierung eines Vermögensproblems, dass dem heutigen ähnlich ist, wurde wohl zweifelsfrei herumgebastelt.

    Zurück zu Keen. Durch das moderne Jubeljahr erhofft er sich:
    1. Reduzierter Schuldenstand
    2. Nicht-Schuldner bekommen Cash, das wirkt als Konjunkturhilfe.
    3. Die Bankaktiva bleiben gleich, aber die Verteilung ändert sich von Kredit-Aktiva zu Cash-Aktiva.
    4. Infolge sinken die Bankgewinne.
    5. Einkommen aus ABS (Asset Backed Securities) sinken, weil ein grosser Teil der besicherten Schulden ja zurückbezahlt wird.
    6. Diejenigen die solche ABS besassen, hätten anstelle der Renditen Barmittel für Ausgaben zur Verfügung.

    Keen weist darauf hin, dass in einer solchen Massnahme sicher viele Fallstricke lauern. Aber es ist eine Diskussionsgrundlage. Man kann das alles genauer auf seiner Webseite http://www.debtdefaltion.com/blogs nachlesen.

    Ich will hier im einzelnen auf die zahllosen Unzulänglichkeiten unseres Geldsystems nicht eingehen. Fakt ist, dass es nach geraumer Zeit zu unerträglichen Verteilungsungleichgewichten führt und diese wiederum die Funktionalität des Geldsystems zum erliegen bringen. Unter Beiseitestellung eigennütziger Interessen wissen wir das eigentlich. Und wir wissen im Prinzip auch, was zu tun ist. Beispiele haben Sie einige aufgeführt (Unparitätische Währungsreform etc.). Alles Massnahmen, die das Finanzsystem wieder ins Gleichgewicht bringen würden. Allerdings weisen Sie auch auf Hindernisse hin, die einer Durchführung im Wege stehen. Die sind nicht finanzieller Art sondern rein menschlicher: "Ich geb' nix her, was ich schon hab'." Ganz egal, ob das was er da hat, in Kürze noch etwas wert sein wird, bis hin zu der Gefahr, dass die Gesellschaft, in der dieser jemand lebt, in Schutt und Asche zerfallend sich aufgelöst haben wird.

    Weiter im zweiten Teil...

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  2. Fortsetzung vorhergehender Kommentar

    Interessant an Keens Vorschlag ist deshalb die Tatsache (abgesehen davon, dass der Vorschlag aus anderen Gründen vielleicht genial ist, was zu erörtern wäre), dass etwas gegeben wird. Das ist schon mal ein psychologischer Vorteil. Es ist dabei "lediglich" ein radikales Verständnis unseres Geldsystems notwendig, in dem es letztinstanzlich auf das gleiche hinausläuft, ob gegeben oder genommen wird (die Ausgabe des einen ist die Einnahme des anderen). Dieses Verständnis zu entwickeln, das notwendig ist, die tieferen Wirkmechanismen unseres Geldsystems zu begreifen, bedarf eben einiger Mühen, so wie Sie diese in Ihren unaufhörlichen Erörterungen in diesem Blog und wahrscheinlich auch in Ihrem Buch "Makroökonomische Feldtheorie" - das ich noch nicht gelesen haben - immer wieder auf sich nehmen.

    Interessant wäre es jedenfalls, mal durchzuspielen, was geschehen könnte, wenn man jedem Bundesbürger € 50.000,- gutschreiben würde. Das sind immerhin 4 Bil. Euro. Wieviel Vermmögens/Schuldenreduktion würde sich daraus ergeben?

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  3. Zitat: >>Interessant wäre es jedenfalls, mal durchzuspielen, was geschehen könnte, wenn man jedem Bundesbürger € 50.000,- gutschreiben würde. Das sind immerhin 4 Bill. Euro. Wieviel Vermögens/Schuldenreduktion würde sich daraus ergeben?<<

    Nun, die Frage ist natürlich, woher denn die 4 Billionen kommen. Zur Zeit sieht es ja so aus: knapp 2,6 Bill. BIP und knapp 9 Bill. Vermögen/Schulden. Druckt man die 4 bill. einfach dann bekommt man im wesentlichen ein Vermögen/Schuldenstand von 13 Bill. Gegen ein nur mäßig erhöhtes BIP von bestenfalls 3 Bill., der Gesamteffekt wäre also negativ, da der Kapitalkoeffizient stark anziehen würde. Es wäre, genauso wie die Abwrackprämie ein Konjunkturprogramm, das kurzfristig wirkt, langfristig aber auch nur die Schuldenpyramide erhöht.

    Das liegt daran, dass das Geld nach dem es das BIP durchlaufen hat, als Vermögen/Schulden auf den Banken anlangt. Die müssen(!) im Fiat-Geldsystem nämlich diese Gelder immer irgendwo als Schulden weiter verkaufen! Der größte Effekt ginge übrigens in die Inflation, denn bei so einem riesigen Batzen kann das BIP Wachstum keinesfalls mithalten, die Preise würden dramatisch anziehen. Ebenso würden die Handelshäuser Schiffsladungsweise ihre Produkte aus China heran karren, da insbesondere Konsumgüter in dieser Menge (Fernseher, PC etc. pp.) nur dort so schnell zu bekommen sind. Nach relativ kurzer Zeit also: Außer deftigen Spesen nicht viel gewesen.

    Man müsste schon die Banken bzw. Vermögensbesitzer dazu bringen, jedem Bundesbürger 50.000 zu überweisen, mit der Forderung, dass diese das Geld auch gleich wieder ausgeben. Der Effekt wäre dann schon einiges besser, weil ebenfalls die Preise explodieren würden, aber der Kapitalstock dann in etwa der gleiche bliebe. Wegen des gewachsenen BIP's wäre aber der Kapitalkoeffizient dann wieder niedriger. Es wäre eine induzierte Inflation, mit einem gewissen Zeitgewinn in der Sache.

    Auch solche Tricks sind gut gemeint, führen aber am „Jubeljahr“, also einer echten Währungs- und Besitzreform (sprich: einer grundlegenden Verteilungsreform) nicht dauerhaft vorbei.

    (Das dieses etwa alle 50 Jahre angesetzt wurde, passt wunderbar zur auch rechnerisch zu belegenden Erfahrung. Man spart sich dann den ganzen Rest von Revolution und Krieg...)

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    1. Ich werde Herrn Keen mal mit dieser von Ihnen geschilderten Problematik konfrontieren. Ich könnte mir vorstellen, dass er nicht völlig naiv ist und eine Idee parat hat, wie diese Geldspritze in erster Linie eine Vermögens-/Schuldenreduktion bewirkt.

      Ich bin mal auf einen interessanten Hinweis gestossen, wie in den USA - nicht gleich, aber immerhin dann mit Verzögerung - sich Ideen und Massnahmen gegen die "Great Depression" entwickelten. Immerhin haben die eine gigantische Kreditausweitung ohne Währungsreformen überlebt. Wobei ich die Idee mit der Währungs-/Bodenreform durchaus in Ordnung finde. Aber je mehr man mitbekommt, wie menschliche Gesellschaften immer wieder Schuldenkrisen abzuwettern hatten, desto leichter tut man sich vielleicht auch, diese zu verstehen.
      Es gab da also 1933 eine aussergewöhnliche Rede vor einer Kommission des US-Senats zur Untersuchung der wirtschaftlichen Probleme von einem reichen Bank- und Industrieunternehmer namens Marriner Eccles. Er war mit seinen Banken unbeschadet durch den 29er Crash gekommen. Seine Hauptforderungen, die er dem Senat präsentierte, um die US-Wirtschaft wieder in ausgeglichenes Fahrwasser zu bekommen waren:

      1. Arbeitslosenhilfe und öffentlich Arbeitsbeschaffungsmassnahmen
      2. Bankeneinlagensicherung
      3. Agrarsubventionen
      4. Staatliches Hypothekenprogramm für landwirtschaftliche Betriebe
      5. Streichung der Kriegsschulden des Auslands an die USA, Einziehung der Goldreserven, Durchsetzung einer gleichmässigeren Vermögensverteilung durch höhere Erbschafts- und Einkommenssteuern (bis 90%), nationales Gesetz zur Kinderarbeit, Mindestlöhne, Arbeitslosenversicherung und eine Rentengesetzgebung.

      Er bringt relativ zum Schluss seiner Rede folgendes bemerkenswerte Zitat:
      "Such measures as I have proposed may frighten those of our people who possess wealth. However, they should feel reassured in reflecting upon the following quotation from one of our leading economists:
      It is utterly impossible, as this country has demonstrated again and again, for the rich to save as much as they have been trying to save, and save anything that is worth saving. They can save idle factories and useless railroad coaches; they can save empty office buildings and closed banks; they can save paper evidences of foreign loans; but as a class they can not save anything that is worth saving, above and beyond the amount that is made profitable by the increase of consumer buying. It is for the interests of the well to do—to protect them from the results of their own folly—that we should take from them a sufficient amount of their surplus to enable consumers to consume and business to operate at a profit.
      This is not "soaking the rich"; it is saving the rich. Incidentally, it is the only way to assure them the serenity and security which they do not have at the present moment."

      Und das sagte den Hilfsschnepfen von Senatoren ein Kapitalist durch und durch. Er wurde einer der wichtigsten Berater Präsident Roosevelts und war über 10 Jahre Chef der FED. Im sogenannten New Deal wurden viele seiner dargelegten Forderungen umgesetzt. Unter seiner Ägide als FED-Oberster wurden viele der Bankenregulierungen umgesetzt, die dann ab den 90er Jahre langsam zu Fall gebracht wurden.

      Wen's interessiert - eine kleine Einführung in die Person Eccles und die Ereignisse 1933 hier:
      http://www.sltrib.com/sltrib/opinion/51046418-82/eccles-economy-president-federal.html.csp

      Wichtige Ausschnitte der Rede vor dem Senat und der Link zum gesamten Senatsprotokoll der Rede hier:
      http://londonbanker.blogspot.de/2011/09/testimony-of-marriner-eccles-to.html

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    2. Vielen dank für den interessanten Beitrag.

      Ich kann Mr. Eccles nur zustimmen!

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  4. Interessante Analyse...
    Ich frage mich jedoch, ob derartige, offensichtliche Enteignungen überhaupt nötig sind. Aus meiner Sicht ist der künstlich unter der Inflationsrate gehaltenen Zins die Methode zur indirekten Enteignung der klassischen Sparer/Lebensversicherer.
    Dass dieses zumindest teilweise funktioniert, sieht man am immer noch stattfindenden Verkauf von deutschen Staatsanleihen zu Micro-Zinsen.

    Da es den Banken gelungen ist, ihre Probleme dem Staat aufzuerlegen, bleibt diesem nur die Kombination aus Sparen und Steuern erhöhen. Das gelingt jedoch nur in noch solventen Staaten mit funktionierenden Steuerbehörden. So zahlt die EU-Zeche letztlich der Arbeitnehmer der Nordländer, da er "greifbar" ist.
    Wenn nach 5 Jahren "Hilfe"(=Transferunion) eine Partei entstünde, die als Gegenleistung die Übereignung Teile Griechenlands/Spaniens/Italiens an die Nordländer propagiert, wäre das der Auftakt zu "history repeating".

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  5. Wenn alles das richtig ist und man daraus nun die Konsequenz ziehen will, welche wäre das dann ?

    Immobilien droht die Zwangshypothek
    Sparkontos sind Freiwild
    Bargeld frisst die Inflation
    Gold wird vielleicht Verboten/Zwangsverkauf angeordnet
    Aktien ?
    Fremdwährungen ?

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  6. Zitat: >>Aus meiner Sicht ist der künstlich unter der Inflationsrate gehaltenen Zins die Methode zur indirekten Enteignung der klassischen Sparer/Lebensversicherer.
    Dass dieses zumindest teilweise funktioniert, sieht man am immer noch stattfindenden Verkauf von deutschen Staatsanleihen zu Micro-Zinsen.<<

    Der „der künstlich unter der Inflationsrate gehaltenen Zins “ der EZB ist im Gegenteil eine reine Gelddruckmaschine. Da die EZB inzwischen jede Schrottanleihe als Sicherheit annimmt, ist das „perpetuum mobile“ der Banken ganz simple: Die kaufen z.B: GR-Anleihen zu 10%, oder sicherer noch Spanien/Italien zu 5 oder 6%, und Hinterlegen die dann bei der EZB und bekommen dort Geld zu schlappen 0,75%. Damit kaufen die dann weitere solcher Anleihen, und zum Schluss zur Sicherheit ein paar BRD-Anleihen zu negativem Zins. Das ist ein Bombengeschäft, da man sicher sein kann das etwa Spanien/Italien usw. nicht fallen gelassen werden. Und wenn, dann hat man das Geld längst in Sachwerte, Aktien, Immos etc.pp. umgeschichtet. Die faulen Anleihen (auch praktisch alle beim GR-Schnitt demletzt) liegen und lagen im Zweifelsfall rechtzeitig bei der EZB. Bon. Der Effekt: trotz, d.h.genauer, wegen der Krise, sind die Bankenaktiva/passiva förmlich explodiert (siehe Bundsbank) und übertreffen den Stand zur Zeit der Lehmankrise um fast 1000 Mrd. ! Das BIP ist in der Zeit dagegen so gut wie stagniert!

    Der Trick hilft leider nicht, und das die BRD so sagenhaft gut weg kommt, ist ausschließlich ein Substitutionseffekt: Einzig Deutschland wird als sicher (vorläufig) eingestuft, und da legt man gerne etwas drauf, genauso wie manchmal beim Gold.

    Zitat >>Wenn alles das richtig ist und man daraus nun die Konsequenz ziehen will, welche wäre das dann ?<< Ja klar alles in Schawerte invetsieren. Ohne Risikp ist natürlich nichts, man könnte grob sagen, am besten nicht nur das tun, was alle tun (denn genau da wird der Staat irgendwann rein grätschen). Also Immobilien ja, aber: Die sollten Hypothekenfrei sein in dem Moment, wo eine eventuelle Hyperinflation/oder Währungsreform losgeht. Dann ist man erst mal raus. Ebenso brauchbar sind Aktien, die von Firmen stammen, bei denen man sicher sein kann dass sie am Ende überleben. Durchaus auch Autos, hier besonders einfach gebaute (leicht pflegbare Technik), sehr sparsam, und als Nutzfahrzeug zu gebrauchen (Kombi, Pritsche, etc. pp.). Dito natürlich Edelmetalle, physisch und versteckt, aber auch alles was sich im Ernstfall gut zum Handeln und Veräußern eignet. Das könne ggf. auch Konserven sein....denn Geld fressen kann man nun mal nicht.

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  7. Zitat >> Ja klar alles in Schachwerte investieren<<
    Dazu fält mir ein Bericht aus der deutschen Hyperinflation ein, wo ein Geschäftsmann
    sein komplettes Ladengeschäft verkaufen mußte, und für den Erlös gerade noch eine lange Unterhose bekam. Das blieb mir lebhaft aus dem Schulunterricht in Erinnerung.
    Wie konnte das passieren. Betrifft die Hyperinflation hauptsächlich die Güter des täglichen Bedarfs, während Immobilien u. Aktien an Wert verlieren, so wie sie umgekehrt in der Rezession inflationiert werden, während der tägliche Bedarf noch nicht explodiert.
    Oder wechseln sich Phasen symmetrischer u. asymmetrischer Inflation im Verlauf einer Hyperinflation unter umständen ab?

    Für eine gute Strategie muß man meines erachtens trennen zwischen Anlegern, die ihr Erspartes
    in der Hyperinflation aufbrauchen müssen, um zu überleben ,und solchen, die soviel besitzen, daß sie darüber hinaus einen Teil über die Krise hinwegretten wollen, oder täusche ich mich da?

    Oder hat der oben erwähnte Unglücksrabe sich einfach nur nicht schnell genug entscheiden können wofür er sein Geld wieder ausgeben soll?

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  8. Hallo Hr. Bentele,

    Zitat: "... trennen zwischen Anlegern, die ihr Erspartes in der Hyperinflation aufbrauchen müssen, um zu überleben ,und solchen, die soviel besitzen, daß sie darüber hinaus einen Teil über die Krise hinwegretten wollen, oder täusche ich mich da?"

    Ja das ist ganz richtig. Für die weniger Reichen kann eine Top-Investition einfach der Kauf von langhaltbaren Lebensmitteln sein, Konserven, Nudeln, etc.pp. Die kann man nicht nur selbst essen, sondern im Krisenfall gegen alles mögliche eintauschen, im Zweifelsfalle sogar gegen ein komplettes Ladengeschäft. Ähnliches gilt natürlich für alle Gebrauchs- und Verbrauchsartikel des täglichen Bedarfs, wie etwa sogar die kolportierte lange Unterhose.

    Zitat: "Oder wechseln sich Phasen symmetrischer u. asymmetrischer Inflation im Verlauf einer Hyperinflation unter umständen ab?"

    Das ist eine sehr interessante Frage, der man im Detail einmal nachgehen sollte. Wenn man die Daten der 23-er Inflation anschaut, so sieht man das in dem Moment wo es richtig los geht beide Gruppen mächtig anziehen, also Preise für Realgüter als auch Vermögenspreise. D.h. auch das dann die Aktienindices und die Börse durch die Decke gehen. Denn eine Aktie ist immer noch besser als garnichts, zumindest hat man die berechtigte Hoffnung dass diese nach der Währunsgreform noch einen Wert hat.

    Was ihre Frage natürlich interessant macht: ggf. kann man wie der Lückenspringer auf der Autobahn die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Spuren für sich nutzen. Was vorausetzt das man volatil und sehr entscheidungsfreudig ist: The early bird gets the worm...

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